Alles oder nichts in Monaco

Champions League: Reifeprüfung für RB Leipzig

Im Fürstentum Monaco muss RB Leipzig unweit des Zocker-Paradieses Monte Carlo im Stade Louis II "All in" gehen. Nur mit einem Sieg hat der Königsklassen-Neuling weiter Chancen auf das Achtelfinale. Dafür braucht es vor allem mehr Abgezocktheit in der zu anfälligen Abwehr.

Champions League: Leipzig - Monaco
Ralph Hasenhüttl mit seinem Kapitän Willi Orban Quelle: reuters

Peter Gulacsi ist ein besonnener Zeitgenosse, kein Mann großer Töne. Doch wenn der Torhüter von RB Leipzig etwas zu sagen hat, dann ist das meist analytisch und angenehm klar. So wie am Sonntag beim Auslaufen nach dem 2:2 (1:1)-Remis der Leipziger in Leverkusen, als Gulacsi mit Blick auf das fünfte Champions-League-Spiel der Leipziger bei der AS Monaco (Anstoß: 20:45 Uhr) forderte: "Es wird Zeit, dass wir endlich mal wieder zu Null spielen."

In Leverkusen hatte Rasenballsport abermals zwei vermeidbare Tore kassiert. Das erste hatte Timo Werner als "saudumm" bezeichnet. Nachdem Spielmacher Naby Keita gefoult worden und mit Schmerzen liegenblieben war, hatte die Leipziger Defensive kurz das Fußballspielen eingestellt. "Wir müssen nicht darüber diskutieren, ob man den Ball rausspielen muss oder nicht, sondern wir müssen bei uns selber anfangen, dass wir alle mit erhobenen Händen dastehen, nicht mehr Fußball spielen, sondern uns ewig aufregen", monierte Werner.

Ist Leipzigs "Kinderriegel” zu unerfahren?

Und das 2:2, das Leverkusens Kevin Volland in Unterzahl erzielte, resultierte wieder mal aus einem Standard. "Das hat uns schon in Porto das Spiel gekostet und heute wieder", sagte Werner. Eine Schwäche, die sich durch die Spielzeit zieht. Mit 15 Gegentreffern hat RB nach dem zwölften Spieltag fünf Gegentore mehr hinnehmen müssen als zum gleichen Zeitpunkt in der vergangenen Saison. In der Champions League hatte Gulacsi in den bisherigen vier Spielen bereits acht Mal hinter sich greifen müssen. Mit zwei Gegentoren im Schnitt wird es schwer, das Achtelfinale zu erreichen.

"Insgesamt sind wir in der Defensive nicht schlechter als vergangenes Jahr", bewertet Schlussmann Gulacsi. "Aber wir haben immer ein, zwei Momente, in denen wir nicht gut aussehen. Vor allem bei Standards." So bieten insbesondere die jungen Innenverteidiger Dayot Upamecano (19) und Ibrahima Konaté (18) - Leipzigs „Kinderriegel” - in Anbetracht ihrer jungen Jahre erstaunlich konstante Leistungen. Doch in wenigen entscheidenden Situationen fehlt es den Youngstern ebenso wie den Außenverteidigern und Abwehrchef Willi Orban an Cleverness. "Wir lassen eigentlich wenig durch, aber wenn uns was durchgeht, ist es immer 100-prozentig eine Torchance. Da müssen wir uns mehr konzentrieren", sagte Gulacsi. "Vielleicht ist es eine Altersfrage."

Hasenhüttl fordert den Sieg

Trainer Ralph Hasenhüttl bezog in seiner Kritik nach der hergeschenkten Führung gegen zehn Leverkusener auch die Offensive mit ein: "Da sind wir noch etwas grün, haben nicht so cool agiert, haben dem Gegner nicht genügend Aufgaben gestellt." Mit fast 40 Minuten in Überzahl wusste RB gegen entfesselte Leverkusener wenig anzufangen. "Wir haben zuletzt öfter in Unterzahl gespielt, nicht in Überzahl", fügte Hasenhüttl erklärend an. Im Vergleich zur vergangenen Saison, als RB scheinbar spielerisch lernte, muss das Team aktuell jede Erfahrung in Spiel und Training erst gemacht haben, um mit ihr umgehen zu können. Manchmal auch mehrfach - siehe Standards.

Dass die Leipziger schnell lernen können, sollten sie nun bereits am Dienstag unter Beweis stellen. "Jetzt gilt es, in den Champions-League-Modus zu schalten", sagte Gulacsi. "Wir wissen, dass wir gegen Monaco nur mit einem Sieg im Rennen bleiben können. Wir können aus dem Bayer-Spiel lernen, dass wir es besser verteidigen müssen, wenn wir in Führung sind - mit allen Mitteln, die wir haben." Und auch Hasenhüttl sagte unmissverständlich: "In Monaco müssen wir gewinnen, da reicht ein 2:2 nicht, da dürfen wir nicht solche Geschenke machen und vor allem so ein Spiel nicht aus der Hand geben."

Gulacsi: "Werden auf Sieg spielen"

Der Österreicher will in der wichtigen Saisonphase bis Weihnachten mit acht Spielen in vier Wochen jenen Fußball sehen, "für den wir schon sehr viel gelobt worden sind". Hasenhüttl meint die euphorischen Offensiv-Spektakel wie bei den 3:2-Erfolgen gegen Borussia Dortmund und im Hinspiel gegen den FC Porto. In der Champions League zeigte der Neuling bislang erst einmal dieses Gesicht. Bei den übrigen Auftritten gegen Monaco sowie bei Besiktas Istanbul und in Porto hatte das junge Team Lehrgeld zahlen müssen.

So ist der Bundesligadritte zwar auf die Mithilfe der Konkurrenten angewiesen, um noch den Einzug in die K.o.-Runde zu schaffen. Doch "mit dem Thema Europa-League beschäftigen wir uns nicht", sagt Gulacsi. "Wir werden auf Sieg spielen. Ich bin überzeugt davon, dass wir ins Achtelfinale kommen, wenn wir sechs Punkte holen."

AS Monaco - RB Leipzig

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