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Real: "Wir werden leiden, so viel ist sicher"

Achtelfinal-Rückspiel: Paris Saint-Germain - Real Madrid

Nach dem Hinspiel-Sieg und der Verletzung von PSG-Superstar Neymar gilt Real Madrid als klarer Favorit auf den Einzug ins Viertelfinale. Vor dem Rückspiel im Prinzenpark (Di., ab 20:25 Uhr live im ZDF) ist aber auch der Titelverteidiger nicht frei von Sorgen.

Casemiro und Ronaldo
Auf Cristiano Ronaldo, Toni Kroos und Co. wartet in Paris noch ein hartes Stück Arbeit. Quelle: Reuters

Wenn Fußball kein Mannschaftssport wäre, hätte Unai Emery ein ziemliches großes Problem. Mit Neymar fehlt dem Trainer von Paris Saint-Germain ausgerechnet der beste Einzelkönner seines Starensembles für das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Real Madrid. Der Brasilianer, mit 48 Torbeteiligungen in 30 Spielen der Top-Scorer des französischen Spitzenreiters, zog sich beim Ligaspiel gegen Olympique Marseille einen Haarriss im rechten Mittelfußknochen zu und musste in seiner Heimat operiert werden. Erwartete Ausfallzeit: bis zu drei Monate.

Teamkollegen fast genervt vom Trubel

Den Parisern scheint der Verlust ihres Superstars aber nicht sonderlich wehzutun. "Neymar hier, Neymar da", reagierte Verteidiger Presnel Kimpembe zuletzt schon regelrecht genervt auf den ständigen Trubel um den 222-Millionen-Mann. "Sein Ausfall ist schmerzhaft, aber die Mannschaft steht über allem." Und in der spielen ja bekanntlich auch ohne Neymar keine allzu schlechten Kicker. Nicht einmal ein Weltmeister wie Julian Draxler kann sich sicher sein, ob er durch den Ausfall von Neymar jetzt seine große Chance auf der großen Bühne erhält. Der deutsche Weltmeister hatte nach seinem neunminütigen Einsatz bei der 1:3-Hinspielniederlage noch gemurrt, gerne mal wieder 90 Minuten mit von der Partie sein zu wollen.

Auch der Argentinier Ángel Di María, der gegen seinen Ex-Klub Real beim Hinspiel im Santiago Bernabéu überhaupt nicht berücksichtigt worden war, gab zuletzt mehrere überzeugende Bewerbungsschreiben für einen Platz an der Seite von Édinson Cavani und Kylian Mbappé ab. 16 Tore und 15 Vorlage lesen sich nicht schlecht für einen Teilzeitarbeiter.

2:0-Sieg würde reichen

Reals Trainer Zinedine Zidane kann sich zudem noch gut an das letztjährige Achtelfinal-Heimspiel von PSG erinnern. Mit 4:0 schossen die Franzosen damals den FC Barcelona aus dem heimischen Prinzenpark. Di Maria mit zwei und Draxler mit einen Tor, spielten gegen ihren späteren Teamkollegen Neymar groß auf. "Wir werden leiden, so viel ist sicher", warnte Reals Mittelfeld-Ass Casemiro seine Kollegen deshalb schon einmal vor.

Theoretisch würde PSG ein 2:0 reichen. Deshalb dürfte Emery in seinem Dreier-Mittelfeld neben den gesetzten Adrien Rabiot und Marco Verratti zunächst einen seiner defensivstärkeren Spieler - Giovani Lo Celso oder Lassana Diarra - aufbieten, anstatt mit Offensiv-Allrounder Draxler alles nach vorne zu werfen.

Kroos und Modric im Kader

Sein Gegenüber Zidane ist froh, dass mit Toni Kroos und Luka Modrić zwei zentrale Spieler am Sonntag wieder ins Training einsteigen konnten. Beide werden in Paris zum Kader gehören, ein Einsatz von Beginn an ist aber fraglich.

Die Königlichen könnten vom traditionellen 4-3-3 abweichen und auf das bereits erprobte 4-4-2 umstellen. Profiteure hiervon wären der junge Kroate Mateo Kovačić und das spanische Eigengewächs Lucas Vázquez. Zwei Spieler mit weniger internationaler Erfahrung, aber dafür beherzte Kämpfer. Casemiro und Isco würden das Mittelfeld komplettieren. Vorne müsste Zidane entweder Gareth Bale oder Karim Benzema zum Sturmpartner von Cristiano Ronaldo ernennen. Diese Wahl dürfte ihm besonders schwer fallen, denn weder Bale noch Benzema spielten bisher eine überzeugende Saison.

Die Gerüchteküche brodelt

Aus diesem Grund nehmen auch die Gerüchte um eine Verpflichtung von Robert Lewandowski im Sommer wieder an Fahrt auf. Der Torjäger des FC Bayern soll das Interesse der Königlichen dem Vernehmen nach erwidern. Er ist aber nicht der einzige Kandidat, den die Madrilenen im Visier haben. Harry Kane von Tottenham Hotspur und Mauro Icardi von Inter Mailand zum Beispiel. Im Moment will sich Zidane aber nicht mit der Stürmer-Thematik auseinander setzen. Schließlich hat er ein ganz anderes Problem. Ein ziemlich großes sogar. Denn Fußball ist ein Mannschaftssport. Und ohne seine vielleicht besten Teamplayer – Kroos und Modrić – wird der Weg ins Viertelfinale trotz des Zwei-Tore-Vorsprungs kein Spaziergang.

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