Mit dem Fahrrad nach Cardiff

Real Madrids Fanclub aus München

"I Peña Madridista de Múnich" heißt der erste Fanclub der Königlichen in der bayerischen Landeshauptstadt. Sie vereint die Leidenschaft für den ihrer Meinung nach größten Klub der Welt.

Münchens Fanclub von Real Madrid
"I Peña Madridista de Múnich", der erste Real-Fanklub von München Quelle: ZDF

In den Sportkneipen Münchens herrscht Totenstille. Als Cristiano Ronaldo den FC Bayern im Estadio Santiago Bernabeu mit einem Dreierpack erlegt und Real Madrid das Ticket fürs Champions-League-Halbfinale sichert, ist niemandem mehr zum Lachen zumute. Fast niemandem. Denn in einem privaten Lokal im Westend der bayerischen Landeshauptstadt liegen sich dutzende Menschen jubelnd in den Armen. Hier, in der Anglerstraße 6, befindet sich die Heimat der „I Peña Madridista de Múnich“, des ersten Real-Fanklubs von München.

„Wir sind eine große Familie. Hier in Bayern wimmelt es nur so vor Spaniern - und Madridistas“, sagt Rubén Pintor voller Stolz. Pintor ist der Präsident des Fanklubs und, wie die meisten Stamm-Mitglieder, ein junger Facharbeiter aus Spanien, der aufgrund der Wirtschaftskrise auf der iberischen Halbinsel nach Deutschland auswanderte. „Wir wollen hier nicht auf Real Madrid nicht verzichten – und unsere Leidenschaft für den besten und größten Verein der Welt teilen“, erklärt der 28-Jährige.

Real als Flucht aus dem Alltag

Der Fanklub bestand zum Zeitpunkt seiner Gründung im Jahre 2010 aus knapp zehn Mitgliedern. Oder präziser formuliert: Einer Gruppe von Freunden, die von ihren Lebensgefährtinnen den nachdrücklichen Rat bekommen hatten, sich zum Fußballschauen doch lieber ein Lokal zu suchen anstatt das heimische Wohnzimmer mit Überresten von Tapas und Bier zu hinterlassen.

Mittlerweile platzt das Vereinsheim in der Anglerstraße, zumindest bei großen Spielen, fast aus allen Nähten. Der Fanklub geht zwar auch regelmäßig auf Reisen, allen voran dann, wenn Toni Kroos und Co. in Deutschland im Einsatz sind, doch die im Bernabéu ausgetragenen Heimspiele schauen die „Madridistas“ in der Regel in familiärer Atmosphäre auf ihrer Leinwand.

Hymne nach Kantersieg gegen Bayern

„Schon bei normalen Ligaspielen sind wir 20 bis 30 Leute. Für uns ist der Fußball eine gute Gelegenheit, um dem Alltag zu entfliehen“, berichtet Pintor. Der Fanklub hat sogar eine eigene Hymne. „La Bestia Blanca“, die weiße Bestie, heißt das Lied, das 2014 nach dem denkwürdigen 4:0-Triumph der Königlichen gegen den hierzulande oft als „La Bestia Negra“, die schwarze Bestie, den Angstgegner, bezeichneten FC Bayern komponiert wurde.

„Die Spiele gegen die Bayern sind immer besonders“, sagt Pintor, „Real hat einen spanischen Rivalen, den FC Barcelona, und einen europäischen, den FC Bayern.“

Fanklub wächst

Für den gebürtigen Madrilenen und seine Freunde sind Spiele in der Allianz Arena umso schöner. Dann finden sich auch Fans und Fanklubs von anderen Städten und Ländern zu einem Umtrunk in der Anglerstraße ein.

Die Münchener „Peña“ ist eine von drei offiziell registrierten in Deutschland und hat inzwischen über 250 Mitglieder. Im Schnitt kommen pro Jahr mindestens 30 neue hinzu. Und zwar nicht nur Spanier wie Pintor. „Es gibt keine Grenzen. Wir sind sehr international, jeder Madridista ist willkommen“, sagt der Elektromechaniker.

Auf zwei Rädern zum Endspiel

Pedrito: Mit dem Fahrrad zum Champions-League-Finale nach Cardiff
Pedrito: Mit dem Fahrrad zum Champions-League-Finale nach Cardiff

Auch Deutsche, Dänen, Griechen oder Polen sind ein Teil der „Peña“. Zum Beispiel Piotr Sznura. Der Pole, der unter den Mitgliedern nur „Pedrito“ genannt wird, machte den Fanklub im vergangenen Jahr europaweit bekannt. Er löste ein im Zuge der Verpflichtung von Zinédne Zidane als Real-Trainer abgegebenes Versprechen ein, bei von München 680 Kilometer zum Champions-League-Finale nach Mailand zu fahren – mit dem Fahrrad!

Das Kurioseste an der Geschichte: „Pedrito“ begab sich ohne Eintrittskarte für das Madrider Derby zwischen Real und Atlético auf den Weg gen Italien. Seine harte Alpen-Tour machte sich dennoch bezahlt. Der Verein bekam von der Aktion mit und stellte ihm am Tag des Spiels noch ein Ticket aus. Auch das spornte „Pedrito“ an, zum diesjährigen Finale nach Cardiff zu radeln. Diesmal aber mit Ticket.

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