Tayfun Korkut - Leverkusens Krisenmanager

Champions League: Achtelfinal-Rückspiel Atletico Madrid - Bayer Leverkusen

Der Trainerposten bei der kriselnden Werkself von Bayer Leverkusen ist derzeit nicht unbedingt ein Traumjob. Tayfun Korkut hat sich dennoch getraut. Mit Krisen kennt sich der Vater dreier kleiner Kinder schließlich bestens aus. Am Mittwoch reist Korkut mit seinem neuen Team in der Champions League zu Atletico Madrid (ab 20:25 Uhr live im ZDF).

Tayfun Korkut
Tayfun Korkut Quelle: epa

Kleinere und größere Krisen sind Tayfun Korkut bestens bekannt. "Mit drei kleinen Kinder daheim ist immer was los bei uns“, sagt er und lacht. Zuhause allerdings ist der 42-Jährige nur so etwas wie der Assistent, was mehr seinem fordernden Beruf geschuldet ist denn mangelndem Talent. Wenn es hart auf hart kommt, ist der Deutsch-Türke daheim auf der Couch gleichwohl der beste Seelentröster der Welt für die drei Kleinen und zudem vielfältig im Haushalt einsetzbar.

Im Augenblick ist der gebürtige Stuttgarter bei Bayer Leverkusen gefordert. Dass ihn die Rheinländer als Krisenmanager – vorerst bis zum Saisonende - verpflichtet haben, zeigt, man traut Korkut zu, dass er auch sportliche Krisen in den Griff bekommt. Der Mann spricht neben Deutsch, Englisch, Spanisch und Türkisch und gilt als ein Konzepttrainer mit hoher kommunikativer Kompetenz.

Leverkusen braucht ein Wunder

Der Job ist nicht ohne Risiko, weil Korkut nicht weniger erreichen muss als einen europäischen Wettbewerb. Zumindest am Mittwoch im Achtelfinale der Champions League gegen Atletico Madrid hat er nichts zu verlieren. Es braucht ein kleines Wunder, um das 2:4 aus dem Hinspiel wett zu machen. Nur eine deftige Niederlage sollte die noch junge Trainer-Team-Verbindung tunlichst vermeiden. Korkut ist als Nachfolger von Roger Schmidt zwar erst eine gute Woche im Amt. Der Start beim 1:1 gegen Bremen fiel jedoch eher ernüchternd aus.

Dass er vor seinem zweiten Spiel als Bayer-Coach als "Atletico Schreck“ verkauft wird, entlockt Korkut nur ein müdes Lächeln. Der Ex-Profi ist mit einer Baskin verheiratet, und gewann als Spieler zwei von drei Duellen gegen Atletico. "Das kann höchstens ein gutes Omen sein, aber, ob es wirklich hilft, weiß ich nicht.“

Die Bundesliga wichtiger

Viel wichtiger ist für Leverkusens Neuen die Bundesliga. Dort muss er den Saison-Retter spielen und einem Team, das bisher mit kompromisslosem Angriffs- und Pressing-Fußball nicht glücklich wurde, Defensive und Stabilität beibringen. Das klingt nach Feuerwehrjob. Er aber sieht das als Chance, ganz ausgeschlossen ist es ja nicht, dass Korkut auch übers Saisonende hinaus bleiben darf.

Es sei ein "Zeichen der Wertschätzung“, dass Leverkusen ihn geholt hat. "Die haben sich sicher Gedanken übers Anforderungsprofil gemacht“, sagt er. Viele andere waren nicht auf dem Markt und kaum einer wäre bereit gewesen nur für ein paar Monate einzuspringen. "Für mich ist das kein Problem. Ich liebe diesen Job und Fußball viel zu sehr, um mir darüber Gedanken zu machen.“

"Ehrlich und nah"

Korkut, sagen ehemalige Spieler, sei ein sehr menschlicher Trainer. Als "ehrlich und nah" beschreibt er sich selbst. In Hannover hieß es gleichwohl, er sei nicht hart genug gewesen für den Abstiegskampf. Auch dass er in Kaiserslautern im Winter aufgab, hat ihm nicht viele Pluspunkte eingebracht. Fachlich und menschlich aber sei Korkut ein klasse Typ gewesen sagen sie in der Pfalz.

Geprägt vom spanischen Kurzpass-Spiel setzt Korkut meist auf ein stabiles 4-2-3-1 System. Auch in Leverkusen versucht er mit seinem Drei-Säulen-Modell Erfolg zu haben und dabei Spieler, Verein und Trainer spezifische Eigenheiten unter einen Hut zu bekommen. "Ich bin ein positiver Mensch und fand in Leverkusen ein Team vor, das viel zu bieten hat und ehrgeizig ist“, sagt er.

Papa muss Ergebnisse liefern

Das gilt für ihn gleichermaßen. Leverkusen ist ohne Zweifel eine Chance. Dafür werde er ein paar Kompromisse und Änderungen anordnen sagt er. Dieses Mal jedoch wird es nicht reichen, Seelentröster der Extraklasse zu sein wie Zuhause auf der Couch. Diesmal muss der Papa als Trainer Ergebnisse liefern.

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