Hansi Flick: Eintauchen in die „Wenn-Dann“-Strategie

Hoffenheims Geschäftsführer Sport hofft in Liverpool auf ein kleines Wunder

Wenn am Mittwoch das CL-Playoff-Rückspiel in Liverpool angepfiffen wird (20:45 Uhr/ZDF ab 20:15 Uhr), sitzt Hansi Flick auf der Tribüne an der Anfield Road und hofft nach dem 1:2 im Hinspiel auf ein kleines Wunder. Der Ex-DFB-Direktor ist im Kraichgau für Strategie- und Zukunftsplanung – und die Nachfolge-Regelung für Julian Nagelsmann zuständig.

Hansi Flick
Hansi Flick Quelle: dpa

Eine gewisse Risikofreude ist Hansi Flick nicht abzusprechen – zumindest, wenn es um seine Hobbies geht. Der 52-Jährige hat den Tauchschein und wagt sich nach eigenem Bekunden ohne Bauchschmerzen in unbekannte Gewässer, um mit neuen Eindrücken zurückzukehren.

Bei seiner letzten Stellenauswahl hat der Ex-Profi Flick eher auf Vertrautes gesetzt. Wirklich neu war bei der TSG Hoffenheim wenig für ihn, auch, wenn sich seit seinem Ausstieg als Trainer dort (2000 – 2005) einiges verändert hat. Der ehemalige Trainer Flick kehrte als starker Mann zurück, der neben Hautgesellschafter Dietmar Hopp über die grundsätzliche Politik und Ausrichtung des gesamten Klubs entscheidet. „Wir vertrauen uns“, sagt der Geschäftsführer Sport und meint sein Verhältnis zu Hopp.   

Büro-Blick auf den Trainingsplatz

Seit er den Job als Sportdirektor beim DFB aufgab, schaut der viermalige deutsche Meister aus seinem neuen Büro auf den Trainingsplatz und entwickelt „Wenn-Dann-Strategien“, weil, wie er sagt, „im Fußball immer gewisse Dinge passieren können“.  Flick ist Hoffenheims Mann für die Zukunft. Als solcher wird früher oder später auch den Nachfolger von Chef-Coach Nagelsmann aussuchen.

Wie die Zukunft der TSG aussieht wird zumindest kaum vom Ausgang der Partie gegen Jürgen Klopp’s Liverpool  abhängen. Allenfalls am Rande. Flicks Job ist langfristig angelegt. Er wollte wieder dichter dran sein, sagt Flick. Er gestalte gerne und das war beim DFB nicht oder nicht im gleichen Tempo und mit den Kompetenzen möglich.

Nah dran an der Nachwuchsakademie

In Hoffenheim hat sich Flick sogar direkten Einfluss auf die Nachwuchsakademie vertraglich zusichern lassen. Hopp hat für ihn eine neue Geschäftsführerposition geschaffen. Flick ist der Chef. „Ich gestalte gerne und bin Teamplayer“, sagt er. Das heißt für ihn, das Geschäftsfeld der TSG, Talent-Entwicklung, zu optimieren. „Noch haben wir einen Vorsprung“, sagt er. Aber die anderen holen auf.  Ziel, sagt Flick, ist es einmal entwickelte Spieler halten zu können, „heute werden die noch verkauft“.  

In die Trainingsarbeit mischt sich Flick nicht ein. „ich weiß aber wie wichtig es als Trainer ist, jemanden an seiner Seite zu haben, der nicht so im Trainingsgeschäft steckt und Dinge wahr nimmt, die am Coach vorbei gehen“, sagt er. Trainer allerdings könnte er auch.  

Einzigartiges Netzwerk

Wer außer ihm hat über 50 Nachwuchsakademien in ganz Europa inspiziert – und sich ein fast einzigartiges Netzwerk im Schoße des Verbandes basteln können? Innovativ was Nachwuchsförderung angeht, dafür soll Hoffenheim stehen – und für High-Tech und Digitalisierung. „Erfolg ist ein unendlicher Prozess“, glaubt Flick.

Und, dass es wichtig für den Verein TSG Hoffenheim ist, bald konstant im internationalen Geschäft vertreten zu sein. „Dass ich wieder hier bin hat nichts mit Romantik und Bequemlichkeit zu tun“, sagt Flick. „Ich bin ehrgeizig“, stellt er klar. Ein anderes „Abenteuer“ hat der Familienvater Flick diese Woche übrigens beendet. Nach 22 Jahren schließt sein Sportgeschäft „Hansi Flick Sport und Freizeit“ in seinem Heimatort Bammental. Die Töchter haben kein Interesse und der Firmengründer hat seit seiner Unterschrift unter einen Fünfjahres-Vertrag in Hoffenheim noch weniger Zeit.  

Hansi Flicks Karriere

  • Der gebürtige Heidelberger spielte als Profi für den FC Bayern München (vier deutsche Meisterschaften und ein Pokalsieg) und den 1. F Köln.
  • Von 2006 bis 2014 war Flick Assistent von Bundestrainer Joachim Löw.
  • Von September 2014 bis Januar 2016 war der ehemalige defensive Mittelfeldspieler Sportdirektor beim DFB.
  • Seit  Juni 2017 Geschäftsführer Sport der TSG 1899 Hoffenheim

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