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Champions League: Paris SG - FC Bayern

Vor dem großen Duell gegen den FC Bayern München (Mi., 20:45 Uhr/ZDF) steht Paris Saint Germain extrem unter Druck. Für das Team um Neymar, Cavani und Mbappé ist es der erste Prüfstein auf dem Weg zu Europas Thron.

PSG-Streithähne: Cavani und Neymar

Nach dem spektakulären Transfer von Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint Germain in diesem Sommer hat es nicht lang gedauert, bis es zum ersten Knall in der Kabine kam. Vor zehn Tagen empfing PSG zum Top-Spiel in der französischen Meisterschaft Olympique Lyon (2:0) und als der Favorit einen Elfmeter bekam, kam es vor knapp zwei Millionen TV-Zuschauern zur öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Edinson Cavani, der eigentliche designierte Schütze und Neymar, der sofort die Chef-Rolle einnehmen möchte. Zwar haben sich beide Spieler zwischenzeitlich wieder versöhnt, aber zwischen dem brasilianischen Clan um Neymar, Thiago Silva, Marquinhos, sowie Dani Alvès, und dem isolierten Uruguayer war es wohl nicht der letzte Streit.

Besorgnis bei PSG-Boss

Dass die Anspannung in der Hauptstadt groß ist, zeigt die hohe Befindlichkeit der Bosse und wie sie mit Kritik umgehen: Wegen der negativen Berichterstattung der vergangenen Wochen wurde jedes Einzel-Interview vor dem Bayern-Spiel abgesagt. Vielleicht ist PSG-Präsident Nasser El-Khelaifi auch besorgt, dass die jetzige Mannschaft die hohen Erwartungen doch nicht erfüllen könnte. Wenn man sich den Kader genau anschaut, dann stellt man fest, dass er unausgeglichen aufgestellt ist.

Zwar sucht das Offensiv-Potenzial seinesgleichen in Europa, aber der Abgang von Blaise Matuidi (zu Juventus) vor der Abwehr wurde nicht kompensiert, so dass das defensive Mittelfeld zu zersplittern droht, falls einer der drei Stammspieler (Rabiot, Motta, Verratti) nicht zur Verfügung stehen sollte. Zwischen den Pfosten ist weder die jetzige Nummer eins Alphonse Areola noch der Deutsche Kevin Trapp eine absolute Granate, ganz zu schweigen von Linksverteidiger Layvin Kurzawa, der im Defensiv-Verhalten die größte Schwachstelle der Hauptstädter darstellt.

Deftige Klatsche mit Folgen

In diesem Sommer haben die Verantwortlichen von QSI (Qatar Sports Investment) so viele Ausgaben wie nie auf dem Transfermarkt getätigt. Ausschlaggebend dafür war die 1:6-Klatsche beim FC Barcelona im Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League am 8.März, drei Wochen nach dem 4:0-Heimsieg aus dem Hinspiel, das in den Köpfen der Pariser-Oberen zu einem Umdenken zwang: Um in der Königsklasse mit den besten Teams endlich mithalten zu können, muss kräftig investiert werden! Dieses bittere Aus mit drei Gegentoren ab der 87.Minute schmerzt bis heute.

Inzwischen ist El-Khelaifi ein Teil der Revanche durch den Neymar-Transfer geglückt, indem er die 222-Millionen-Ausstiegsklausel zahlte, was die Verantwortlichen von Barcelona nie für möglich gehalten hätten. Dazu hat sich El-Khelaifi monatelang geweigert, seinen Lieblingsspieler Marco Verratti für 110 Millionen Euro nach Katalonien ziehen zu lassen - nur um Barcas Pläne zu durchkreuzen. „Wir haben diese starke Mannschaft aufgebaut, um so schnell wie möglich den Henkelpott nach Paris zu holen“, ließ der PSG-Chef kürzlich durchblicken.

Weitere Investitionen denkbar

Seit Qatar PSG 2011 gekauft hat, haben die Verantwortlichen insgesamt 1,1 Milliarden Euro in neue Spieler investiert. Bisherige Bilanz: Kein einziger Halbfinal-Einzug in der Königsklasse. Außerdem sollen drei bis vier wichtige Spieler in diesem Winter den Verein verlassen, um die Kriterien des Financial-Fair-Plays so gut es geht zu erfüllen, nachdem man im Sommer kaum Einnahmen tätigen konnte. Ob Paris dann doch noch Geld in die Hand nimmt, um einen talentierten defensiven Sechser oder einen Weltklasse-Torwart zu verpflichten, ist sicher nicht auszuschließen. Vor allem dann nicht, wenn es gegen den deutschen Rekordmeister schief laufen sollte.

Champions League 2017/18

PSG - FC Bayern im Ticker

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