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Bayerns schwarze Serie soll enden

Nachdem der FC Bayern in den vergangenen vier Jahren in der Champions League gegen spanische Mannschaften ausschied, soll der FC Sevilla im Viertelfinale nur eine Durchgangsstation bleiben. Auch wegen der guten Erfahrungen mit Trainer Heynckes.

Bayerns Trainer Jupp Heynckes
Bayerns Trainer Jupp Heynckes Quelle: ap

Für Jupp Heynckes hatte sich gar nichts geändert nach dem 6:0 gegen Borussia Dortmund im sogenannten Topspiel der Bundesliga. Wie schon direkt nach der Auslosung vor zweieinhalb Wochen warnte der Trainer des FC Bayern auch nach der Galavorstellung gegen den desolaten BVB vor dem kommenden Gegner. „Im Champions-League-Viertelfinale sind ganz andere Kaliber“, sagte er. Den Beleg dafür reichte der FC Sevilla am späten Samstagabend ein, durch ein 2:2 gegen den FC Barcelona im Topspiel der spanischen Liga, das seinen Namen verdiente und in dem Sevilla bis zur 88. Minute 2:0 führte.

"Kein Glückslos, kein Traumlos"

„Ich habe keinen Schrei gehört, ich habe keine Euphorie wahrgenommen“, hatte Heynckes schon direkt nach der Ziehung gesagt und ein etwas schiefes Bild konstruiert, wie seine Belegschaft auf dieses vermeintliche Traumlos Sevilla reagiert habe. „Das war so nüchtern, als wenn man ein Glas Bier getrunken hätte“, sagte Heynckes. Betont sachlich gehen die Münchner in der Tat mit der Herausforderung im Estadio Ramón Sánchez-Pizjuán um, für die sich auch die zuletzt angeschlagenen Arturo Vidal und Juan Bernat fit meldeten. „Wir haben von Anfang an gesagt, das ist kein Glückslos, kein Traumlos“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Ostermontag vor dem Abflug nach Andalusien. Er erwartet ein „sehr, sehr schweres Spiel“, man werde an diesem Dienstag und im Rückspiel am Mittwoch in einer Woche in München zwei gute Auftritte benötigen, „um ins Halbfinale einzuziehen“. Heynckes glaubt sogar, man müsse in Sevilla „noch besser spielen“ als gegen Dortmund, „um etwas zu holen“. Und Innenverteidiger Mats Hummels befand gar: „Mit allem unter einer verdammt starken Leistung werden wir verlieren.“

Die Münchner wissen trotz aller professionellen Mahnungen natürlich, dass Sevilla eine vergleichsweise angenehme Aufgabe darstellt im Feld der verbliebenen acht Mannschaften des Wettbewerbs. Erstmals steht der Verein in der Champions League im Viertelfinale, im Vorgängerwettbewerb, dem Europapokal der Landesmeister, war dort vor 60 Jahren gegen Real Madrid Endstation. Wie in der Vorsaison für den FC Bayern, zum bereits vierten Mal in Serie gegen ein spanisches Team. Zuvor waren die Münchner jeweils im Halbfinale ausgeschieden, 2014 ebenfalls gegen Real Madrid, danach gegen den FC Barcelona (2015) und Atlético Madrid (2016). „Bei der Statistik darf man nicht arrogant da hingehen“, sagte Rummenigge.

Spanien-Kenner Heynckes soll's richten

Nun soll gegen den Rekordsieger der Europa League, die Sevilla insgesamt fünf Mal gewann und zwischen 2014 und 2016 sogar drei Mal hintereinander, die Serie reißen. Auf ein Ende der schwarzen Serie gegen die spanische Konkurrenz hoffen die Münchner auch wegen der guten Erfahrungen mit Spanien-Kenner Heynckes, mit dem letztmals eine spanische Mannschaft ausgeschaltet werden konnte. 2013 gewannen die Münchner auf dem Weg zum Triple im Halbfinale gegen Barcelona 4:0 und 3:0.

Im Vergleich zu Branchengrößen wie Barcelona, Titelverteidiger Real Madrid und Manchester City stellt Sevilla beinahe eine No-Name-Mannschaft. Der aus deutscher Sicht bekannteste Spieler ist Johannes Geis, der die Stationen Fürth, Mainz und Schalke durchlief, ehe er am 1. September an Sevilla ausgeliehen wurde, dort aber eine Nebenrolle spielt. Zum Stammpersonal zählt der ehemalige Wolfsburger Innenverteidiger Simon Kjaer. Leistungsträger sind aber andere unter dem italienischen Trainer Vincenzo Montella, der die Mannschaft am Jahresende übernahm und mit dieser vor dem Spiel des Stadtrivalen Betis am späten Montagabend auf dem sechsten Platz der spanischen Liga stand. Wie der Argentinier Éver Banega, der im Hinspiel allerdings gesperrte Taktgeber im Mittelfeld. Tragende Figuren sind zudem Steve Nzonzi, Franco Vázquez, Clement Lenglet und mit Abstrichen Rekordspieler Jesús Navas sowie Wissam Ben Yedder, der als Joker mit seinen beiden Toren beim 2:1-Sieg bei Manchester United maßgeblich zum Viertelfinal-Einzug beitrug und derzeit hinter Reals Cristiano Ronaldo (zwölf Tore) mit acht Treffern auf Rang zwei der Torschützenliste in der Champions League rangiert.

Martinez warnt

Ein zusätzlicher Gegner gegen die technisch feinen, ballsicheren und gerade zu Hause wuchtig auftretenden Fußballer von Sevilla könnte auch das Publikum sein. „Die Atmosphäre im Stadion ist brutal, die Fans sind sehr laut“, sagte Javier Martínez, einer der drei Spanier im Münchner Kader, „wir müssen alles geben.“ Um jenem Ziel näher zu kommen, das Thomas Müller auch wegen des Gegners direkt nach der Auslosung mit Zuversicht formuliert hatte: „Wir sind der FC Bayern München, und wir wollen mit diesem Selbstverständnis auch auftreten, dass wir in diesem Wettbewerb nicht nur mitspielen, damit wir mit ein bisschen Glück vielleicht weit kommen. Sondern wir wollen das Ding gewinnen.“ Spanien soll diesmal nur eine Durchgangsstation sein, im fünften Anlauf und wie 2013.

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