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"Wölfinnen" machen Jagd aufs Triple

Für die Wolfsburgerinnen ist das Pokalfinale gegen Bayern nur ein Zwischenstopp

Trophäen in Serie sind für die Fußballfrauen des VfL Wolfsburg Alltag. Dass sie auch im DFB-Pokalfinale am Samstag gegen den FC Bayern München als hoher Favorit gelten, liegt an einer vorbildlichen Personalstrategie – auf und neben dem Platz.

Die Frauen des VfL Wolfsburg jubeln nach einem erzielten Tor gemeinsam
Die Frauen des VfL Wolfsburg wollen auch am Samstag im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München wieder jubeln.
Quelle: dpa

Der Vater des Erfolges ist mit seiner neuen Rolle sehr zufrieden. Damit es gelingt, mit den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg weiterhin einen Titel nach dem anderen zu gewinnen, musste Ralf Kellermann 2017 loslassen. Nach fast zehn Jahren vom Job des Trainers in die Rolle des sportlichen Leiters zu wechseln, war ein strategischer Schritt. Stück für Stück wird von ihm etwas richtig Gutes noch weiterentwickelt. Darauf kann er sich jetzt voll und ganz konzentrieren. „Wir haben eine extrem hohe Qualität im Kader. Dazu passt es charakterlich. Das Team ist eine funktionierende Einheit“, sagt Kellermann.

Pokalfinale als Zwischenstopp

Laute Kampfansagen an die nationale Konkurrenz sind nicht nötig. Im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München wäre alles andere als ein Wolfsburger Triumph eine Überraschung. Der vierte Titelgewinn in der Bundesliga ist gerade bejubelt worden. Auf dem Weg in das Finale der Champions League am 24. Mai in Kiew gegen Olympique Lyon wirkt das Pokalduell am Samstag in Köln (15 Uhr) wie ein ganz normaler Zwischenstopp. „Wir sind bestens eingespielt und noch effizienter geworden“, sagt Nationalstürmerin Alexandra Popp, die wegen einer Oberschenkelverletzung allerdings nicht spielen kann.

Ralf Kellermann nach dem Gewinn der Champions League 2014 mit den Frauen des VfL Wolfsburg
Ralf Kellermann nach dem Gewinn der Champions League 2014 mit den Frauen des VfL Wolfsburg
Quelle: dpa

Natürlich wird der Wolfsburger Erfolg gerne darauf reduziert, dass das VfL-Team angesichts der Unterstützung durch den Volkswagen-Konzern doch nur ein Erfolgsmodell sein kann. Aber es steckt mehr dahinter als pure Kaufkraft. Der Frauenfußball auf Top-Niveau ist ein enger Markt. Bei wichtigen Transfers muss sportlich wie zwischenmenschlich alles passen. Und da kommt Kellermann als Vordenker für den zum Cheftrainer aufgerückten Stephan Lerch ins Spiel. Der ehemalige Profitorhüter betreibt das Casting von Neuzugängen mit extrem hohem Aufwand. "Es ist mein Job, ein gutes Händchen zu haben. Ich denke, ich habe in der Vergangenheit bewiesen, dass ich ein gutes Gespür für Menschen und deren Rolle in einer Gruppe habe", sagt Kellermann.

Stabiles Grundgerüst

Das Grundgerüst der Erfolgsmannschaft ist über Jahre aufgebaut worden. Zu den Eckpfeilern gehören neben Popp mit Lena Goeßling eine weitere erfahrene Nationalspielerin und die schwedische Abwehrchefin Nilla Fischer. Allein dieses Trio bildet ein extrem belastbares Fundament. Kellermann und Lerch achten darauf, dass ihr Team immer wieder punktuell ergänzt wird. Das festigt das Gefüge und sorgt für neuen Ansporn. Um einen nationalen Herausforderer wie Bayern München im Griff zu haben und im Duell mit Europas Eliteteam aus Lyon eine Chance zu haben, bedarf es internationaler Verstärkungen. Mit der Polin Ewa Pajor etwa steht dem VfL Wolfsburg die mit Abstand schnellste Spielerin der Liga als Stürmerin zur Verfügung.

Wer genau hinsieht rund um die Spiele mit Wolfsburger Beteiligung, wird merken: Das Team besteht aus Profis mit der nötigen Bodenhaftung und Normalität. Nach ihren Auftritten suchen die VfL-Spielerinnen stets den Dialog mit ihren Fans. Während des Spiels ist sich auch eine Torjägerin wie Pernille Harder nicht zu schade, an der Abwehrarbeit teilzunehmen und im eigenen Strafraum zu grätschen. Auf solche Charaktereigenschaften wird genau geachtet, bevor sich der VfL Wolfsburg zu einem Transfer entschließt. Nichts gegen die Leistungen der Mannschaft selbst: Aber das feine Gespür von Kellermann dafür, wer wie zum VfL wie passt, bleibt die elementare Basis für Erfolg am Fließband.

Fakten zum DFB-Pokalfinale der Frauen

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