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Familie Prevc: Doch nur Menschen

Sport - Familie Prevc: Doch nur Menschen

Die erste Station der Vierschanzentournee in Oberstdorf ist mit einem Triumph für Severin Freund zu Ende gegangen. Der Deutsche siegte vor dem Österreicher Michael Hayböck und Peter Prevc (Slowenien).

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.12.2016, 21:40

Peter Prevc gilt auch nach seinem dritten Platz zum Auftakt und vor dem Neujahrsspringen (14 Uhr/live im ZDF) noch als großer Mitfavorit für den Gewinn der 64. Vierschanzentournee. Der Überflieger ist der Kopf einer slowenischen Skisprung-Dynastie, zu der zwei weitere Brüder gehören.

Eins steht nach dem dramatischen Auftakt der Vierschanzentournee schon mal fest: "Auch er ist nur ein Mensch." Das hat Bundestrainer Werner Schuster gesagt, und mit "er" war Peter Prevc gemeint. Der Slowene hatte vor der Tournee drei Weltcup-Springen in Folge gewonnen - und auch beim Auftakt in den Skisprung-Grand-Slam in Oberstdorf mit überragenden Sprüngen dominiert.

Pech mit dem Wind

Im Finaldurchgang hatte Prevc dann Pech mit dem Wind, landete nur auf einem nach eigenen Worten "enttäuschenden" dritten Platz. Ausgerechnet sein Erzrivale Severin Freund stand am Ende ganz oben.

Wieder dieser Freund. Dieses Duell hat eine ganz spezielle Geschichte, die nun schon den dritten Winter in Folge andauert. Gipfel war die Entscheidung um den Gesamtweltcup im vergangenen März in Planica. Nach 31 Einzel-Wettbewerben waren Freund und Prevc mit 1729 Punkten gleichauf  - und Freund bekam die große Kristallkugel wegen der größeren Zahl der Weltcup-Siege in der Saison.

Sportler des Jahres

Peter Prevc wurde in seiner Heimat danach trotzdem zum Sportler des Jahres gekürt. "Unser Duell fasziniert die Menschen. Es ist lustig, dass Severin und ich so eine gemeinsame Geschichte haben. Er springt halt immer perfekt, wenn es drauf ankommt", sagt Prevc.

Deshalb hat es bislang trotz sechs Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften mit einem ganz großen Titel noch nicht geklappt. Das soll allerdings bei den diesjährigen Saisonhöhepunkten Vierschanzentournee und Skiflug-WM anders werden.

Starker kleiner Bruder

Damit das auch wirklich klappt, hat der 23 Jahre alte Prevc in dieser Saison immer familiäre Unterstützung dabei. Sein 16 Jahre alter Bruder Domen eroberte die Weltspitze im Sturm. Bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg feierten die beiden einen historischen Bruder-Doppelsieg mit dem großen Peter auf dem obersten Podest. "Ein sehr emotionaler Moment" für die beiden, schließlich ist Peter auch das "große Vorbild" von Teenager Domen.

Bei der Tournee-Premiere in Oberstdorf musste jedoch auch der Youngster jede Menge Lehrgeld zahlen. Domen ging zu viel Risiko und stürzte nach zwei verkorksten Sprüngen auf Platz 27 ab. "Er hatte mit die schlechtesten Windbedingungen und kann besser springen. Er ist außerdem jünger und weniger erfahren. Aber ich bin nicht sein Trainer", grantelte Peter Prevc.

Prevc, der Dritte

Es gibt übrigens auch noch einen dritten Bruder aus der Skisprung-Dynastie Prevc. Der 19 Jahre alte Cene - der mittlere des Trios - landete zuletzt beim Continentalcup nach Weihnachten in Engelberg auf Platz fünf und acht. Auch er könnte bald im Weltcup auftauchen - dann können die drei Prevc-Brüder fast eine eigene Mannschaft bilden.

Vater Prevc war einst Hobby-Springer und half Peter beim Einstieg ins Fliegen. Die kleinen Brüder folgten dann dem großen Peter. "Ich habe bei kleineren Wettbewerben in unserem Ort zugesehen, und das Skispringen hat mir gefallen. Dann habe ich es selbst probiert. Es hat mir Spaß gemacht. Mein Vater hat mich dann immer ins Auto gepackt und zum Skiclub gefahren", erzählt Peter Prevc.

Als Erster über 250 Meter

Inzwischen ist Skispringen sein Leben. "Skispringen ist für mich eines der besten Dinge, die man tun kann. Man kann viel reisen, hat viele Wettkämpfe, trifft dort Freunde und lernt neue kennen. Und es gibt dem Menschen ein Gefühl vom Fliegen", sagt er.

In der vergangenen Saison sprang Peter Prevc in Vikersund als erster Mensch über die magische Marke von 250 Metern. In dieser Saison war er bislang nach Meinung aller Experten der überragende Flieger. Ein Geheimnis dafür hat der ruhige, junge Mann nicht: "Wir sind in der Saisonvorbereitung ein bisschen mehr gesprungen und haben weniger Krafttraining gemacht. Ansonsten konzentriere ich einfach immer auf meinen nächsten Sprung." Peter Prevc ist eben auch nur ein Mensch.

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