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Happyend mit vier Bestleistungen

Skispringen - Vierschanzentournee

Nach dem Gesamtsieg von Kamil Stoch haben die deutschen Skispringer den Gram über Richard Freitags Aus endgültig hinter sich gelassen und freuen sich über ein gutes Ergebnis. Andreas Wellinger wurde Gesamt-Zweiter der Tourneewertung. Und: Er und Richard Freitag wollen schon bei der Skiflug-Heim-WM die große Revanche.

Andreas Wellinger freut sich über seinen dritten Platz beim letzten Springen in Bischofshofen
Andreas Wellinger freut sich über seinen dritten Platz beim letzten Springen in Bischofshofen Quelle: ap

Andreas Wellinger zog seine Mütze vor dem großen Sieger Kamil Stoch, dann genoss er mit dem Überflieger die beiden Siegerehrungen auf dem Podest von Bischofshofen. "Ich bin einfach ein geiler Typ", sagte Wellinger mit einem dicken Grinsen: "Unfassbar. Ich hätte nie gedacht, dass es so ausgeht. Das ist auch für Richie und das ganze Team."

Der Beste hinter Stoch

Mit einem dritten Platz beim Finalspringen der 66. Vierschanzentournee sicherte sich Team-Olympiasieger Wellinger überraschend Platz zwei in der Gesamtwertung hinter dem alles überragenden Stoch. Der Pole gewann als zweiter Flieger der Tournee-Geschichte seit 1953 nach Sven Hannawald alle vier Springen.

"Hut ab vor Stoch. Das ist eine tolle Geschichte fürs Skispringen und eine grandiose Leistung dieses überragenden Fliegers. Aber auch das deutsche Team hat sich nach dem bitteren Aus für Richard Freitag super verkauft. Wellinger ist wieder da, wenn er gebraucht wird - das ist typisch für ihn", bilanzierte ZDF-Experte Toni Innauer.

Finale ohne zwei Top-Springer

Obwohl sich die Hoffnung auf den ersten deutschen Tournee-Gesamtsieg seit Hannawalds Triumph vor 16 Jahren nicht erfüllte, herrschte im deutschen Team allgemeine Zufriedenheit über das Resultat. Schließlich musste der große Hoffnungsträger Richard Freitag nach seinem Sturz von Innsbruck vorzeitig abreisen und der am Knie verletzte Vorflieger Severin Freund war gar nicht erst angetreten.

Ohne zwei Top-Leistungsträger gelang trotzdem eines der besten Tournee-Resultate in diesem Jahrtausend. "Diese schwierige Tournee ist am Ende eine gute Geschichte mit Happyend für uns", bilanzierte Bundestrainer Werner Schuster.

Immer auf dem Podest

Auch ohne Freitag flogen fünf deutsche Springer in die Top 18 der Gesamtwertung. Vier davon - Wellinger (2.), Markus Eisenbichler (7.), Karl Geiger (11.) und Constantin Schmid (18.) - schafften das beste Tournee-Resultat ihrer Karriere. Eine echte Ansage mit Blick auf den Teamwettbewerb bei den Olympischen Spielen im Februar.

Dazu stand bei jedem der vier Springen ein deutscher Flieger auf dem Podest: Richard Freitag belegte Platz zwei in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen, Wellinger wurde in Innsbruck und Bischofshofen Dritter.

Führungsspringer

Schon im vorigen Winter war der Bayer nach der Knieverletzung von Severin Freund ganz selbstverständlich in die Führungsrolle im deutschen Team geschlüpft. Bei der Weltmeisterschaft führte er die Mannschaft zum Mixed-Titel und gewann zwei Mal Einzel-Silber.

Diesmal vertrat Wellinger seinen Teamkollegen Richard Freitag bei den beiden Tourneespringen in Österreich als Führungsfigur. "Ich bin in seine Rolle geschlüpft. Es ist so bitter für Richie, er war in so einer geilen Form und hätte sich bis zum Ende ein Duell mit Kamil geliefert", kommentierte Wellinger und blickte voraus: "Ich hoffe, dass ich bald schon mit Richie zusammen auf dem Podest stehe."

Zwei Skiflug-Wochenenden

Richard Freitag kuriert in seiner Wahlheimat Oberstdorf die schmerzhafte Hüftprellung aus, die er sich bei seinem Sturz in Innsbruck zugezogen hat. Anfang der Woche wird sich nach weiteren MRT-Untersuchungen entscheiden, ob er schon am kommenden Wochenende beim Skifliegen am Kulm sein Comeback feiern wird.

"Ich hoffe, dass Richie bald zurückkommt und wir zusammen die Polen ärgern können", sagte Markus Eisenbichler. Schließlich steht die Skiflug-Heim-Weltmeisterschaft im heimischen Oberstdorf (18. bis 21. Januar) als nächstes Highlight vor der Tür. Dort hält Andreas Wellinger mit 238 Metern den Schanzenrekord.

Nicht nur deswegen schätzt ihn Innauer als "definitiv heißen Anwärter" ein: „Bei all dem Trubel in Polen wird es für Stoch in den nächsten Wochen nicht einfach werden, diese Überform zu konservieren." Und: Stoch gilt nicht gerade als Skiflug-Experte.

Tournee-Statistik

Das Ergebnis im Liveticker

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