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Brasiliens Nationalsport ohne deutsches Team

RIO DE JANEIRO, Brazil - World Volleyball League in Ginasio do Maracanazinho.   PUBLICATIONxNOTxINxBRA CelsoxPupo

Rio de Janeiro Brazil World Volleyball League in Ginasio Do Maracanazinho PUBLICATIONxNOTxINxBRA CelsoxPupo

Sport - Brasiliens Nationalsport ohne deutsches Team

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Erstmals seit 1992 ist kein deutsches Hallenvolleyball-Team bei den Olympischen Spielen mit von der Partie. Die Sportart wird in Rio de Janeiro trotzdem eines der ganz großen Highlights sein – weil die Sportart in Brasilien Nationalsport ist.

Deutschlands Volleyball-Männer werden sich am vergangenen Sonntag noch einmal so richtig geärgert haben. Serbien gewann mit einem 3:0 gegen den Weltranglistenersten Brasilien die jährlich stattfindende Weltliga der Top-Nationalteams und kassierte als momentan beste Auswahl der Welt eine stolze Siegprämie von einer Million Dollar. Genau jene Serben hatten die Deutschen beim Olympia-Qualifikationsturnier im Januar in Berlin noch mit 3:0 geschlagen – und anschließend trotzdem das Ticket für Rio verpasst.

Serbien auch nicht dabei

Das hing mit der Stärke der Gegner zusammen – letztendlich lösten London-Olympiasieger Russland, Europameister Frankreich und Weltmeister Polen (gegen den Deutschland eine Matchball vergab) aus dem Teilnehmerfeld von Berlin die Olympia-Fahrkarte. Aber der Hauptgrund war der veränderte Modus des Volleyball-Weltverbandes FIVB. Statt sieben Männer-Teams aus dem dominanten Volleyball-Kontinent Europa wie in London 2012 sind in Rio nur vier mit von der Partie. Übrigens fehlt neben dem WM-Dritten Deutschland auch Serbien, die momentan beste Mannschaft der Welt.

„Ist das Olympia? Ich denke, bei Olympia müssen die besten Mannschaften dabei sein. Das ist jetzt nicht der Fall. Das ist schade“, sagt Männer-Bundestrainer Vital Heynen. Der Modus sei vor allem unfair gegenüber den Topprofis, die enorm viel für ihren Sport investieren und Olympia nicht erleben können. Auch für das deutsche Nationalteam hatte die verpasste Olympia-Qualifikation dramatische Folgen. Erfolgscoach Heynen verlässt nach dieser Saison das Team und wird künftig sein Heimatland Belgien trainieren. Superstar Georg Grozer hat seinen Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt – genau wie bei den ebenfalls gescheiterten deutschen Frauen einige Topspielerinnen wie Christiane Fürst.

"Plattform Olympia fehlt uns"

Erstmals seit Barcelona 1992 wird kein deutsches Hallenvolleyball-Nationalteam auf der großen Bühne von Olympia mit von der Partie sein. Ein großer Imageschaden und finanzieller Verlust für den chronisch klammen Deutschen Volleyball-Verband (DVV), der nach dieser Saison seinen Hauptsponsor verlieren wird. "Uns fehlt die Plattform Olympia, auf der wir uns präsentieren können. Als Sportart hinter dem Fußball macht uns das das Leben noch schwerer", sagt Verbandschef Thomas Krohne: "Vier Jahre Arbeit - und alle Mühen waren umsonst."

Das deutsche Volleyball leidet – aber die Sportart freut sich in Rio auf ihr vielleicht größtes Festival aller Zeiten. Es wird erstmals in der Geschichte von Sommerspielen sogar ein eigenes „Volleyball-Haus“ an der Copacabana geben. „Ich glaube Volleyball kann der Nummer 1 Sport bei Olympia werden. Wir heben Entertainment für Familien auf ein ganz neues Level“, sagt Ary Graca als Präsident des Weltverbandes FIVB. Und das ist keinesfalls übertrieben: Auf der Ticket-Website äußerten 27 Prozent ihr Interesse an Eintrittskarten für die Volleyball-Events – damit lag der Schmettersport vor olympischen Kernsportarten wie Leichtathletik oder Schwimmen und sogar Fußball, wo Weltstar Neymar auflaufen wird.

Nationalsport in Brasilien

Das hängt damit zusammen, dass Volleyball und die Strandvariante Beachvolleyball Nationalsport Nummer zwei nach Fußball sind – Millionen betreiben den Sport aktiv oder schauen sich die Ligaspiele live an. Brasilianische Nationalmannschafts-Weltstars wie Murilo Endres und seine hübsche Ehefrau Jacqueline sind nicht nur Millionäre, sondern auch gefeierte Society-Größen.

Die Nationalteams des Gastgebers sind dann in der Maracanazinho-Halle – der kleinen Schwester des Maracana-Stadions - auch die Topfavoriten für Gold: Die Frauen wollen als zweites Nationalteam nach Kuba (1992, 1996, 2000) ihre dritte Goldmedaille in Serie bei Olympischen Spielen gewinnen. Brasiliens Männer nach zweimal Silber endlich den Thron zurückerobern. Heißer Mitfavorit ist Frankreich – gegen die hatte Deutschland bei der WM 2014 übrigens das Bronzematch mit 3:0 gewonnen…

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