Sie sind hier:

Freitag vs. Stoch: Teil drei des Duells

Innsbruck ist die dritte Station des Duells zwischen Richard Freitag und Kamil Stoch um die Krone bei der 66. Vierschanzentournee. Für den DSV-Adler Freitag bleibt bei den abschließenden Springen in Innsbruck (Donnerstag, 14 Uhr/ZDF) und Bischofshofen (Samstag, ARD) der Gesamtsieg das große Ziel.

Vierschanzentournee: Kamil Stoch und Richard Freitag (r.)
Vierschanzentournee: Kamil Stoch und Richard Freitag (r.) Quelle: ap

Am Ruhetag machte Richard Freitag das, was er neben Skispringen am liebsten mag: Gas geben. Auf einem zugefrorenem See in der Nähe des Teamquartiers im österreichischen Seefeld entspannte das gesamte deutsche Skisprung-Team bei einem Auto-Fahrtraining vom Stress bei der Vierschanzentournee. Das ist zu einer schönen Tradition geworden und in den letzten Jahren war regelmäßig der passionierte Motorrad-Rennfahrer Richard Freitag die Nummer eins.

Ziel ist der Tourneesieg

Genau auf diese Position will der Mann mit dem Schnauzbart bei den ausstehenden beiden Springen am Donnerstag in Innsbruck und Samstag in Bischofshofen auch beim Skisprung-Grand-Slam vorrücken. Der erste deutsche Tournee-Gesamtsieg seit 16 Jahren bleibt das große Ziel, auch wenn Freitag als Zweiter 11,8 Punkte (umgerechnet 6,55 Meter) Rückstand auf seinen großen Rivalen Kamil Stoch mit in die beiden Springen nach Österreich nimmt. Der Pole hatte beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen und zuvor schon in Oberstdorf jeweils vor Freitag gewonnen.

"Stoch wird immer stabiler und hat sich in eine Art Tournee-Trance gesprungen. Richard ist stark genug, Stoch zu schlagen. Deshalb glaube ich auch nicht, dass der Pole alle vier Springen gewinnt", sagt ZDF-Experte Toni Innauer.


Dieses Kunststück ist Sven Hannawald als bislang einzigem Springer der Tournee-Geschichte seit 1953 gelungen. Aber jetzt kommt ja die "Freitag-Schanze", wie Toni Innauer den Innsbrucker Bergisel nennt. Dort erlebte Freitag vor drei Jahren eine seiner größten Sternstunden, als er den ersten deutschen Tournee-Tagessieg seit zwölf Jahren feierte. "Ich habe natürlich schöne Erinnerungen an Innsbruck", sagt Freitag.

Freitag euphorisiert die Massen

Neu auf der Schanze am Bergisel ist die Eisspur. Zuvor hatte es fast bei jedem Tourneespringen Probleme mit der Anlaufspur gegeben. Genau wie mit dem warmen Föhnwind, der auch dieses Jahr wieder blasen soll. "Der Wind treibt die Spannung noch einmal nach oben, da sind schnell größere Veränderungen möglich", sagt Innauer. Das hofft auch Bundestrainer Werner Schuster: "Es wird wahnsinnig schwer, die knapp zwölf Punkte Rückstand aufzuholen. Aber Richie kann das noch packen."

Egal, wie es ausgeht: Freitag hat es schon jetzt geschafft, eine neue Skisprung-Euphorie in Deutschland zu entfachen. Fast 72.000 Fans schauten bei den ersten beiden Stationen live in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen zu und erlebten die ersten beiden Tournee-Podestplätze des DSV-Vorfliegers. Der Ansturm war nach den Worten der Organisatoren noch "größer als in der Glanzzeit von Martin Schmitt und Sven Hannawald".

"Vielleicht schafft es Richard Freitag ja sogar noch, dass der Schnauzbart in Deutschland wieder modern wird", scherzte Alpin-Star Felix Neureuther am Rande des Neujahrsspringens.

Stoch zuhause ein Volksheld

Die neue Popularität von Richard Freitag, der seine Ausbildung zum Physiotherapeuten gerade unterbrochen hat, wird von Kamil Stoch allerdings noch in den Schatten gestellt. Der Tournee-Spitzenreiter ist in seiner Heimat ein Volksheld wie Fußballstar Robert Lewandowski, hat Millionen Fans auf seinen Social-Media-Kanälen und verdient mit einer eigenen Bekleidungslinie richtig Geld. Trotz allem ist der Flieger bescheiden geblieben: "Skispringen ist der schönste Sport der Welt. Aber mein größter Erfolg ist mein privates Glück. Meine Frau hilft mir, mich selbst zu verwirklichen."

Ewa Bilan ist auch seine Managerin und für sie putzt oder kocht er auch mal daheim. "Ich bin daheim ansonsten ein Chaot und totaler Tollpatsch. Ständig fällt mir etwas herunter", erzählt Stoch. Vielleicht ist das ja die Chance für Richard Freitag: Dass sein größter Konkurrent mal zu zeitig vom Himmel fällt.

Die Springen im Liveticker

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.