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"Müssen vor keinem Gegner Angst haben"

Titelverteidiger Deutschland strotzt vor Selbstbewusstsein

Titelverteidiger Deutschland startet am Abend in Udine gegen Dänemark in die U21-EM. Im Spielerkreis herrscht viel Zuversicht. Der größte Hoffnungsträger aber ist womöglich Trainer Stefan Kuntz.

Stefan Kuntz und Nadiem Amiri (r)
Stefan Kuntz und Nadiem Amiri (r)
Quelle: imago/DeFodi

Nadiem Amiri geht in Gedanken kurz die Vorrundengegner durch, dann sagt der offensive Mittelfeldspieler selbstbewusst: „Ich glaube, die Serben sind sehr stark. Aber wir sind Deutschland, wir müssen vor keinem Gegner Angst haben.“

Seit Freitag logiert der deutsche U 21-Tross in Fagagna in der Region Friaul; Deutschland trifft in der Vorrunde an diesem Montag auf Dänemark, dann auf Serbien (20.6.) und Österreich (23.6.), gespielt wird in drei Vierer-Gruppen, nur die jeweiligen Gruppensieger und der beste Zweite kommen ins Halbfinale. Das Erreichen der Semifinals ist das Minimalziel des DFB, denn die besten vier Nationen qualifizieren sich für die Olympischen Spiele 2020 in Japan.

Halbfinalisten lösen Olympia-Tickets

Vor zwei Jahren gewannen die deutschen Talente in Polen mit Trainer Stefan Kuntz die Kontinentalmeisterschaft, neben Amiri sind in Italien noch Mahmoud Dahoud (Dortmund), Levin Öztunali (Mainz) und Waldemar Anton (Hannover) von der damaligen Sieger-Auswahl dabei. „Die Mannschaft vor zwei Jahren war Weltklasse, aber die aktuelle ist auch stark“, sagt Amiri. Seit den Testspielen im März gegen die mitfavorisierten Engländer (2:1) und Franzosen (2:2) sei die Mannschaft total überzeugt von sich, erzählt Amiri: „An diese Leistungen gilt es anzuknüpfen, dann wird es schwer, uns zu schlagen.“

Amiri, vor 22 Jahren in Ludwigshafen geboren, hat bereits 105 Bundesligaspiele absolviert und ist nach gerade auskuriertem Bänderriss im Knöchel einer der Hoffnungsträger. Aber der vielleicht größte Hoffnungsträger ist der Coach, Stefan Kuntz. Dessen Trainerkarriere schien nach Stationen in Mannheim, Karlsruhe und Ahlen längst Geschichte, aber nach dem jähen Ende seiner Funktionärslaufbahn als Vorstandsboss des 1. FC Kaiserslautern entpuppte sich sein Engagement als Juniorentrainer beim DFB als Glücksfall für Kuntz und den Verband.

Kuntz‘ offene Art begeistert

Auf Initiative des damaligen DFB-Sportdirektors Hansi Flick trat Kuntz vor knapp drei Jahren seine zweite Trainerlaufbahn an. Nach zermürbenden Grabenkämpfen in Kaiserslautern ist Kuntz die Freude an dem Job auf dem Rasen anzumerken. Mit der Vita des erfolgreichen Nationalspielers und seiner direkten, offenen Art erreicht der 56 Jahre alte Saarländer die jungen Spieler. Amiri sagt: „Ich hoffe, dass wir ihm wieder etwas zurückgeben können.“ Kuntz warnt davor, die Vorrundengegner zu unterschätzen. In Dänemarks Auswahl beispielsweise steht in Jacob Bruun Larsen von Borussia Dortmund ein potenzieller Überflieger des Turniers im Team. „Du kannst nicht sagen, wir kommen erst mal rein ins Turnier – das geht nicht“, betont Kuntz.

Waldschmidt ist Hoffnungsträger im Sturm

Speziell in der Offensive sei der Kader vor zwei Jahren individuell „einen Tick besser“ besetzt gewesen, so Kuntz. Der Trainer meint da vor allem Serge Gnabry, der sich wie die eigentlich noch bei der U21 spielberechtigten Timo Werner, Leroy Sane und Tim Havertz längst in der A-Mannschaft festgespielt hat. Im Angriff ruhen die Hoffnungen vor allem auf dem wendigen Luca Waldschmidt (Freiburg), ein kopfballstarker Typ wie vor zwei Jahren Davie Selke, fehlt diesmal.

Wuchtige Mittelstürmer wie es einst Kuntz oder dessen Amtsvorgänger Horst Hrubesch waren, gibt es im deutschen Nachwuchs generell nicht mehr oft. Seine Elf werde auch deshalb versuchen, „mehr über das Spielerische“ den Titel zu verteidigen, sagt Kuntz. In Kapitän Jonathan Tah (Leverkusen) und Rechtsverteidiger Lukas Klostermann (Leipzig) stießen zuletzt zwei Leistungsträger zum Team, die letzte Woche noch in der A-Auswahl spielten. Im Tor setzt Kuntz auf den Schalker Alexander Nübel.

Zukunftsgespräche nach dem Turnier

Der Vertrag des Trainers mit dem DFB läuft übrigens noch ein Jahr. Als Spieler wurde Stefan Kuntz 1996 Europameister, nun strebt er als Coach seinen zweiten EM-Titel in Serie an. Gelänge dies, würde das seine Reputation als Trainer auch auf dem Vereinstrainermarkt stärken – und seine Position in den mit dem Verband vereinbarten Zukunftsgesprächen nach dem Turnier sicher nicht schwächen.

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