Sie sind hier:

Auf der Erfolgswelle

Wahl zum BehindertensportlerIn des Jahres

Auch im Jahr nach den Paralympischen Spielen von Rio haben die deutschen Behindertensportler mächtig abgeräumt. Nun werden die Athleten des Jahres 2017 gesucht, am 7. November beginnt die öffentliche Wahlrunde.

Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes Friedhelm Julius
Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes Friedhelm Julius Beucher Quelle: imago

Friedhelm Julius Beucher weiß gar nicht, wo er anfangen soll mit dem Schwärmen. Bei den Leichtathleten oder den Radsportlern? Bei den Skirennfahrern oder den Tischtennisspielern? Den Goalball-Spielern? Den Basketballern? „Es war ein tolles Jahr, unsere Erfolge sind nicht abgefallen, sondern konstant auf hohem Niveau geblieben“, sagt der Präsident des Deutschen Behindertensportverbands (DBS).

Am 25. November ist die Preisverleihung

Wie nach jeder Saison mussten allerdings einige Athleten mit besonders herausragenden Erfolgen ausgewählt werden. Sie stehen vom 7. bis 19. November in der öffentlichen Wahlrunde, an deren Ende die Behindertensportler des Jahres gekürt werden. Geehrt werden die Preisträger in den Kategorien beste Behindertensportlerin, bester Behindertensportler und bestes Team am 25. November im Sport- und Olympiamuseum in Köln.

Ihre Siege aus dem vergangenen Jahr wiederholen konnten der kleinwüchsige Kugelstoßer Niko Kappel und die 4x100-Meter-Staffel der Männer. Sie bestätigten ihre Paralympics-Siege von Rio bei den Weltmeisterschaften in diesem Jahr in London mit erneuten Titelgewinnen. Apropos Leichtathletik-WM: Die Augen des DBS-Präsidenten leuchten, als er sich erinnert. „Die WM in London, vor insgesamt über 450.000 Zuschauern, war ein unvorstellbares Stimmungsbarometer im Olympiastadion mit Top-Ergebnissen von deutschen Sportlern“, sagt Beucher. Kein Wunder also, dass vier der neun Kandidaten für die Behindertensportler des Jahres aus der Leichtathletik kommen. Mit zwei Kandidaten sind die Tischtennisspieler und mit jeweils einem die Sportarten Radsport, Ski Alpin und Goalball vertreten.

DBS hat keine Nachwuchssorgen

Die paralympische Leichtathletik entwickele sich in Deutschland rasant, erklärt Beucher. „Was da an Nachwuchs kommt, das ist toll. Wir haben wunderbare neue Sterne am paralympischen Himmel.“ Niko Kappel etwa, der mit 22 Jahren schon viel erreicht, aber auch noch viel vor hat. Oder der beidseitig unterschenkelamputierte Johannes Floors, ebenfalls 22 Jahre jung, der mit dreimal Gold und einmal Silber der erfolgreichste Deutsche bei der Leichtathletik-WM in London war. Dauer-Weitsprung-Sieger Markus Rehm (29) wird von ihnen gar ein wenig in den Schatten gedrängt. Immerhin war der „Oldie“ im Team und Behindertensportler des Jahres 2014 Teil der Weltmeister-Sprintstaffel, die trotz der Ausfälle der Paralympicssieger Felix Streng und David Behre den Coup von Rio wiederholen konnte.

Im nächsten Jahr werden sich die deutschen Para-Leichtathleten dem heimischen Publikum präsentieren – die EM wird vom 20. bis 26. August in Berlin ausgetragen. Nahezu zeitgleich (16. bis 26. August) findet die WM der Rollstuhlbasketballer in Hamburg statt. „Das ging leider nicht anders“, sagt Beucher. „Ich empfehle daher jedem, sich für diese Zeit eine Dauerkarte für den Zug zwischen Hamburg und Berlin zu kaufen.“ Aber natürlich wird das Behindertensport-Jahr 2018 nicht nur wegen dieser Heimspiele interessant, im März (9. bis 18.) stehen ja auch noch die Paralympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang auf dem Programm.

Kritik an der Paralympics-Ausrichterstadt 2018

Friedhelm Julius Beucher freut sich drauf, auch wenn er seine Skepsis betreffend der Ausrichterstadt immer wieder deutlich äußert. Der DBS-Präsident ist ein überaus engagierter Sportfunktionär, der gern klare Worte findet. Für sein soziales Engagement rund um den Behindertensport, in dem von ihm gegründeten Verein für soziale Dienste in Bergneustadt sowie als ehemaliger Bundestagsabgeordneter und Schulleiter wurde er in diesem Jahr von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Dazu sagt der 71-Jährige: „Jeder ist nur so gut wie die Leute, die hinter ihm stehen. Ich betrachte dieses Kreuz als Mannschaftspokal.“ Und: „Das hat mich schon viel Bier gekostet und wird mich noch einiges kosten.“

Die Nominierten:

  • Sportlerinnen: Irmgard Bensusan, Christiane Reppe, Anna Schaffelhuber
  • Sportler: Johannes Floors, Niko Kappel, Thomas Schmidberger
  • Teams: Goalball Herren, Staffel (Floors, Malutedi, Rehm, Schäfer) und das TT-Team Brüchle/Schmidberger

Hier geht's zur Wahl: www.dbs-sportlerwahl.de

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.