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DBS: Sorgen und Zuversicht

Wahl Behindertensportler des Jahres bis Sonntag

Noch bis zum 19. November sucht der Deutsche Behindertensportverband (DBS) in einer Online-Wahl seine Athleten des Jahres 2017. Unterdessen geht es für die Wintersportler in die heiße Phase der Vorbereitung auf die Paralympics 2018.

Die deutsche Parabiathletin Clara Klug
Die deutsche Parabiathletin Clara Klug Quelle: imago

Clara Klug hat schon gewählt. Facebook, das dank einer Vorlese-Software von Apple für sie als Seebehinderte gut nutzbar ist, hat sie daran erinnert. Die 23 Jahre alte Para-Biathletin aus München hat in der vergangenen Saison sportlich für Furore gesorgt, drei Medaillen hat sie bei der nordischen Ski-WM in Finsterau gewonnen. Zweimal Silber, einmal Bronze.

Ziel Pyeongchang

Unter die Top Drei für die Wahl zu den Behindertensportlern des Jahres hat sie es damit nicht geschafft. Aber sie ist ihrem großen Ziel, der Teilnahme an den Paralympics 2018 in Pyeongchang, ein gutes Stück näher gekommen.

Es ist wichtig und gut, dass neben den deutschen Sportlern des Jahres auch die Behindertensportler des Jahres ausgezeichnet werden", sagt sie. "Egal, wer gewinnt, jeder hat es verdient, denn jeder investiert so viel in seinen Sport." In diesem Jahr wird die finale Wahlrunde von Leichtathleten dominiert, kein Wunder nach einer herausragenden Weltmeisterschaft in London.

Im nächsten Jahr könnte das anders aussehen. Denn das steht natürlich ganz im Zeichen der Paralympischen Winterspiele. Für Clara Klug wäre es die erste Teilnahme. Um eine Fahrkarte zu erhalten, müsste sie bei einem der ab Dezember anstehenden Weltcups einen bestimmten prozentualen Zeitabstand zur Drittplatzierten haben. "Eine komplizierte Rechnung", sagt sie.

Klare Strategie

Klug will es sich einfacher machen. Ihr Plan: "Einfach im Weltcup eine Medaille holen." Im Sommer 2012 überzeugte sie ihr heutiger Trainer und Guide Martin Härtl davon, ihr Hobby, den Biathlon-Sport, etwas ernsthafter zu betreiben. Nach einem Auslandsaufenthalt hatte sich Klug eigentlich schon etwas Neues suchen wollen, aber dann habe sie sich "sehr blauäugig" auf die Sache eingelassen.

Heute ist sie mit Härtel, der ihr in der Loipe mit akustischen Signalen den Weg weist, ein eingeschworenes Team. Ihr Trainingspensum ist von zwei- bis dreimal in der Woche auf 20 bis 30 Stunden pro Woche angestiegen. Und seit ihrer WM-Teilnahme 2015 ist Härtels Idee von der Paralympics-Teilnahme 2018 auch Klugs Traum.

Keine Sorgen wegen Krise

Das verbale Säbelrasseln im nur 80 Kilometer von Pyeongchang entfernt liegenden Nordkorea und in den USA versucht sie so gut es geht zu überhören. "Ich kann es sowieso nicht ändern und will gar nicht so genau wissen, was da passiert", sagt Klug. Es seien genug Leute mit der Sicherheitslage befasst.

Und wenn die zu dem Schluss kämen, es sei sicher, dann gehe sie davon aus, dass es sicher ist. "Eine Absage wäre sehr schlimm für mich", sagt Klug. "Ich sehe nicht ein, dass ein Herr Trump und ein Herr Kim Jong-un mich von meinem Traum abhalten, nur weil sie meinen, Kindergarten spielen zu müssen."

Gedämpfte Vorfreude

Friedhelm Julius Beucher, dem Präsidenten des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), verdirbt die Wahl des Austragungsortes ein wenig die Vorfreude. "Man kann sich ja nichts Schlimmeres vorstellen, als Olympische und Paralympische Spiele in der Nähe eines Konfliktherdes abzuhalten", sagt er. "Ich kann nicht nur sagen Hip, Hip, Hurra, Augen zu und durch."

Seine große Hoffnung ist, dass durch die Vergabe von Wildcards das nordkoreanische Team vergrößert werden kann. Sportlich qualifiziert hat sich bislang nur ein Eiskunstlaufpaar. "Das wäre so etwas wie ein Friedensangebot", sagt Beucher. "Ich denke, man sollte bei einer so ernsten Lage nichts auslassen, das zur Entspannung beitragen könnte."

Optimistischer Verbandschef

Was das Sportliche und das deutsche Team angeht, da ist Beucher zuversichtlich. "Man muss ja vorsichtig sein mit Vorschusslorbeeren, aber die Zurückhaltung fällt mir schwer", sagt der Verbandschef. Die Para-Sportler waren einfach zu gut im vergangenen Winter, sowohl bei den Alpinen als auch bei den Nordischen. Arrivierte Athleten wie Anna Schaffelhuber oder Andrea Eskau haben weiterhin ein Topniveau, und vielversprechender Nachwuchs wie Clara Klug drängt nach.

Die Nominierten:

  • Sportlerinnen: Irmgard Bensusan, Christiane Reppe, Anna Schaffelhuber
  • Sportler: Johannes Floors, Niko Kappel, Thomas Schmidberger
  • Teams: Goalball Herren, Staffel (Floors, Malutedi, Rehm, Schäfer) und das TT-Team Brüchle/Schmidberger

Hier abstimmen: www.dbs-sportlerwahl.de

Niko Kappel

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