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Schattenspenderin im Angriffsmodus

Laura Dahlmeier nimmt Favoritenrolle an

Bei der WM vor elf Monaten in Oslo gewann Laura Dahlmeier (23) bei jedem ihrer fünf Starts eine Medaille. Nun ist die Garmischerin als Weltcupführende zu den Titelkämpfen nach Hochfilzen gereist – und macht aus ihren großen Ambitionen kein Geheimnis.

Laura Dahlmeier
Laura Dahlmeier Quelle: dpa

Mit dem Wetter hat es zum Einstieg in Hochfilzen schon mal geklappt. Während der früh angereiste Biathlon-Evergreen Ole Einar Björndalen (43) bereits am Montag – bei miserablem Wetter – seine Runden auf der WM-Strecke drehte, genoss Laura Dahlmeier tags darauf das meteorologische Kontrastprogramm: Die Sonne schien, und die 23-Jährige strahlte nach dem ersten Geländetest: „Es passt.“ Die erste Medaille soll bereits am Donnerstag (live im ZDF ab 14:05 Uhr) her. Da startet Dahlmeier gemeinsam mit Vanessa Hinz, Arnd Peiffer und Simon Schempp in der Mixed-Staffel.

Bislang perfekt

Vor einem Jahr am Holmenkollen kehrte die junge, aber schon tief in sich ruhende Garmischerin mit fünf WM-Medaillen aus Oslo heim. Ab Anfang Mai folgte eine gelungene, verletzungsfreie Vorbereitung – und an deren Ende beim Einzel in Östersund sofort der erste Sieg. „Sie hatte im Sommer- und Herbsttraining fast keine Ausfälle. Das ist ein entscheidender Grund, warum sie jetzt so stark ist“, analysiert Bernhard Kröll im Gespräch mit zdfsport.de.

Auch Dahlmeiers Heimtrainer kennt schließlich den ausgeprägten Hang der abenteuerlustigen Skijägerin zu hochalpinen Klettertouren. Die trugen ihr schon mal langwierige Verletzungen ein – doch nun kommentiert Krölls beste Schülerin stolz ihre vier Saisonsiege: „Ich denke, ich habe mir die Saison gut eingeteilt. Bis jetzt läuft es perfekt.“

Vom Start weg nervenstark

Das WM-Motto der Weltcupführenden klingt dementsprechend. „Ich möchte voll angreifen – und versuche, auf Sieg zu laufen“, macht sich Dahlmeier keine allzu großen Gedanken über mögliche Negativerlebnisse. „Diese Einstellung hilft im ganzen Leben“, betont sie. Und Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig ergänzt: „Sicher setzt sich Laura in der Mannschaft etwas ab, spendet den anderen auch mal Schatten, wenn es nicht so läuft.“

Die WM in Hochfilzen ist Dahlmeiers vierte. Bei der Premiere 2013 in Nove Mesto rutschte die amtierende Verfolgungsweltmeisterin als Ersatzläuferin kurzfristig im den DSV-Kader. In der Staffel überzeugte sie dann sofort mit einer nervenstarken Leistung – obwohl sie zuvor kein einziges Weltcuprennen absolviert hatte.

Gewachsene Ansprüche

„Da konnte man schon sehen: Okay, aus dem Mädel kann wirklich etwas werden“, erinnert sich ihr Heimtrainer Bernhard Kröll, der schon Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner in die Weltspitze brachte. Dahlmeier, die eigentlich Skirennfahrerin werden wollte, kennt er, seit sie mit 15 zum SC Partenkirchen kam. „Laura ist sicherlich die Extremere, die Waghalsigere“, vergleicht Kröll die beiden Ausnahmebiathletinnen. Dann fügt er schmunzelnd hinzu: „Sie empfindet das, was sie im Urlaub macht, natürlich auch als Entspannung – für unsereins aber wär’s Hochleistungssport.“

Biathlon-WM im ZDF
Biathlon-WM im ZDF Quelle: ZDF

Dahlmeiers Ansprüche, erzählt er, hätten sich in der Vorbereitung auf diese Saison verstärkt. Sie will individuell arbeiten, deshalb stehen ihr neben Schießcoach Kröll inzwischen zwei weitere Trainer für separate Lauf-Einheiten zur Seite.

Leben am Limit

Die perfektionistisch veranlagte Sonnen- und Gipfelanbeterin, die sich stark in der örtlichen Bergwacht engagiert und schon mal verunglückte Skitouristen ins Tal befördern muss, liebt das Leben am Limit. Beruflich wie privat. Ein frühes Karriereende wie bei Magdalena Neuner, die mit 25 aufhörte, hält sie für durchaus möglich. Ebenso wie Bernhard Kröll, der sagt: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist sie mehr denn je Spitzensportlerin. Aber wenn es in dieser und in der kommenden Olympia-Saison sportlich gut klappen sollte, kann bei ihr auch relativ schnell Schluss sein.“

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