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Verkehrte Welt der Biathleten

Weltcup in Nove Mesto

Beim Weltcup in Nove Mesto, der am Donnerstag mit dem Frauensprint startet (17.35 Uhr/ZDF ab 17.10), biegt die Biathlon-Elite auf die Zielgerade der Saison ein. Beim DSV schmieden sie wegen der überraschenden WM-Ergebnisse aber auch schon Pläne für den nächsten Winter.

15.02.2020, Biathlon-Weltmeisterschaft in Antholz: Bundestrainer Mark Kirchner beim Anschießen.
Bundestrainer Mark Kirchner
Quelle: Hendrik Schmidt/dpa

Die Biathletin Vanessa Hinz führt ein Doppelleben - aber eines, über das sie ganz offen spricht. "Ich bin manchmal vielleicht ein bisschen anders, weil ich nebenbei einen Familienmensch und ein Lebemensch bin", lautet die Selbsteinschätzung der gebürtigen Münchnerin.

Ihrer Familie zum Beispiel sei es "total egal", wie sie in der Skijägerei abschneidet. Diese Nonchalance gefällt ihr - und die nimmt sie nun mit zum - dieses Mal - seltsamen Weltcup in Nove Mesto.

"Wie früher beim Schülercup"

Wegen der Furcht vor einer weiteren Ausbreitung des Corona-Virus' finden die traditionell stimmungsvollen Wettkämpfe in Mährens Wäldern ohne Zuschauer statt.

"Back to the roots", kommentiert die 27-jährige Hinz diesen wenig erbaulichen Ausblick: "Dann ist es eben wieder wie damals im Schülercup oder bei anderen regionalen Rennen, bei denen nur die Eltern dastanden und angefeuert haben."

Ihre grundsätzlich entspannte Haltung fällt der Schlierseerin momentan besonders leicht: Bei der WM im Februar in Antholz gelang ihr im Klassiker über 15 Kilometer völlig überraschend der Sprung aufs Silberpodest, neben dem zweiten Platz von Denise Herrmann in der Verfolgung war es die einzige Medaille für den DSV in einem Einzelrennen.

Überwältigter Frauen-Coach

Dabei war Vanessa Hinz nur die positive Spitze in einer verkehrten Welt, die Deutschlands Skijäger in Südtirol darboten: Die Frauen, denen jenseits von Laufwunder Herrmann vorher kaum einer etwas zugetraut hatte, standen am Ende als verschworener Haufen mit zwei Einzelmedaillen sowie Staffel-Silber da. Plus einer Silberplakette für Franziska Preuß, die sich die Schnellschützin aus Oberbayern im gemischten Einzel holte - zusammen mit Erik Lesser. Dem Kerl, der nur durchs Hintertürchen zu den Titelkämpfen in Antholz gerutscht war.

Der kritisch beäugte Frauen-Coach Kristian Mehringer war überwältigt von der WM-Ausbeute seines Teams.

Wohingegen den Herrschaften unter der Leitung des erfahrenen Bundestrainers Mark Kirchners anders als bei den Top-Events der letzten Jahre auf 1600 Meter Höhe plötzlich das richtige Timing abging: Null Einzelmedaillen, Staffel-Bronze blieb das einzige Mitbringsel der erfolgsgewohnten DSV-Männer.

Schempps Comeback

Vor allem am Antholzer Schießstand hatten Kirchners Eleven oftmals ihre liebe Not. Ein Bild, das sie schon über die gesamte Saison begleitet - und dessen Verschönerung nach den drei Weltcups im März bei der Vorbereitung auf den nächsten Winter im Fokus der DSV-Verantwortlichen stehen wird.

"Wir werden uns umschauen, wer uns punktuell in verschiedenen Dingen helfen kann", kündigte der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler schon an; während Simon Schempp, der wegen anhaltender Formschwäche gar nicht erst im WM-Kader war, schon in Nove Mesto um Besserung bemüht ist: "Ich fühle mich generell gut, kann aber nicht abschätzen, wie schnell das auch im Wettkampf Wirkung zeigt."

Lessers Bye-bye

Sein Teamkollege Lesser ist da sozusagen schon einen Schritt weiter - der Thüringer hat seine von gesundheitlichen Problemen geprägte Saison direkt nach der WM vorzeitig beendet, aus privaten Gründen. Jener Mann, der am ersten WM-Wochenende noch im zweitklassigen IBU-Cup unterwegs war und schließlich als erfolgreichster deutscher Skijäger mit zwei Stück Edelmetall nach Hause fuhr. Aus einer verkehrten Welt.

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