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Atemübungen im Familienkreis

Biathlon-WM in Antholz

Die Biathlon-WM in Antholz, die am Donnerstag mit der Mixed-Staffel beginnt, stellt die Athleten vor besondere Herausforderungen, zum Beispiel beim Luftholen. Auch ansonsten haben die Wettkämpfe auf 1.600 Meter Höhe ihre ganz speziellen Reize.

Biathlon in Antholz
Biathlon in Antholz

Bei der Anreise hinauf nach Antholz hat Arnd Peiffer seine Karriere noch mal kurz überflogen und festgestellt: „Das müsste meine zehnte Weltmeisterschaft sein.“ Die Miniatur-WM von 2010, bei der einen Monat nach den Olympischen Spielen in Vancouver allein die Titelträger in der Mixed-Staffel gekürt wurden, rechnet Deutschlands erfolgreichster Skijäger der letzten Jahre flugs mit ein – und macht sich so an seine persönliche Jubiläums-WM.

Postkarte muss warten

Das Saison-Highlight auf dem 1600 Meter hoch gelegenen Kurs von Antholz ist dabei sogar für den erfahrenen Peiffer (32) eine Premiere. Bei der letzten WM-Ausgabe in Südtirol im Februar 2007 war selbst seine internationale Feuertaufe beim Europacup der Junioren noch Zukunftsmusik – während die nur einen Monat ältere Magdalena Neuner mit ihren drei Goldmedaillen von Antholz zum neuen Star der Biathlon-Branche emporschoss.

Neuners Karriereende liegt inzwischen acht Jahre zurück, Peiffer dagegen will nun an seine großen Triumphe von 2018 (Olympiasieger im Sprint) und 2019 (Weltmeister im Einzel) anzuknüpfen. „Mindestens eine Medaille sollte es sein“, sagt der Oldie des elfköpfigen deutschen Biathlon-Teams – wobei ihm das bekannte Altholzer Postkartenpanorama, mit praller Sonne und verschneiten Berggipfeln rundherum erst mal einerlei ist.

Familiäres Stadion

„Genial“ findet Antholz zum Beispiel die 30-jährige Karolin Horchler, die vor allem die Atmosphäre im „kleinen, familiären Stadion“ rühmt. „Es kann total schön sein dort, aber letztlich hängt es immer von der eigenen Leistung ab“, relativiert Peiffer die Angelegenheit im Gespräch mit zdfsport.de – schließlich weiß er: „Man kann an einem Ort sein, der einem eigentlich nicht gefällt – mit miesem Wetter, aber einer guten Leistung. Oder man ist an einem Ort mit Traumwetter, wo überhaupt nichts funktioniert. Der bleibt dann in schlechter Erinnerung.“ Um Antholz in möglichst guter Erinnerung zu behalten, schob Denise Herrmann der WM-Vorbereitung mit der Mannschaft im 90 Kilometer entfernten Ridnaun noch ein paar Ausdauereinheiten auf der Seiser Alm in den Dolomiten voran. „Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, schon früh und regelmäßig in die Höhe zu fahren. Für mich ist es wichtig, gut daran angepasst zu sein, weil ich es sonst muskulär schnell merke“, erklärt die frühere Langläuferin.

Schießstand mit Tücken

Mit einer Ausbeute von fünf bis sechs Stück Edelmetall wäre Bundestrainer Mark Kirchner in Antholz „mehr als zufrieden“. Bei den Frauen ist die 31-jährige Herrmann dabei die einzige Starterin mit echten Medaillenchancen in den Einzelrennen. Die Männerabteilung hat mit Erik Lesser (nur Ersatzmann) und Simon Schempp (gar nicht im WM-Kader) zwar zwei seiner vier potenziellen Medaillenaspiranten aktuell verloren. Neben Peiffer und dem ebenfalls etablierten Benedikt Doll in Johannes Kühn aber auch einen dazugewonnen.

Mit der Strecke in Antholz kommt der gebürtige Passauer grundsätzlich gut recht, Probleme bereiten Kühn dagegen die Tücken des Schießstands. Der wirkt auf den ersten Blick einfach, ist er aber nicht – auch wegen des kleinen Anstiegs, den die Athleten kurz vor dem Scheibenschießen noch überwinden müssen.

Keine Klettertouren, keine Erholung

Da sind Konzentration und eine geschickte Krafteinteilung gefragt. Das findet auch der Schwarzwälder Doll, der nach dem jüngsten Lehrgang zudem wieder feststellen musste: „Die Höhe in Antholz ist noch mal etwas anderes als die in Ridnaun, das merke ich vor allem am Schießstand.“ Denn, so der Sprint-Weltmeister von 2017: „Man muss einfach einmal mehr atmen, in einem anderen Rhythmus.“ Als weniger herausfordernd empfinden insbesondere die Gleit-Spezialisten unter den Biathleten die Strecke in Antholz. Der Anstieg zur Huberalm, südlich des Stadions, gilt als technisch anspruchsvollster Teil des Kurses. Die ganz extremen Klettertouren bleiben den Biathleten auf der Antholzer Schleife erspart, andererseits gibt es kaum die Möglichkeit zu einer kurzen Erholungsphase.

Akzeptabel harmonisch

Zwischen den Schießeinlagen ist daher kontinuierliche Arbeit gefordert – was Franziska Preuß aber akzeptabel findet. „Die harmonische Strecke mag ich ganz gern, die Stimmung ist gut“, sagt die 25-jährige Oberbayerin, die sich nicht zuletzt auf das angenehme Umfeld in den nächsten knapp zwei Wochen freut. Um genau zu sein: „Auf das schöne Hotel und das gute Essen.“ Und den Besuch ihrer Eltern in der zweiten WM-Woche.

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