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Zielvorgabe: Bei Mixed-Staffel gleich aufs Podest

Biathlon-WM in Antholz

Mit Silber im gemischten Vierer gelang den deutschen Biathleten im Vorjahr ein fast perfekter WM-Einstieg. Das soll am Donnerstag zum Auftakt der Antholzer Titelkämpfe wieder so sein.

Biathlet Benedikt Doll
Benedikt Doll
Quelle: imago

Als begeisterter Hobbykoch weiß Benedikt Doll, wie man die unterschiedlichsten Zutaten und Gewürze zu einem schmackhaften Gericht vereint. In seinem Hauptberuf als Biathlet ist der Gourmet aus dem Schwarzwald ebenfalls stets auf der Suche nach dem besten Rezept – und für den Saisonhöhepunkt in Antholz hat er sich seit dem letzten Weltcup vor zweieinhalb Wochen sein ganz persönliches Menü zusammengebrutzelt.

Dolls spezielle Zeitrechnung

Ausgangspunkt dafür waren die Resultate im bisherigen Winter, bei denen Doll einen klaren Trend erkannte: Beim letzten der jeweils drei Weltcups im Dezember und Januar war er immer am stärksten. Diese Erkenntnis galt es nun möglichst geschickt auf die WM in Südtirol zu übertragen. Was bei dem 29-Jährigen dann so klingt: „Ich muss ziemlich viel Belastung vorweg nehmen, so dass für mich – im übertragenen Sinn – zu Beginn der WM schon das zweite Wochenende läuft und das dritte kommt.“

Wenn Doll die deutsche Mixed-Staffel beim Einstieg in die Titelkämpfe am Donnerstag als Schlussläufer ins Ziel bringt, schnurrt sein Motor trainingstechnisch also schon fast auf Hochtouren. So zumindest sieht es der Masterplan vor – der vor allem auch Franziska Preuß und Denise Herrmann, den beiden Frauen im Starter-Quartett des DSV, zugutekommen soll.

Vorbild Östersund

Im Vorjahr in Östersund klappte das Vorhaben, den gemischten Vierer als Sprungbrett in eine erfolgreiche WM zu nutzen, sehr passabel: Hinter den Siegern aus Norwegen gab es zum Auftakt gleich mal Silber. Von der damaligen Besetzung sind Doll, Herrmann und Arnd Peiffer jetzt wieder mit dabei. Allein die Positionen der Startläuferin wurde anders besetzt – mit Preuß anstelle von Vanessa Hinz, die den Job vor elf Monaten noch erledigte.

Mit der Nominierung für die Mixed-Staffel hat Frauen-Coach Kristian Mehringer bereits eine der zentralen Entscheidungen bei den Titelkämpfen in Italien getroffen: Wegen der sehr rar gesäten Top-Leistungen seiner Elevinnen in dieser Saison sind in Antholz nur fünf deutsche Skijägerinnen dabei. Und weil das Team dank Herrmanns WM-Titel von Östersund beim Sprint am Freitag zudem fünf Startplätze hat, ergibt sich die Besetzung dort von allein.

Sehnsucht nach Ruhe

Ähnlich wie der neue Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler („Oft lebt man von dem Flow-Erlebnis“) misst Mehringer dem Ausgang der Mixed-Staffel deshalb besonders große Bedeutung bei. „Wir haben das ja mit dem zweiten Platz im vergangenen Jahr gesehen. So etwas gibt dem gesamten Team eine gewisse Ruhe und Sicherheit“, argumentiert der 38-Jährige.

Eine ordentliche Prise Entspannung kann Denise Herrmann (31) für die nächsten Tage dabei besonders gut brauchen. Aus dem weiblichen DSV-Quintett könnte außer ihr – im Optimalfall – allein die sechs Jahre jüngere Preuß in den Einzelrennen an den Medaillenrängen kratzen.

Herrmanns ärgster Gegner

Entsprechend hoch sind die Erwartungen an Herrmann, die gegenüber zdfsport.de einen Einblick in ihr Innenleben gewährt. „Bei mir ist es nicht so, dass ich mich von außen unter Druck setzen lasse“, sagt die frühere Langläuferin. „Das meiste verlange schon ich selbst mir ab, bin da manchmal mein ärgster Gegner.“

Eine ehrgeizige Biathletin, die mit ihrem kochfreudigen Staffelkollegen Benedikt Doll vor dem ersten Startschuss in Antholz schon mal eines gemeinsam hat: Ihre besten Ergebnisse bei den Weltcups im Dezember und Januar erzielte die gebürtige Sächsin ebenfalls jeweils auf der letzten Station.

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