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Geiger vor Neujahrsspringen: "Jetzt ist viel drin"

Vierschanzentournee ab Dienstag im ZDF

Karl Geiger und Ryoyu Kobayashi bei der Vierschanzentournee in Oberstdorf
Karl Geiger und Ryoyu Kobayashi
Quelle: dpa

Runterkommen, relaxen und dann wieder angreifen. Nach seinem emotionalen und erfolgreichen Oberstdorf-Heimspiel kann Karl Geiger nur kurz verschnaufen. Aber so positiv gestimmt wie nie zuvor ging es für den deutschen Tournee-Hoffnungsträger zur nächsten Tournee-Station nach Garmisch-Partenkirchen, wo am Dienstag (ab 13.45 Uhr live im ZDF) die Qualifikation fürs Neujahrsspringen ansteht.

"Ryoyu ist schließlich kein Zauberer"

"Mit so einem guten Gefühl bin ich noch nie aus Oberstdorf abgereist. Jetzt ist viel drin, auch Ryoyu ist schließlich kein Zauberer", sagt der erste Verfolger von Tournee-Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi. Geigers zweiter Platz beim Tournee-Auftakt in Oberstdorf hinter dem Japaner hat große Träume im deutschen Team und bei den deutschen Fans geweckt.

So cool, so nervenstark und so gefestigt wie nie präsentierte sich der 26-Jährige beim Tournee-Auftakt, dass nun sogar der ganz große Wurf möglich ist. "Niemand ist unschlagbar. Auch nicht Ryoyu Kobayashi. Ich glaube, dass es schwierig ist, noch mal viermal zu gewinnen. Das werden wir ihm dieses Jahr vermiesen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. Umgerechnet fünf Meter liegt der Japaner in der Gesamtwertung vor Geiger. Und weil Kobayashi nicht ganz so gefestigt wirkt wie bei seinem "Grand Slam" vor einem Jahr, darf Geiger durchaus vom Goldenen Adler träumen.

Volle Unterstützung

Bei der letzten Tournee hatte Kobayashi als dritter Springer nach Sven Hannawald und dem Polen Kamil Stoch alle vier Einzelspringen gewonnen. Nun ist Geiger sein erster Verfolger - und soll es noch besser machen als Markus Eisenbichler im Vorjahr.

"Ich werde den Karl unterstützen, dass alles funktioniert", verkündete Eisenbichler, der bei der vergangenen Tournee selbst der größte Widersacher des japanischen Ausnahmespringers war.. Der emotionale Bayer formulierte quasi stellvertretend für seinen eher ruhigen Freund die Ansage an Kobayashi: "Er braucht sich keinen Fehler zu erlauben, dann kommt der Karl", so Eisenbichler.

Kobayashi nervenstark

Ob Kobayashi das beeindruckt, ist fraglich. Schon 2018/19 ließ er sich vom Tournee-Hype nicht verunsichern und triumphierte auf allen vier Schanzen. Siegt er auch beim Neujahrsspringen in Garmisch (live im ZDF), ist er der erste Springer überhaupt, der sechs Wettkämpfe bei dem Traditionsevent in Serie gewinnt.

Zudem würde er nach Weltcup-Siegen mit dem bisher erfolgreichsten Japaner - Skisprung-Legende Noriaki Kasai - gleichziehen. "Er ist wirklich ein cooler Hund und zeigt im Wettkampf außergewöhnliche Sprünge", urteilte Horngacher über Kobayashi.

Prägende Erfahrung

Dass Geiger für die Rolle des Herausforderers aber überhaupt infrage kommt, liegt auch daran, dass sich der Oberstdorfer im Vergleich zum vergangenen Jahr weiterentwickelt hat. Schon damals war er vor dem Tournee-Start in seinem Skisprung-Wohnzimmer Schattenbergschanze der größte Hoffnungsträger im Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) - am Ende wurde er Elfter der Gesamtwertung.

Dass ihm das noch mal passiert, scheint unwahrscheinlich. Der 26-Jährige kann das Tournee-Drumherum, das Spektakel inzwischen besser ausblenden. "Das habe ich mir ziemlich hart aneignen müssen", sagt Geiger und verweist auf die frustrierenden Erfahrungen bei der vorherigen Tournee. "Da lernt man draus, das prägt einen."

Mit Olympiaschanze versöhnt

Mit der Schanze in Garmisch hat Geiger noch eine Rechnung offen. Im Vorjahr schmierte er auf der Olympiaschanze nach einem "Geiger Sturzflug" auf Rang 19 ab, doch inzwischen hat er seinen Frieden mit der Anlage gemacht. "Vor einigen Jahren hatte ich da noch richtig Probleme. Die Schanze hat einen eigenen Radius, der ist ein bisschen knackiger. Aber im Sommer hatte ich dort einen sehr guten Lehrgang. Ich freu mich drauf", sagte Geiger.

Dazu hat der deutsche Vorflieger auch allen Grund. Auch bei Ex-Bundestrainer Werner Schuster steht sein ehemaliger Schützling längst ganz oben auf dem Favoriten-Zettel. "Der Karl kann das durchziehen, der kann mit ums Podest springen", so Schuster, dem in elf Jahren als DSV-Coach der Tournee-Triumph verwehrt blieb. Auch Österreichs Cheftrainer Andreas Felder lobte: "Karl Geiger hat das Potenzial, er ist konstant und wettkampfstark. Der Stockerlplatz wird ihm Auftrieb geben." Kobayashi zu schlagen - das scheint nicht mehr so unmöglich.

Geiger und die Tournee - in den vergangenen Jahren passte das noch nicht so richtig zusammen. "Ich bin noch nie wirklich zufrieden von der Tournee weggefahren", befand er selbst. Das soll diesmal anders werden.

Mit Material von SID und dpa

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