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Schweizer Handball blüht auf

EM-Qualifikation: Deutschland - Schweiz live im ZDF

Der Schweizer Handball hat, trotz des Superstars Andy Schmid (Rhein-Neckar Löwen), dunkle Zeiten hinter sich. Events wie das EM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland (So., 14:50 Uhr live im ZDF) und die hervorragende Jugendarbeit lassen indes auf eine bessere Zukunft hoffen.

Andy Schmid

Auf Andy Schmid, 33, werden allerorten Lobeshymnen gesungen. TV-Experte Stefan Kretzschmar huldigte den Schweizer Mittelmann, der eben mit den Rhein-Neckar Löwen zum zweiten Mal Deutscher Handball-Meister wurde, just gar als „Handballgott“. Schmid gilt derzeit als der beste Spielmacher im Handball. „Ich bin demütig und dankbar“, sagt er und bleibt bescheiden. Diese Bodenhaftung hat wohl auch damit zu tun, dass er mit der Schweizer Nationalmannschaft dunkle Zeiten hinter sich hat.

Lange Durststrecke

Schon vor dem letzten Qualifikationsspiel der Schweiz gegen Deutschland in Bremen (Sonntag, 18. Juni, ZDF) ist geklärt, dass die Eidgenossen bei der EM 2018 in Kroatien erneut zuschauen müssen. Seit der Heim-EM 2006 haben sie sich nicht mehr für ein großes Turnier qualifizieren können. Trotz Andy Schmid scheiterte das Team Suisse regelmäßig an Gegnern wie Portugal oder Bosnien-Herzegowina. 2017 kassierten Schmid & Co. zwei herbe Niederlagen gegen den Handballzwerg Niederlande.

Dennoch stehen die Zeichen, dass es demnächst mit dem Schweizer Handball wieder aufwärtsgeht, ziemlich gut. Das Hinspiel am 5. November 2016 gegen die DHB-Auswahl, das die Schweiz nur äußerst unglücklich mit einem Tor verlor, unterstrich das große spielerische Potenzial der jungen Mannschaft, die um den Star Schmid aufgebaut werden soll. Spätestens im Jahr 2020, wenn die Endrunde der Europameisterschaft mit 24 Teilnehmern bestritten wird (aktuell: 16 Teams), will die Schweiz wieder dabei sein. Als Höhepunkt angepeilt wird die EM 2022, für die sich die Schweiz gemeinsam mit Deutschland und Dänemark beworben hat.

Gezielte Nachwuchsförderung

Schmid, der Dreh- und Angelpunkt des Teams, wäre dann 38 Jahre alt – und könnte, wenn es gut läuft, noch spielen. Und dann dürften auch die vielen Talente, die der Schweizer Handball in den letzten Jahren produziert hat, für den Angriff auf die Spitzennationen reif genug sein. Die neue Mannschaft um Schmid und Ex-Bundesligaprofi Manuel Lininger solle sich „mittelfristig unter den besten 15, 16 Teams Europas etablieren“, sagt der Leistungssportchef des Schweizer Handballverbandes (SHV), Ingo Meckes. „Das ist angesichts der großen Talente, wie sie zum Beispiel Lenny Rubin oder Kreisläufer Lucas Meister darstellen, auch realistisch.“

Rückraumspieler Rubin wird von zahlreichen Bundesligaklubs, etwa dem THW Kiel, umworben. Auch Torwart Nikola Portner, der Sohn des einst berühmten Spielmachers (und Weltmeisters) Zlatko Portner, stellte im Hinspiel gegen die Deutschen sein großes Potenzial unter Beweis. Der große Pool an Talenten ist das Resultat einer zielgerichteten Nachwuchsförderung, die seit drei Jahren intensiviert worden ist. Bei der Selektion der Jugendlichen spielten viele Faktoren eine Rolle, erklärt Meckes. „Ein Detail war, dass wir in unserer Analyse festgestellt haben, dass es in der Vergangenheit an Körpergröße fehlte.“ Aus diesem Grund ermitteln die Scouter schon früh die zu erwartenden Größe der Talente. „Heute ist die Nationalmannschaft groß genug“, sagt Meckes.

Modernisierung auf allen Ebenen

Die Nachwuchsförderung ist freilich nur ein Bereich im Rahmen der Modernisierung, die der SHV im Jahr 2014 mit dem Schlagwort „Struktur 2020“ einleitete. Von der „größten Reorganisation in der Geschichte des Verbandes“ ist auf der SHV-Geschäftsstelle in Olten (Kanton Solothurn) die Rede. Der SHV hat hier nahezu alle Bereiche zentralisiert und konzentriert, Spielbetrieb, Marketing, Kommunikation. Nur deshalb sei, so SHV-Geschäftsführer Jürgen Krucker, das Rekordspiel im November 2016 vor über 10.000 Fans gegen die Deutschen möglich gewesen. „An diesem Tag sind alle Fans, obwohl wir verloren haben, mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause gegangen“, so Krucker. Der Gedanke, der ihm danach in den Kopf schoss? „Der Schweizer Handball – er lebt ja.“

Die größten Schweizer Talente

Sendung am Sonntag, 18. Juni:

14:50 Uhr
Handball-EM-Qualifikation
Deutschland - Schweiz, 1. Hz.
Übertragung aus
Bremen
Reporter: Martin Schneider
Moderation: Yorck Polus

ca. 15:40 Uhr
Schwimmen
Deutsche Meisterschaften
Zusammenfassung aus
Berlin
Reporter: Thomas Wark

ca. 15:50 Uhr
Handball-EM-Qualifikation
Deutschland - Schweiz, 2. Hz.
Übertragung aus
Bremen
Reporter: Martin Schneider
Moderation: Yorck Polus

ca. 16:45 Uhr
Schwimmen
Deutsche Meisterschaften
Zusammenfassung aus
Berlin
Reporter: Thomas Wark

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