Erste Etappe auf dem Weg nach Tokio

Bahnrad-WM ab Mittwoch | ZDF-Livestreams am Wochenende

Am Mittwoch startet die Bahnrad-WM im polnischen Pruszkow. Vor allem im Hinblick auf Olympia 2020 in Tokio sollen die Titelkämpfe für das deutsche Team richtungsweisend sein. Dabei baut die Mannschaft auf die moralische Unterstützung von Kristina Vogel.

EM 2018: Die Deutsche Miriam Welte und die Französin Mathilde Gros im Duell um Bronze
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Quelle: reuters

"Ich bin froh, dass ich da sein und aus nächster Nähe anfeuern kann. Ich bin immer noch dabei, diesmal halt als Fan-Girl und Groupie am Rande der Bahn", sagte Kristina Vogel, die langjährige Sieggarantin vor der am Mittwoch beginnenden Weltmeisterschaft.

Trotz ihres Trainingsunfalls vor sieben Monaten in Cottbus ist der Bahnradsport für die seitdem querschnittsgelähmte Doppel-Olympiasiegerin weiterhin eine Herzensangelegenheit. Nicht nur als Fan, sondern auch als Co-Kommentatorin im TV-Kanal des Radsport-Weltverbandes UCI sowie als Athletensprecherin wird Vogel bei der WM allgegenwärtig sein.

"Kristina Vogel ist nicht zu ersetzen"

Es ist schön zu wissen, dass sie da ist und die Mannschaft unterstützt - das pusht alle Beteiligten.
Patrick Moster über Kristina Vogel

Ihr Fehlen als Sportlerin ist für den Bund Deutscher Radfahrer aber nicht zu kompensieren. "Sie war nicht nur das sportliche Aushängeschild, sondern hatte auch Führungsqualitäten innerhalb der Mannschaft", betonte BDR-Sportdirektor Patrick Moster, "Kristina kann man nicht ersetzen, das muss man ganz klar festhalten - weder sportlich, noch menschlich. Es ist schön zu wissen, dass sie da ist und die Mannschaft unterstützt - das pusht alle Beteiligten."

Doch nicht nur die erste WM ohne Rekord-Weltmeisterin Vogel seit langem macht den BDR-Auftritt der 24 deutschen Starter/-innen (neun Frauen/15 Männer) in Polen zu einer schwierigen Mission. Die WM ist der Abschluss der ersten Hälfte der Olympia-Qualifikation.

"Medaillen sekundär"

"Danach wissen wir, wo wir uns im Ranking wiederfinden und wo wir im Hinblick auf Tokio noch nachjustieren müssen“, sagte Moster. Im Vorjahr im niederländischen Apeldoorn belegte der BDR mit vier Gold- und zwei Bronzemedaillen Platz zwei in der Nationenwertung. "Medaillen sind erst einmal sekundär. Wichtig ist, dass wir unsere Olympia-Startplätze festigen", so der Sportdirektor.

Entscheidungen und Sendeplan

Sprinter im Fokus

Gleich zu Beginn der Titelkämpfe am Mittwoch stehen die deutschen Sprinter im Fokus. Miriam Welte (32), Emma Hinze, Pauline Grabosch (beide 21) und die erst 19-jährige WM-Debütantin Lea-Sophie Friedrich stehen bei den Frauen vor der schwierigen Aufgabe, das schwere Erbe Vogels anzutreten.

Vor allem auf Welte, die mit Vogel unter anderem vier WM-Titel und 2012 in London olympisches Gold gewann, ruhen in Pruszkow die deutschen Hoffnungen. Da ist die Pfälzerin froh, dass ihre langjährige Erfolgspartnerin Vogel in Polen vor Ort sein wird.

"Extra Motivationsschub"

"Es ist gut, dass sie da ist. Das gibt uns sicher noch zusätzliche Unterstützung und Kraft. Ich glaube schon, dass wir alle dadurch noch einmal einen extra Motivationsschub bekommen und ein paar Prozent mehr rausholen können", sagte Welte vor ihrer 14. WM-Teilnahme.

Doch wie auch Moster rechnet sich Welte trotzdem etwas aus.

"Ein Top-5-Platz ist auf alle Fälle machbar. Man hat bei den Weltcups gesehen, dass wir gute Platzierungen herausfahren können", meinte Welte.

Ohne Maximilian Levy

Bei den deutschen Männern, bei denen der viermalige Weltmeister Maximilian Levy auf einen Start verzichtet, geht es vor allem darum, den für Tokio nötigen achten Platz in der Nationenwertung zu verteidigen. „Wir müssen zurzeit kleine Brötchen backen“, sagte Bundestrainer Detlef Uibel. Angeführt wird das Team von Roger Kluge und Theo Reinhardt.

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