Jungbrunnen fürs Selbstbewusstsein

Beachvolleyball: World-Tour-Finale in Hamburg

Die selbsternannte Sportstadt Hamburg hat schwere Jahre hinter sich: geplatzte Olympiabewerbung, Lizenzverluste und Abstiegskämpfe diverser Bundesligisten. Da wirkt der Beach-Volleyball wie ein Jungbrunnen fürs angekratzte Selbstbewusstsein. Nicht nur beim World Tour-Finale.

Beachvolleyball: Stadion am Rothenbaum
Strandfeeling am Hamburger Rothenbaum Quelle: imago

Es sind vor allem zwei Trendsportarten, die internationalen Spitzensport in die Elbmetropole zurückholen. Erst die Ausdauer-Spezialisten bei Triathlon und Iron Man und nun das World-Tour-Finale der Sandakrobaten mit den jeweils zwölf besten Männer- und Frauenteams der Welt.

Beachvolleyball-Hauptstadt Hamburg

Laura Ludwig und Sarah Goller
Laura Ludwig mit ihrer damaligen Partnerin Sarah Goller (2010) Quelle: imago

"Hamburg ist die Beachvolleyball-Hauptstadt Deutschlands“, sagt der Hamburger Sportstaatsrat Christoph Holstein zu zdfsport.de. "Das betrifft den Breiten- wie den Spitzensport. Spektakuläre Turniere und die Auftritte von Spitzensportlern können noch mehr Menschen für diese Sportart begeistern. Und diese Turniere liefern die Bilder von Hamburg, die die Welt sehen soll."

Daran war vor knapp sechs Jahren in dieser Form noch nicht zu denken, als die aufstrebende Beachvolleyballerin Laura Ludwig sich im Hamburger Olympiastützpunkt mit ihrer damaligen Partnerin Sara Goller auf die Olympischen Spiele in London vorbereitete. "Wir arbeiten gezielt daran, mit dem Druck bei den Highlights besser umzugehen", sagte Ludwig damals zu zdfsport.de.

Gunst der Stunde genutzt

Zu Gold hat dieser konsequente Plan dann zwar erst mit der neuen Partnerin Kira Walkenhorst in Rio 2016 geführt - dafür wirkt der spektakuläre Sieg an der Copacabana nicht nur für die Protagonistinnen bis heute nach. Dieser Sieg spielte verschiedenen Akteuren eine einmalige Chance in die Hände, dringend benötigte Erfolgserlebnisse zu generieren. Der Deutsche Volleyball Verband (DVV) ernannte den Hamburger Stützpunkt zu seinem Leitstützpunkt für die kommenden vier Jahre.

"Dort sind nun die Bundestrainer sowie der Großteil der National- und Perspektivteams ansässig", sagt DVV-Sprecher Thilo von Hagen. "Die Stadt Hamburg, der Hamburger Sportverein e.V. und der Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein unterstützen dieses Projekt massiv, um auch langfristig an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen zu können bzw. sie fortzusetzen", so von Hagen.

Einmalige Kooperation

Beim HSV wird Beachvolleyball seit 2004 - den Zeiten von Okka Rau und Stephanie Pohl - auf internationalem Niveau betrieben. "Erstmals starten 2017 in einem Verein gleich sechs Duos auf nationalem und internationalem Niveau", sagt Sprecherin Anne Gnauk. "Hieraus wollen wir Synergien für den Nachwuchs entwickeln. Gerade hat unser erstes Beachvolleyball-Camp für Kinder und Jugendliche erfolgreich stattgefunden.“

Diese bundesweit einmalige Kooperation lassen sich Stadt und Verein etwas kosten. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, aber feststeht, dass zwei Assistenz-Bundestrainerstellen durch den HSV und die Stadt Hamburg gefördert werden.

Die Titelverteidigerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst sind allerdings wie das zweite deutsche Final-Team Laboureur/Sude dem Konzentrationsmeodell in Hamburg nicht untergeordnet, sondern trainieren mit eigenem Stab. Hamburg ist laut Thilo von Hagen allerdings weiter ihr „Haupttrainingsort.“

Parallel zur Etablierung des Stützpunktes gelang es den Partnern gemeinsam mit zwei privaten Veranstaltern das Finale der Beachvolleyball-World-Tour, die im letzten Jahr bereits in Hamburg mit einem Major-Turnier gastierte, an die Elbe zu holen. "Für den DVV ist es wichtig, dass nach den riesigen Erfolgen in der jüngeren Vergangenheit - Olympiasieg, WM- und EM-Titel - die Teams und der Beachvolleyball-Sport auch in Deutschland eine große Bühne finden", sagt von Hagen.

Fakten zum World-Tour-Finale in Hamburg

  • Bei dem Turnier am Hamburger Rothenbaum spielen jeweils die besten zwölf Teams der Welt um den Titel. Als Preisgeld sind 800.000 Euro ausgeschrieben.
  • Deutsche Teilnehmer beim World-Tour-Finale sind bei den Männern Markus Böckermann und Lorenz Schümann und das Duo Jonathan Erdmann/Armin Dollinger. Bei den Frauen starten neben den Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst noch Chantal Laboureur mit ihrer Partnerin Julia Sude.

Der Eintritt ins Stadion ist im Übrigen frei.

Beachvolleyball im ZDF und im Livestream

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