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Alte Bekannte, neue Teams

Beachvolleyball - WM in Hamburg

Kurz hintereinander treten heute Abend bei der Beachvolleyball-WM zwei Spielerinnen an, die bis vor kurzem noch ein Erfolgsduo bildeten. Mit neuen Partnerinnen wollen Julia Sude und Chantal Laboureur versuchen, wichtige Punkte für die Olympia-Qualifikation zu sammeln.

Das deutsche Duo Karla Borger (r.) und Julia Sude
Karla Borger (r.) und Julia Sude kennen sich schon aus dem Sandkasten.
Quelle: ZDF

Als eine "Mischung aus Party- und Festivalstimmung in Verbindung mit Sport" beschreibt Ex-Olympiasieger Julius Brink seine Sportart. Das erste Wochenende der Beachvolleyball-WM in Hamburg wurde dieser Charakterisierung vollauf gerecht.  Im Mittelpunkt stand dabei ohne Zweifel die umjubelte Rückkehr der deutschen Olympia-Ikone Laura Ludwig auf die große Bühne des Rothenbaums. Auch wenn sie gestern Abend nach einem Sieg am Freitag mit ihrer neuen Partnerin Margareta Kozuch gegen die Brasilianerinnen Maria Antonelli und Carolina Solberg Salgado die erse Niederlage kassierte.

Rücktritt mit Domino-Effekt

Sandra Ittlinger (l.) und Chantal Laboureur
Sandra Ittlinger (l.) und Chantal Laboureur
Quelle: ZDF

Wettermäßig ist für den Wochenbeginn für Norddeutschland eine Abkühlung vorhergesagt, sportlich bleibt die Spannung auf hohem Level. Dafür sorgen am Montag vor allem zwei Begegnungen, die kurz nacheinander am Abend stattfinden und den direkten Vergleich der beiden anderen deutschen am höchsten eingeschätzten Frauen-Duos ermöglicht.

Fünf Jahre lang spielten die Stuttgarterinnen Julia Sude und Chantal Laboureur auf der gleichen Seite des Netzes. In der vergangenen Saison schafften sie es vorübergehend sogar auf Platz eins der Weltrangliste. Und dann erschütterte das durch den Rücktritt von Olympiasiegerin Kira Walkenhorst ausgelöste Wechselspiel unter den deutschen Spitzen-Beachvolleyballerinen ausgerechnet dieses Paar am heftigsten.

Kein Boden mehr unter den Füßen

Da sich Ludwig für Kozuch als neue Partnerin entschied, war deren bisherige Partnerin Karla Borger plötzlich frei und wurde von Angriff-Spezialistin Sude ins Team geholt. "Ich habe in unserem Team nicht die Weiterentwicklung gesehen, die ich mir für die bevorstehende Qualifikation der Olympischen Spiele vorgenommen habe", begründete Sude die Trennung von Laboureur. "Deshalb habe ich den Entschluss gefasst, das Ziel Olympia-Qualifikation mit Karla Borger ins Visier zu nehmen."

Ausgerechnet an ihrem Geburtstag stand nun Laboureur, die Beachvolleyballerin des Jahres 2018, ohne Partnerin da und verstand nicht so richtig, was mit ihr passierte. "Mir hat es logischerweise den Boden unter den Füßen weggezogen, als Julia mir vor wenigen Tagen ihre Entscheidung mitgeteilt hat", sagte die Abwehrspezialistin vor einem halben Jahr. "Ich kann den Entschluss zur Trennung nicht wirklich nachvollziehen. Meiner Meinung nach hatten wir ein großes Potential, gemeinsame Top-Ergebnisse bei der diesjährigen Heim-Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen 2020 zu erzielen."

Sandkastenfreundinnen

Etwas verständlicher wurde Sudes Entscheidung dadurch, dass sie mit Borger gemeinsame Kindheitserinnerungen teilt. "Wir haben ja schon als Kinder zusammen im Sand gespielt, als wir mit unseren Eltern beim Beach-Volleyball unterwegs waren. Da wurde es eigentlich endlich mal Zeit, dass wir als erfahrene Spielerinnen als festes Team zusammenfinden", sagte Borger.

Laboureur wurde auf der Suche nach einer neuen Partnerin schließlich in Berlin bei Sandra Ittlinger fündig, wodurch nun wiederum Kim Behrens allein dastand, die bei der WM mit Cinja Tillmann antritt und in der Gruppenphase bislang einmal gewann und einmal verlor.

Erfolgreiche Gruppenphase

Noch erfolgreicher spielen bislang Laboureur/Ittlinger, die aufgrund der gemeinsam eingebrachten Punktezahl als topgesetztes deutsches Team in die WM gingen. Genau wie Borger/Sude sind sie nach zwei Siegen bereits vor dem heutigen Spieltag für das Achtelfinale qualifiziert.

Es wird interessant werden, beide Teams in ihren kurz nacheinander stattfindenden Auftritten zu vergleichen. Die neu zusammengesetzten deutschen Frauenteams hielten sich vor der WM allesamt mit Erfolgserlebnissen zurück. Die Frage ist, wer sich in der Gruppenphase in eine Form gespielt hat, die auch den besonderen Herausforderungen der KO-Runden standhält. 

Direkte Duelle möglich

Dort sind auch direkte deutsche Duelle möglich, die im Fall von Laboureur/Ittlinger und Borger/Sude von besonderer Brisanz wären. "Das wird für mich selber spannend zu sehen, was dann mit mir passiert", sagt Laboureur. "Wir werden sicher oft gegeneinander spielen, um es zu erfahren. Aber letztlich ist Julia eine Gegnerin wie jede andere, die man bezwingen will."

Die Weltmeisterschaft steht schon ganz im Zeichen der Qualifikation für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr. Deutschland wird in Tokio von den beiden Paaren vertreten, die bis zum 15. Juni 2020 die meisten Punkte gesammelt haben. In die Wertung kommen insgesamt zwölf Turniere, von denen die WM am schwersten wiegt.

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