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Gespannt ins Hop-oder-top-Rennen

Biathlon | Weltcup in Östersund

Im Biathlon-Klassiker über 20 Kilometer in Östersund steigt am Mittwoch (16 Uhr/ZDF) nun auch Arnd Peiffer in den Weltcup-Winter ein. Mit am Start ist der große Respekt vor seiner Weltmeisterstrecke vom März, den der 32-Jährige mit den Teamkollegen teilt.

Arnd Peiffer
Arnd Peiffer wurde in Östersund Weltmeister im Einzel. Dennoch ist sein Respekt vor der klassischen Biathlon-Distanz groß.
Quelle: dpa

Beim Gedanken an die beiden WM-Wochen im März in Östersund beschleicht Arnd Peiffer etwas Wehmut. Natürlich wegen der drei Medaillen, die er von den Titelkämpfen in Östersund mit nach Hause brachte. Aber auch wegen des angenehmen Ambientes, das sich die deutschen Skijäger damals geschaffen hatten.

Zwei Väter, ein Schlafzimmer

Speziell die Verpflegung in der mittelschwedischen Stadt sagte den Biathleten in der Vergangenheit eher wenig zu. Deshalb war bei ihnen während der WM ein eigener Koch mit von der Partie - der das Team darüber hinaus in angemieteten Privathäusern in der Nähe des Stadions verwöhnte.

Zusammen mit Erik Lesser, der wie er selbst nur wenige Wochen zuvor zum ersten Mal Vater geworden war, bewohnte Peiffer damals das Elternschlafzimmer. "Das war echt witzig, auch ein Stück weit absurd", erinnert sich Peiffer im Gespräch mit zdfsport.de - und erzählt: "Jetzt wohnen wir wieder dort, wo wir sonst auch immer gewohnt haben. Deshalb fühlt es sich nicht wieder wie WM an. Sondern wie der normale Östersund-Weltcup."

Peiffers Friedensschluss

Das erste Wochenende am Storsjön-See verbrachte der lange Niedersachse wegen eines Magen-Darm-Infekts zudem überwiegend im Bett. Die geplanten Starts in der Mixed-Staffel und im Sprint musste er absagen, der verspätete Startschuss erfolgt für ihn deshalb nun am Mittwoch im Einzel.

Es ist der Wettkampf, in dem Peiffer vor neun Monaten Weltmeister wurde. Nachdem er es im Klassiker der Branche zuvor in zehn Weltcup-Wintern nicht ein Mal unter die Top drei geschafft hatte. Er habe im März seinen Frieden mit dem Einzel geschlossen, sagt der 32-Jährige, der gerade wegen der frisch überstandenden Erkrankung nun gespannt auf die Fortsetzung ist.

Lessers Hassliebe

"Mein Kopf weiß noch, wie sich das angefühlt hat, dieses Rennen bei der WM zu laufen. Aber wahrscheinlich bin ich jetzt wieder erschüttert, wie hart es ist", kommentiert Peiffer schmunzelnd, betont aber auch: "Insgesamt freue ich mich darauf. Ich bilde mir aber nicht ein, dass ich, nur weil ich im März gut war, dort jetzt automatisch wieder gut sein werde."

Mein Kopf weiß noch, wie sich das angefühlt hat, dieses Rennen bei der WM zu laufen. Aber wahrscheinlich bin ich jetzt wieder erschüttert, wie hart es ist.
Arnd Peiffer

Ähnlich zwiegespalten ist Teamkollege Erik Lesser. Bei den Olympischen Spielen 2014 holte der 31 Jahre alte Thüringer Silber über die 20 Kilometer, es war die einzige Einzelmedaille für den DSV in Sotschi. "Ich finde, das ist ein sehr schöner Wettkampf - bei dem man entweder einen guten oder einen richtig schlechten Tag hat. Irgendwas dazwischen gibt es eigentlich nicht", erläutert Lesser und empfindet konsequenterweise eine Art "Hassliebe" zum Einzel.

Einsame Vorbereitung

Bei Peiffers WM-Sieg vor einem Dreivierteljahr vergaben Lesser und Benedikt Doll, der vor allem als starker Läufer bekannt ist, in dem herausfordernden Rennen erst im letzten Schießen ihre Medaillenchancen. Die Vorbereitung auf diese Saison musste Lesser dann weitgehend alleine bestreiten, weil er sich bei einem Sturz mit dem Mountainbike am Pfingstmontag das Schlüsselbein gebrochen hatte.

"Im Oktober habe ich im Schwarzwald wieder meinen ersten Lehrgang mitgemacht", berichtet der Verfolgungs-Weltmeister von 2015. "Und da habe ich schon gemerkt, dass nach drei Tagen nicht mehr die Frische da war wie vielleicht vor vier Jahren noch. Da muss man schon in seinen Körper hineinhorchen, was noch drin ist - und was nicht."

Schempps Formsuche

Die Rückenprobleme, die ihm im letzten Winter vor allem die ersten Wochen verhagelten, hofft er dank eines optimierten Krafttrainings nun besser im Griff zu haben. "Ich bin", betont Lesser zumindest, 2wieder voll leistungsfähig." Ein Satz, den Simon Schempp zu gerne auch mal wieder formulieren würde.

Stattdessen kämpft der einstige Vorzeigebiathlet des DSV, der die letzte Saison im Januar abbrechen musste, auch jetzt wieder um seine Form. 2Es fehlt wirklich noch viel nach vorne, gerade läuferisch2, musste der 31-Jährige nach den enttäuschenden Ergebnissen in der Mixed-Staffel und im Sprint am Wochenende feststellen.

Vorbild Pokljuka

Der schießlastige Einzel könnte ihm deshalb im Moment durchaus gelegen kommen. So wie im letzten Jahr, als Schempp beim Wintereinstieg in Pokljuka mit Rang fünf gleich das beste Ergebnis in seiner stark verkürzten Saison gelang.

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