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Deutsche Skijäger noch ab vom Schuss

Biathlon-WM in Östersund

Zu Saisonbeginn sind Deutschlands Biathleten als zuverlässige Podestkandidaten gehandelt worden. In den bisherigen WM-Einzelrennen sammelten die DSV-Frauen nun bereits drei Medaillen ein, die Herren dagegen noch keine. Im Klassiker am Mittwoch (ab 15:50 Uhr live im ZDF) gibt’s für sie die nächste Chance.

Arnd Peiffer
Noch ohne Medaille: Arnd Peiffer
Quelle: Sven Hoppe / dpa

Zu Saisonbeginn galten Deutschlands Biathleten als zuverlässige Podestkandidaten. In den bisherigen WM-Einzelrennen sammelten die DSV-Frauen nun bereits drei Medaillen ein, die männlichen Kollegen dagegen noch keine. Im Klassiker am Mittwoch gibt es für sie die nächste Chance.

Arnd Peiffer erlebt in Östersund gerade seine achte Weltmeisterschaft, war bei drei Olympischen Spielen dabei und absolviert mittlerweile seinen elften Weltcupwinter. Doch die Interessengewichtung der Biathlon-Fans erstaunt den 31-Jährigen bis heute. "Viele Leute kommen zu mir und sagen: ,Ich finde das Schießen so toll.‘ Das ist eigentlich das Verrückte in unserem Sport: Es ist das Schießen, das die Leute begeistert", erzählt der Sprint-Olympiasieger von Pyeongchang im Gespräch mit zdfsport.de.

"Das Laufen ist der limitierende Faktor"

Er sei jedenfalls der Meinung, dass jeder schießen lernen könne - für den zweiten Bestandteil seiner Sportart gelte das hingegen nicht. "Das Laufen ist der limitierende Faktor", sagt Peiffer, der als Belastungstest für seine These eine Langzeituntersuchung mit zehn Sportstudenten vorschlägt.

Eine Studie mit bewegungsbegabten Menschen also, von denen der gebürtige Wolfenbütteler glaubt: "Lasse ich die zwei Jahre lang konsequent Laufen und Schießen trainieren, können zwei bis drei von ihnen anschließend konkurrenzfähig schießen. Im Langlauf dagegen werden sie danach nullkommanull Chancen haben. Da wird keiner langlaufen können. Das ist der Unterschied."

Warten auf die Medaille

Denise Herrmann hat Peiffers Behauptung mit ihrem WM-Triumph in der Verfolgung am Sonntag gerade eindrucksvoll untermauert. Die 30-jährige Sächsin war noch bis 2016 nur auf Langlaufskiern unterwegs, siedelte dann - relativ spät - von den Spezialisten zu den Doppelwettkämpferinnen mit Ski und Gewehr über. Bei ihrem Spartenwechsel war Herrmann fünf Jahre älter als zum Beispiel Kati Wilhelm, die mit 22 vom Langlauf zum Biathlon kam, mit 24 Weltmeisterin und mit 25 Olympiasiegerin war. Geklappt hat es mit dem Sprung in die internationale Spitzenklasse der Skijägerinnen bei beiden.

In der schwarz-rot-goldenen Männerabteilung, die mit Arnd Peiffer, Erik Lesser und Benedikt Doll in Östersund wieder geballte Biathlon-Erfahrung an den Start bringt, hat es bei der WM am Storsjön-See dagegen noch keine großen Erfolge gegeben. Peiffer und Doll gewannen zum Auftakt mit der Mixed-Staffel zwar Silber, in den ersten beiden Einzelkonkurrenzen blieben die erfolgsverwöhnten Herren des DSV jedoch ohne Medaille.

Leichte Wehmut

Die nächste - und bereits vorletzte - Chance, in einem Einzelrennen zu reüssieren, gibt es am Mittwoch im Klassiker über 20 Kilometer. Der Arbeit am Schießstand kommt hier besondere Bedeutung zu, für jede Fahrkarte setzt es eine Strafminute. Lesser als sicherster Schütze im deutschen Team hat naturgemäß die besten Aussichten, haderte nach Platz acht im Sprint, der bislang besten Einzel-Platzierung der deutschen Biathleten, aber mit seinem saisonalen Timing.

Es ist ein bisschen schade, wenn man das zur WM nicht ganz hinkriegt.
Erik Lesser

Läuferisch habe ihm vom Start weg etwas die Power gefehlt, berichtete der 30-jährige Thüringer und grummelte: "Es ist ein bisschen schade, wenn man das zur WM nicht ganz hinkriegt." Auch Peiffer stellte erkennbar missmutig fest, die Abstände zum Norweger Johannes Thingnes Bö, der seit Saisonbeginn in einer eigenen Liga läuft, seien in diesem Winter schon mal geringer gewesen.

Realist Doll

Selbst der Schwarzwälder Doll, als exzellenter Läufer - mit etwas eigenwilligem Stil - bekannt, runzelte nach vier Fehlschüssen und Rang zwölf in der Verfolgung die Stirn: "Auch mit weniger Fehlern wäre es mit einer Medaille sehr, sehr schwer geworden." Klingt, als sollten sich Deutschlands Skijäger im anstehenden Einzel gerade beim Schießen, das laut Arnd Peiffer ja verhältnismäßig leicht zu erlernen ist, mal so richtig ins Zeug legen.

Liveticker und Medaillen

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