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Preuß: Mit neuem Anreiz zurück an die Spitze

Biathlon Weltcup in Ruhpolding: 15km Einzel Frauen

Franziska Preuß ist mit ähnlich großem Talent gesegnet wie Laura Dahlmeier. Doch anders als Deutschlands Star-Biathletin musste sie bereits schwere Rückschläge einstecken. Nun ist die 23-Jährige wieder obenauf, in Ruhpolding startet sie zunächst im Einzel.

Franziska Preuß
Franziska Preuß Quelle: dpa

In den Weihnachtstagen ist es sehr ruhig geworden um Franziska Preuß, wieder einmal. Diesmal allerdings hatte die Stille nichts mit einem neuen Krankheitsbild bei der gesundheitlich gebeutelten Oberbayerin und deren fehlenden Auftritten auf der Biathlon-Bühne zu tun. Sondern mit ihren Ruhpoldinger Trainingskolleginnen.

Mut zum Widerspruch

Maren Hammerschmidt, Denise Herrmann und Karolin Horchler verbrachten die Feiertage bei ihren Familien, Vanessa Hinz lag erkältet im Bett. „Ich war ganz allein, konnte alles nach meinem Kopf machen“, erzählt Preuß. Das traf sich gut, denn die eigenen Interessen durchzusetzen, der inneren Stimme zu vertrauen – das sind zwei ihrer neuen Lieblingsdisziplinen.

Während der Saisonvorbereitung gefielen ihr manche Trainingsinhalte nicht, erwähnt die 23-Jährige beiläufig. Auf Nachfrage von zdfsport.de erklärt sie: „Ich bin einfach ein Ausdauertyp, aber wir haben im Sommer viel Krafttraining gemacht.“ Mittlerweile hat die Skijägerin aus Albaching den Mut und die Reife, ihre Bedürfnisse als Leistungssportlerin einzufordern. „Ich bin froh, dass ich mit den Trainern über alles sprechen kann“, sagt sie.

Rattern im Kopf

Viel Wert legte die WM-Zweite im Massenstart von 2015 zuletzt auf Mentaltraining. Schon in der Vergangenheit hatte sie damit gute Erfahrungen gemacht. Vor allem wegen der tristen Vorsaison, in der Preuß das komplette Programm an Negativerlebnissen durchmachte: Von anfänglichen Magen-Darm-Problemen über Gliederschmerzen, Fieberschüben und einer verpassten WM bis hin zu einer viereinhalbstündigen Operation im Bereich der Nasennebenhöhlen.  Im Dezember drohte dann sogar eine Wiederholung des ganzen Theaters.

Den zweiten Weltcup in Hochfilzen musste sie wegen einer Erkältung auslassen, auf der letzten Station vor Weihnachten in Annecy – Le Grand-Bornand strandete sie auf den Plätzen 48 und 51. „Da fing das Rattern im Kopf schon wieder an“, erinnert sich Preuß.

Sportliche Wiederauferstehung

Zwischen den Jahren traf sie sich drei Mal mit ihrem psychologischen Ratgeber. „Ich hab‘ gemerkt, dass ich in dem Bereich Nachholbedarf habe“, sagt sie. Der kann sich offenkundig exzellent in seine Klientin hineinversetzen. „Er hat auch schon einige Täler durchwandert“, weiß Preuß. „Und es war gut, dass er da war.“ Kommen die Selbstzweifel wieder, weiß sie nun besser damit umzugehen.

Ihren zwölften Platz im Sprint von Oberhof feierte die Staffelweltmeisterin von 2015 wie eine sportliche Wiederauferstehung. Zudem verhalf sie der Frauenstaffel mit einer soliden Leistung und zwei fehlerfreien Schießeinlagen zu Platz zwei hinter Frankreich. Zu Beginn ihrer Karriere galt Franziska Preuß als ähnlich talentiert wie die mittlerweile siebenmalige Weltmeisterin Laura Dahlmeier. Einen Monat vor Olympia sind für sie erst mal ganz andere Erfahrungen wichtig.

Mit neuer Leichtigkeit durchs Aufbaujahr

„Ich habe auf der Strecke erstmals wieder eine Leichtigkeit gespürt“, jubelte Preuß in Oberhof. Dieser olympische Winter sei aber ein Aufbaujahr, sagt die Wahl-Ruhpoldingerin. Es ist der Wiederaufbau einer Top-Begabung.

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