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Gold-Duo auf neuen Wegen

Bob-Weltcup in Winterberg

Mariama Jamanka und Lisa Buckwitz haben im Februar überraschend olympisches Gold geholt. Nun geht das Bob-Duo getrennte Wege. Die eine will als Pilotin weitere Erfolge sammeln, die andere ist als Fahrschülerin unterwegs.

Lisa Buckwitz und Mariama Jamanka
Nicht mehr in einem Team: Lisa Buckwitz und Mariama Jamanka
Quelle: Uwe Zucchi / dpa

Mariama Jamanka freut sich darauf, am Wochenende als aktuelle Gesamtweltcup-Spitzenreiterin in Winterberg (Bob-Weltcup in ZDF SPORTextra am Samstag ab 10:05 Uhr, am Sonntag ab 10:15 Uhr) anzutreten. Lisa Buckwitz ist in dieser Woche als Vorläuferin beim Europacup am Königssee unterwegs. Die Anschieberin des olympischen Gold-Duos von Pyeongchang absolviert gerade die "Bob-Fahrschule", mit allen schmerzhaften Erfahrungen, die dazugehören. "Viermal bin ich bei meinen 67 Trainingsfahrten als Pilotin bis jetzt gestürzt. Das ist wenig", sagt Buckwitz schmunzelnd.

Mühsamer Weg zurück in den Weltcup

Natürlich ist die Olympiasiegerin ein bisschen traurig, dass sie an diesem Wochenende nicht beim Heim-Weltcup dabei sein kann. Aber die 24-Jährige wusste ja, worauf sie sich bei der Umschulung von der Anschieberin zur Pilotin einlässt. In diesem Winter wird Lisa Buckwitz noch auf Bahnen in ganz Europa üben, als Vorläuferin beim Weltcup sowie der Junioren-WM am Königssee und am 3. März 2019 schließlich ihr Wettkampfdebüt als Pilotin feiern - bei den Bayerischen Meisterschaften. Klingt nicht besonders spektakulär, aber die Olympiasiegerin soll Schritt für Schritt aufgebaut werden.

Geführt wird Lisa Buckwitz auf diesem mühsamen Weg von Trainer Stephan Bosch. Er war der Coach der kanadischen Doppel-Olympiasiegerin Kaillie Humphries. Das zeigt schon mal, wo es eines Tages hingehen soll mit der Pilotin Buckwitz. "Im nächsten Winter sind dann Europacup-Einsätze geplant", berichtet die Fahrschülerin: "Und dann werde ich hoffentlich irgendwann wieder in den Weltcup zurückkehren."

Kontakt via Whattsapp

Olympia-Gold im Zweierbob 2018: Mariama Jamanka (li) und Anschieberin Lisa Buckwitz
Überraschung für alle: Mariama Jamanka (li) und Anschieberin Lisa Buckwitz holen Gold.
Quelle: dpa

Dann dürfte sie auch wieder auf Mariama Jamanka treffen, die künftig ihre Konkurrentin sein wird. "Aber das wird bei uns nicht so eine Konkurrenz wie bei anderen sein, schließlich haben wir zusammen etwas Unglaubliches erreicht", glaubt Buckwitz. Die Zeit wird zeigen, ob das dann tatsächlich so sein wird, aber derzeit haben die beiden per Whatsapp jedenfalls noch häufiger Kontakt. Am vergangenen Wochenende gab es Grund zum Gratulieren: Mariama Jamanka feierte im lettischen Sigulda ihren ersten Weltcup-Sieg.

Angeschoben wurde sie dabei von Annika Drazek. Also wieder von der pfeilschnellen Frau, mit der Jamanka bis kurz vor den Olympischen Winterspielen von Pyeongchang zusammengefahren war. Dann glaubten die Trainer, dass die Kombination der Pilotin Stephanie Schneider mit Drazek die besseren Goldchancen hätte. Jamanka bekam Lisa Buckwitz zugeteilt - und der eigentlich als schwächer eingestufte Bob Deutschland 2 gewann sensationell Gold. "Das war schon eine verrückte Geschichte", erinnert sich Jamanka: "Aber dann hat Lisa ja die Pilotenschule begonnen und Annika und ich waren uns einig, dass wir wieder zusammenarbeiten wollen."

Jamanka hat hohe Ziele

Die Chemie im neuen, alten Duo passt ganz offenbar, wie der souveräne Triumph beim Auftakt-Weltcup eindrucksvoll bewiesen hat. Jamanka setzt sich für diesen Winter hohe Ziele: "Ich will beweisen, dass ich kein One-Hit-Wonder bin. Eine WM-Medaille und der Gesamtweltcup-Sieg wären da schon schön." Der Olympiasieg hat sich bei der 28-Jährigen, deren Mutter Deutsche und der Vater Gambier ist, in besseren Sponsorenverträgen und mehr PR-Terminen niedergeschlagen. Und auch in einer neuen Rolle im Team: "Da gibt es schon mal den einen oder anderen Spruch, weil ich Olympiasiegerin bin. Außerdem bin ich so eine Art Gruppenmutti, weil ich mit am längsten im Team dabei bin."

Ich will beweisen, dass ich kein One-Hit-Wonder bin. Eine WM-Medaille und der Gesamtweltcup-Sieg wären da schon schön.
Mariama Jamanka

Dabei war Mariama Jamanka erst drei Jahre vor ihrem Olympiasieg zum ersten Mal als Pilotin in einen Bob gestiegen. Das zeigt ganz nebenbei, welche Möglichkeiten auch Lisa Buckwitz nach ihrem Wechsel an die Lenkseile offenstehen. Die Olympischen Spiele 2022 in Peking sind für sie genau wie Mariama Jamanka das große Ziel. Eine gemeinsam errungene Goldmedaille feiern, werden die beiden Pilotinnen dann allerdings mit Sicherheit nicht.

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