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Gladbachs Sehnsucht nach dem großen Wurf

Heute, 20.15 Uhr: Borussia Mönchengladbach - Hamburger SV live im ZDF

Von Freitag-Gegner Hamburg haben sich die Gladbacher in den vergangenen Jahren deutlich abgesetzt. Doch trotz des dauerhaft guten Niveaus ringen die Borussen immer wieder mit einem hartnäckigen Problem - der ganz große Wurf mag ihnen einfach nicht gelingen.

Borussia Mönchengladbach im Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg am 12. Dezember 2017
Mönchengladbacher Spieler in der Bundesliga-Partie gegen den SC Freiburg Quelle: Imago

Zwischen der herben Enttäuschung in Freiburg und dem Hinrundenabwasch gegen Hamburg sprach Max Eberl mal wieder über einen alten Bekannten: Den Europapokal, dessen einst intensive Beziehung mit den Gladbachern seit einigen Jahren allerdings ruht.

"Keine Angst vor Europa haben"

Dennoch konnte Gladbachs Sportdirektor am Donnerstag eine internationale Weisheit anbringen. "Man darf keine Angst vor Europa haben, sondern muss sich darauf freuen", dozierte Eberl - der findet, dass sein Klub früher einmal diese Haltung recht gut vorgelebt hat.

Die aktuell tätigen Bundesligisten dagegen fremdelten zuletzt arg mit den Sondereinsätzen auf dem Kontinent.

Doch auch die Borussia darf sich an die Nase fassen: Ein richtig dickes Ausrufezeichen im Europacup hat auch sie nicht zuletzt nicht gesetzt.

Schalker Stoppschild

In der Europa League war 2013 in der Zwischenrunde gegen Lazio Rom Schluss, zwei Jahre später zum gleichen Zeitpunkt gegen Sevilla. Ehe im März dieses Jahres schließlich die Schalker den Niederrheinischen das Stoppschild vor die Füße rammten, im Achtelfinale.

Deutlich näher kamen die Gladbacher Eberls großem Traum, nach 1995 (DFB-Pokalsieg) mal wieder einen Titel zu holen, im DFB-Pokal. Doch selbst das günstige Los nutzte nichts, im Halbfinale strandete Gladbach im Elfmeterschießen zu Hause gegen Frankfurt.

Den hohen Wert der Bescheidenheit predigt Max Eberl sehr konsequent, hält ihn wie eine Monstranz über der heimischen Fußballgemeinde. Doch parallel dazu fällt den Gladbachern die eigene Zurückhaltung immer wieder mal auf die Füße - weil irgendwann vor dem großen Wurf der entscheidende Biss fehlt.

Achter statt Dritter

Bestes Beispiel war das jüngste 0:1 in Freiburg - bei einem Gegner, der 54 Stunden zuvor noch in Köln gespielt hatte. Die Borussia lockte der Sprung auf Platz drei, in die Partie gegen den HSV geht das Team von Dieter Hecking nun als Tabellenachter.

"Wir müssen uns da richtig entgegenstemmen. Das sagen wir jedes Jahr wieder - aber diesmal müssen wir es wirklich tun", hatte Eberl vor dem Duell mit den Breisgauern gefordert. Doch der Ruf des gebürtigen Niederbayern verhallte einmal mehr ungehört zwischen den dunklen Schwarzwaldtannen, nach insgesamt fünf Gladbacher Torschüssen im gesamten Spiel.

Stindl genervt

"Das war sehr dünn von uns", analysierte Torwart Yann Sommer, und Coach Hecking wetterte: "Meiner Mannschaft hat einfach alles gefehlt."

Keine Lust mehr auf sportliche Mängelexemplare wie am Dienstag hat dabei speziell Lars Stindl. Borussias Kapitän macht sich nach erfolgreichem Sommereinsatz beim Confed-Cup schließlich noch Hoffnungen auf einen Platz im deutschen WM-Kader. "Gerade in Spielen wie in Freiburg haben wir immer wieder Probleme, die richtigen Lösungen zu finden, uns entgegenzustemmen. Daran müssen wir etwas ändern", fordert Stindl und wirkte dabei genervt. Die Kritik von Nationalteamkollege Matthias Ginter ("Wenn wir uns nur auf unser spielerisches Potenzial verlassen, ist das zu wenig") weist in dieselbe Richtung.

Wiedersehen im Pokal

Offenkundig etwas zu bequem sind die Gladbacher bisweilen - ein Charakterzug, den Trainer Heiko Herrlich den aktuellen Höhenfliegern aus Leverkusen gerade austreibt. Die Liga-Partie im Borussia-Park gewann Bayer im Oktober 5:1.

Am kommenden Mittwoch treffen die beiden Westklubs an gleicher Stelle im Pokal-Achtelfinale aufeinander. Der nächste Schritt auf dem Weg zum ersehnten Titel - und Sportchef Eberl wird wieder mal besonders genau hinschauen.

    

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