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Die "Un-Serie" soll enden

Deutsche Skispringer gehen als Favoriten in die Tournee

Deutschlands Skispringer gehen als Favoriten in die 66. Vierschanzentournee. Gesamtweltcup-Spitzenreiter Richard Freitag ist die größte Hoffnung auf den ersten deutschen Gesamtsieg seit 16 Jahren. Am Samstag, 16.30 Uhr (ARD), findet das erste Springen statt.

Richard Freitag (l.) und Andreas Wellinger
Richard Freitag (l.) und Andreas Wellinger
Quelle: epa

Eine wirklich schöne Bescherung: Unter dem Weihnachtsbaum von Richard Freitag lag erstmals in seiner Karriere das Gelbe Trikot des Gesamtweltcup-Spitzenreiters. "Ist doch schön, wenn die erste Saisonphase so gut war", sagt er mit Blick auf seine bislang drei Saisonsiege und gibt die Devise für die Vierschanzentournee aus: "Auf geht’s, jetzt geht’s weiter so."

40.000 Zuschauer

Den deutschen Skisprung-Fans würde genau das ganz sicher recht sein. Mindestens 40.000 Zuschauer werden rund um den Auftakt in Oberstdorf erwartet, "so viele wie noch nie" wie die Organisatoren stolz verkünden.

Die deutschen Flieger haben mit Freitag die Nummer 1 und mit Andreas Wellinger die Nummer 2 der Welt in ihren Reihen - und sind dieses Mal große Favoriten. Der erste deutsche Tournee-Gesamtsieg seit Sven Hannawald vor 16 Jahren scheint diesmal wirklich in Reichweite.

"In diese schöne Situation haben sich die deutschen Springer selbst reinmanövriert. Wer wie Richard Freitag mit dem Gelben Trikot bei der Tournee anreist, gehört sowieso zum engsten Kreis der Favoriten. Und Andreas Wellinger hat in jedem Fall auch das Potenzial, die Tournee zu gewinnen", sagt ZDF-Skisprung-Experte Toni Innauer.

Mitfavoriten

Er nennt den polnischen Vorjahressieger Kamil Stoch, Doppel-Weltmeister Stefan Kraft (Österreich) und den Norweger Daniel Andre Tande als härteste Konkurrenten der deutschen Doppelspitze.

Aber auch die Norweger Johann Andre Forfang und Robert Johannsson oder der Slowene Peter Prevc könnten für eine Überraschung sorgen. Trotz der internationalen Konkurrenz glaubt aber auch Sven Hannawald, letzter deutscher Tourneesieger, dass "die deutschen Springer diesmal einfach an der Reihe sind".

Druck für Schuster kein Problem

DSV-Trainer-Werner-Schuster
Werner Schuster

Dass der Erfolgsdruck wegen der grandiosen Ergebnisse im Tournee-Vorfeld noch größer als sonst sein wird, lässt Bundestrainer Werner Schuster kalt. "Das ist doch eine grandiose Situation. Druck haben wir sowieso die ganze Zeit - und ich gehe lieber so in diese sechs intensiven Wochen mit der Tournee der Skiflug-WM in Oberstdorf und den Olympischen Spielen. Irgendwann geht jede Serie mal zuende, auch so eine Un-Serie wie die der deutschen Springer bei der Tournee", sagt der Chefcoach.

Seine Jungs hätten in den vergangenen Jahren bei der Tournee viel Lehrgeld bezahlt, aber sie hätten sich ihre Hörner abgestoßen, sagt Schuster. Der Reiseplan für die insgesamt acht Springen auf vier Schanzen in nur neun Tagen sei über die Jahre auch perfektioniert worden. "Die Zeit der Ausreden ist vorbei", sagt Schuster resolut.

Konstante Leistungen

In diesem Winter, ein Olympiawinter wie damals 2002 bei Hannawald, soll es bei der Tournee endlich wieder mit einem Gesamtsieg klappen. Favorit Nummer 1 ist für fast alle Experten Richard Freitag. Für ihn spricht vor allem die bei der Tournee nötige Konstanz: In den bislang sieben Saisonspringen war er nie schlechter als Sechster, feierte drei Siege und war zwei Mal Zweiter.

Zudem beendete er 2015 schon einmal eine deutsche Negativserie der der Tournee: Damals feierte er in Innsbruck den ersten deutschen Tagessieg seit zwölf Jahren.

Innauer: Wie bei Loitzl

ZDF-Experte Toni Innauer fühlt sich bei Freitag an die Geschichte des Österreichers Wolfgang Loitzl erinnert, der 2009 die Vierschanzentournee gewinnen konnte.

"Der hatte auch alle Voraussetzungen - und jeder hat sich gefragt, warum er es nicht zu den ganz großen Erfolgen schafft. Dann hat er es in zwei Wintern plötzlich gepackt und niemand wusste genau, warum. Bei ihm war es wie jetzt bei Freitag: Irgendwann läuft das Fass über - und das ganze Potenzial wird sichtbar. Richard Freitag setzt bei jedem Sprung neue Maßstäbe, das ist ein phantastisches Gefühl der Selbstwirksamkeit. Und das Beste für Erfolg ist Erfolg."

Wichtig sei laut Chefcoach Schuster nur, dass Freitag das Kopfkino in den zwei Wochen Pause zwischen dem letzten Springen im Schweizerischen Engelberg und dem Tournee-Auftakt in Oberstdorf gut verarbeite. Dabei könnte dem stolzen Sachsen auch die Tatsache helfen, dass Oberstdort seine neue Wahlheimat ist.

Fakten zur Vierschanzentournee

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