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Löw gesteht schweren Fehler ein

WM-Bilanz und Kader-Bekanntgabe

Joachim Löw

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der WM-Blamage in Russland hat Joachim Löw auch eigene Fehleinschätzungen eingestanden. Für das anstehende Frankreich-Spiel verzichtet Löw unter anderem auf Sami Khedira und beruft drei Neulinge.

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"Mein allergrößter Fehler war, dass ich geglaubt habe, dass wir mit unserem dominanten Stil durch die Vorrunde kommen. Wenn wir dieses Spiel spielen, müssen alle Rahmenbedingungen stimmen, damit wir dieses hohe Risiko auch tolerieren können. Diese Rahmenbedingungen haben in diesen Spielen bei uns nicht gepasst", sagte der Bundestrainer auf einer Pressekonferenz in München: "Es war fast schon arrogant. Ich wollte das auf die Spitze treiben und es noch mehr perfektionieren. Ich hätte die Mannschaft vorbereiten müssen so wie es 2014 der Fall war, als es eine Ausgewogenheit gab zwischen Offensive und Defensive."

Schneider nicht mehr Co-Trainer

Thomas Schneider wird nach dem WM-Debakel nicht mehr als Co-Trainer fungieren. Er soll zukünftig die Leitung der Scouting-Abteilung des DFB übernehmen. Demnach wird der Trainerstab zukünftig neben Löw aus Assistent Marcus Sorg und Torwarttrainer Andreas Köpke bestehen. "Wir wollten ganz bewusst einen Fachmann im Scouting-Team haben, was die Gegneranalyse betrifft. Urs Siegenthaler wird selbstverständlich weiter in diesem Bereich zuständig sein", sagte Löw.

Bierhoff kritisiert Auftreten der DFB-Elf

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hat harsche Kritik am Auftritt des DFB-Teams bei der WM in Russland geäußert. "Uns hat die richtige Einstellung gefehlt. Wir sind selbstgefällig aufgetreten, wir haben die Unterstützung der Fans für zu selbstverständlich gehalten", sagte Bierhoff. Man habe gedacht, dass das ein Selbstläufer sei, ergänzte Bierhoff. Deutschland hatte sich als amtierender Weltmeister bei der WM-Endrunde in Russland mit dem Vorrunden-Aus blamiert.

Thema Özil unterschätzt

Löw räumte ein, die Sportliche Leitung der Nationalmannschaft habe vor und während der WM das Thema Mesut Özil "absolut unterschätzt".

"Wir dachten, dass wir das Thema aus der Welt schaffen mit dem Treffen beim Bundespräsidenten. Mein einziger wichtiger Gedanke war, uns richtig auf die WM vorzubereiten", sagte der 58-Jährige zu den Fotos von Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan: "Dieses Thema hat Kraft gekostet, dieses Thema war nervenaufreibend, weil es immer wieder da war." Es sei aber nicht der Grund für das vorzeitige WM-Aus gewesen.

Die Art und Weise des Rücktritts von Özil kann der Bundestrainer nicht nachvollziehen. "Mit seinem Vorwurf über Rassismus hat Mesut ganz einfach auch überzogen. Es gab nie in der Mannschaft auch nur einen Ansatz von Rassismus, keinen Ansatz von rassistischen Äußerungen", sagte Löw. Özil hatte unter anderem dem DFB-Präsidenten Reinhard Grindel Rassismus vorgeworfen. "Dass dieser Rücktritt so vollzogen wurde, schmerzt uns alle, ihn ja auch", bemerkte Manager Oliver Bierhoff.

Neustart ohne Khedira

Beim Neustart in den Länderspielen gegen Frankreich (6. September/Nations League) und Peru (9. September/Test) wird Löw auf Sami Khedira verzichten. Der 2014er-Weltmeister ist das prominenteste von vier Opfern des Russland-Debakels. Dagegen berief Löw mit Kai Havertz (Bayer Leverkusen), Thilo Kehrer von Paris St. Germain und Nico Schulz (TSG Hoffenheim) drei Neulinge. Neben Khedira nahm Löw auch Torwart Kevin Trapp, Marwin Plattenhardt und Sebastian Rudy nicht mehr ins Team. Mesut Özil und Mario Gomez standen nach ihren Rücktritten nicht mehr zur Verfügung.

Damit stehen im 23-köpfigen Aufgebot noch 17 Spieler, die bei der WM das Aus zu verantworten hatten. Leroy Sane, den Löw kurz vor der WM aus seinem Kader gestrichen hatte, kehrt wie die damals ebenfalls durchs Rost gefallenen Jonathan Tah und Nils Petersen zurück. Um Kapitän Manuel Neuer sind noch sieben Weltmeister von 2014 dabei.

DFB-Aufgebot für Frankreich-Länderspiel:

Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona)
Abwehr: Jerome Boateng (Bayern München), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Jonas Hector (1. FC Köln), Mats Hummels (Bayern München), Thilo Kehrer (Paris St. Germain), Joshua Kimmich (Bayern München), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Nico Schulz (TSG Hoffenheim), Niklas Süle (Bayern München), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)
Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Julian Draxler (Paris St. Germain), Leon Goretzka (Bayern München), Ilkay Gündogan (Manchester City), Kai Havertz (Bayer Leverkusen), Toni Kroos (Real Madrid), Thomas Müller (Bayern München), Nils Petersen (SC Freiburg), Marco Reus (Borussia Dortmund), Leroy Sane (Manchester City), Timo Werner (RB Leipzig)

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