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DFB-Team verliert Testspiel in Österreich

Sport | ZDF SPORTextra - DFB-Team verliert Testspiel in Österreich

Trotz des starken Rückkehrers Manuel Neuer im Tor hat die deutsche Nationalmannschaft im vorletzten Testspiel vor der WM eine Niederlage kassiert. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw verlor in Klagenfurt gegen Österreich mit 1:2 (1:0).

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Mesut Özil hatte die DFB-Auswahl in der 11. Minute in Führung gebracht. Der Augsburger Martin Hinteregger (53.) und der Schalker Alessandro Schöpf (69.) sorgten vor 29.200 Zuschauern im Wörthersee Stadion aber noch für die Wende. Kapitän Neuer überzeugte nach achtmonatiger Wettkampfpause mit einigen Klasse-Paraden, musste sich aber über Unzulänglichkeiten seiner Vorderleute ärgern. "Das war ein gutes Comeback von Manuel Neuer nach so langer Zeit. Er hat ein, zwei Bälle prima pariert. Die Niederlage ärgert mich aber", sagte Bundestrainer Löw nach dem Abpfiff im ZDF. "Wir haben die Dinge nicht so umgesetzt, wie wir uns das vorgenommen hatten. Nach der Pause sind wir in ein Fahrwasser geraten, das mir gar nicht gefallen hat."

Neuer souverän, aber noch viel Arbeit für Löw

15 Tage vor dem WM-Start gegen Mexiko hat der Bundestrainer noch viel Arbeit. Von den potentiellen Nachrückern konnten bis auf Verteidiger Niklas Süle und Neuling Nils Petersen keiner nachweisen, dass er die etablierten Kräfte um die in Österreich geschonten Toni Kroos, Mats Hummels oder Thomas Müller in Bedrängnis bringen kann. Am Montag muss Löw noch vier Akteure für seinen endgültigen 23er-Kader aussortieren. Viele Pluspunkte konnte keiner der Wackelkandidaten sammeln.

Neuer agierte in seinem 75. Länderspiel, dem ersten seit 599 Tagen, souverän, strahlte Selbstvertrauen aus, als hätte es keine Dauerverletzung gegeben. Fragezeichen hinter der WM-Tauglichkeit gibt es so keine. Beweise, dass er auch seine starken Reaktionen nach acht Monaten Wettkampfpause nicht eingebüßt hat, lieferte der Kapitän mehrfach. Als der Hoffenheimer Florian Grillitsch auf das kurze Eck schoss, tauchte Neuer ab und lenkte den Ball mit der rechten Hand zur Ecke (32.). Als Marco Arnautovic (55.) frei vor ihm stand, schnellte der Arm blitzschnell hoch. Die Gegentore durch Hinteregger und Schöpf waren für ihn nicht zu verhindern. Die wichtigste Erkenntnis für Löw: Neuers Fuß bereitete auch auf dem schweren, vom Regen getränkten Rasen offenbar keine Probleme mehr.

Heftiges Gewitter verzögert Anpfiff

Das Spiel konnte aufgrund eines Unwetters nicht wie vorgesehen um 18 Uhr angepfiffen werden
Das Spiel konnte aufgrund eines Unwetters nicht wie vorgesehen um 18 Uhr angepfiffen werden
Quelle: dpa


Der Vorlauf der Partie war für Neuer und seine Kollegen zu einer Geduldsprobe geworden. Mehrfach musste der Anpfiff wegen heftiger Regenfälle, Hagel und starker Gewitter verschoben werden. Erst mit 103 Minuten Verspätung ging es los. "Auf der einen Seite denken wir natürlich, dass wir das Spiel unbedingt brauchen, auch um den Rhythmus aufzunehmen. Auf der anderen Seite wollen wir natürlich die Verletzungsgefahr minimieren", erklärte Teammanager Oliver Bierhoff im ZDF.

Die nicht für die WM qualifizierten Österreicher standen von Beginn an sehr tief, verteidigten mit einer Fünferkette. Für das Löw-Team ein willkommener Test, denn auch bei der WM werden die Gruppengegner gegen den Weltmeister auf eine massive Defensive setzen. Das Tor servierten die Gastgeber der DFB-Elf: Torwart Jörg Siebenhandl von Sturm Graz misslang ein Pass, Özil schlenzte den Ball in seinem 90. Länderspiel zum 23. Tor ins lange Eck. Nach viel Kritik in den vergangenen Wochen tat dem Regisseur der Treffer sichtlich gut. Neben Neuer, Joshua Kimmich, Jonas Hector und Sami Khedira gehörte Özil zu einem Quintett, dass seinen Platz zum WM-Auftakt gegen Mexiko sicher haben dürfte.

Gastgeber nach der Pause dominant


Alle anderen mussten vorspielen: Der robuste Süle und Antonio Rüdiger in der Abwehrzentrale wie auch die jungen Leroy Sané und Julian Brandt auf den Außenbahnen. Brandt (20.) bot sich nach gutem Zusammenspiel mit dem mutigen wie mannschaftsdienlichen Neuling Nils Petersen die Chancen zum 2:0 - diesmal parierte Siebenhandl. Auch aus aussichtsreicher Position im Strafraum hatte der nicht entschlossen genug agierende Leverkusener Brandt kein Schussglück (38.). In Sebastian Rudy bot Löw zur zweiten Halbzeit für Khedira einem weiteren möglichen Streichkandidaten die Chance zum Vorspielen. Doch das deutsche Spiel hatte seine Statik verloren.

Besonders Ilkay Gündogan hatte große Probleme, für defensive Stabilität zu sorgen. Beim ersten Gegentor stand Hector völlig falsch. Plötzlich bestimmte Österreich das Spiel. In der deutschen Offensive passierte viel zu wenig, es fehlte die Führungsstärke. Löw brachte Timo Werner und erstmals seit 795 Tagen wieder Marco Reus. Doch das Geschehen spielte sich vornehmlich rund um den deutschen Strafraum ab. Schöpf schoss flach und hart ins lange Eck. Rot-weiß-rot und ihr deutscher Trainer Franco Foda hatten ihr Fußballfest - und Löw viele schnell zu lösende WM-Hausaufgaben.

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