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Deutschlands Stamm-Baum

Schwimm-WM | Wasserball, Spiel um Platz 7

Bei der WM geht es für Deutschlands "Mister Wasserball" Hagen Stamm und sein Team am Samstag, 7 Uhr MESZ (ZDF-Livestream), gegen Griechenland um Platz sieben. Der Fokus richtet sich aber längst auf die Olympia-Qualifikation im nächsten Jahr - auch beim Sohn des Bundestrainers.

19.07.2019, Schwimmen-Weltmeisterschaft: Wasserball-Bundestrainer Hagen Stamm
Wasserball-Bundestrainer Hagen Stamm
Quelle: Bernd Thissen/dpa

Der eigene Fahrradgroßhandel im Berliner Osten ist weit weg, dank moderner Kommunikationstechnik konnte sich Hagen Stamm aber auch während der WM immer mal um seinen Betrieb in der Heimat kümmern. "Wenn ich aus Südkorea zurück bin, werde ich noch drei, vier Tage arbeiten", kündigt der Wasserball-Bundestrainer im Gespräch mit zdfsport.de an: "Und dann geht’s zu meiner Frau an die Ostsee. Die ist dort schon im Urlaub."

Tierisch genervt

Doch auch in den zwei Wochen in Gwangju und während der vorangegangenen finalen Vorbereitung in Tokio hatte der 59-Jährige immer jemanden aus der Familie um sich herum: Zwar nicht seine Frau Renate, die in Berlin als Schwimmtrainerin arbeitet. Aber dafür Sohn Marko, einen der tragenden Köpfe im deutschen Nationalteam - der sich allerdings gleich in der Auftaktpartie gegen Japan einen Bänderriss im Sprunggelenk zuzog.

"Die Verletzung nervt ihn tierisch, aber er würde auch mit dem Kopf unter dem Arm spielen", kommentierte der Papa den enormen Ehrgeiz seines wurfgewaltigen Sprösslings. Obwohl er eigentlich geschont werden sollte, kam Stamm junior auch im zweiten Spiel gegen Brasilien zum Einsatz. Und nicht nur das: Mit fünf Treffern war er beim 15:8 bester Werfer im DSV-Team.

Doppelter Ärger

Acht Tage später ärgerte sich sein Vater ("Vielleicht sind wir noch zu grün") im Anschluss an das 16:17 gegen Olympiasieger Serbien nach Fünfmeterwerfen dann nicht nur über die fehlende Kaltschnäuzigkeit seines jungen Teams.

Sondern auch wegen der Berichterstattung über eine Nachfrage des Schwimm-Weltverbandes (FINA) zu einer Wettkampfdopingkontrolle vom Mittwoch, die seinen Sohn Marko betraf.

"Das hat zumindest meinen Sohn beeinflusst, das hat man ganz deutlich gemerkt. Er hat heute ein schlechtes Spiel gemacht", sagte der Bundestrainer, der im ZDF und monierte: "Das war nicht fair. Es ging um eine Nachfrage zu einem Protokoll, wie sie in der Leichtathletik an der Tagesordnung ist. Heute Morgen kam dann die Nachricht der FINA, dass alles in Ordnung ist. Das so aufzubauschen, ist nicht anständig. Die Presse hat da aus einer Mücke einen Elefanten gemacht."

Mut geschöpft

Zum WM-Abschluss am Samstag wartet auf Stamms Ensemble nun Griechenland im Spiel um die Platz sieben. Dank der überwiegend positiven Eindrücke in Südkorea hat der Abteilungsleiter aber vor allem Mut geschöpft für die Olympia-Qualifikation im nächsten Jahr.

Dabei steht im Januar zunächst die EM in Budapest auf dem Programm, in Ungarns Metropole geht es für das DSV-Team um einen Startplatz für ein Qualifikationsturnier Ende März in Rotterdam.

Das Ticket nach Tokio zu lösen, ist das letzte große Ziel von Hagen Stamm - der, abgesehen von kleineren Unterbrechungen, als Deutschlands "Mister Wasserball" mittlerweile vier Jahrzehnte auf dem Buckel hat.

Erst als Aktiver, der wegen des Olympiaboykotts 1980 die Spiele in Moskau verpasste, ehe er vier Jahre später in Los Angeles mit dem deutschen Team Bronze gewann. Dann als verantwortlicher Bundestrainer am Beckenrand.

Lauter gute Jungs

In dieser Rolle dreht der dreifache Großvater seit Ende 2016 seine zweite Schleife. In Gwangju spendierte er seinen Spielern nach erfolgreich absolvierter Gruppenphase auf einem örtlichen Bierfestival schon mal ein paar Getränke, erlebte mit, wie die Mannschaftskameraden den angeschlagenen Marko Stamm im Rollstuhl durchs Athletendorf schoben - und sagt: "Ich sehe den Job als Bundestrainer als eine Generationsverpflichtung, der ich nachkommen möchte. Im doppelten Sinn, weil mein Sohn in der Nationalmannschaft spielt."

Marko Stamm (r.) aus Deutschland und Christodoulos Kolomvos aus Griechenland in Aktion

ZDF SPORTextra - Schwimm-WM: Wasserball, Deutschland - Griechenland 

Die Begegnung in voller Länge. Reporter: Marc Windgassen

Sport

Dessen Bitte habe bei seiner Rückkehr auf den Cheftrainerstuhl vor zweieinhalb Jahren schon eine gewisse Ausschlagkraft gehabt. "Jeder Vater kann sich ungefähr vorstellen, ob er da ‚Nein‘ sagen kann", lächelt Hagen Stamm, betont aber auch: "Es lag natürlich nicht nur an ihm. Das sind alles gute Jungs, die es wert sind, das noch mal zu versuchen." Das - den Sprung zu den Olympischen Spielen.

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