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Bewährungsprobe für die Nachrücker

Fußball-Nations-League | Deutschland - Peru

Das Freundschaftsspiel gegen Peru (Anstoß: 20:45 Uhr) wird bei der deutschen Nationalmannschaft zur Bewährungsprobe für die Nachrücker. Vor allem für Nico Schulz, der in der Startelf steht.

Nico Schulz auf dem Spielfeld in München
Gehört gegen Peru zur Startelf: Nico Schulz
Quelle: imago sportfoto

Den Machern des Programmheftes beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist zu den Neulingen bei der deutschen Nationalmannschaft eine schöne Überschrift eingefallen. "Neue deutsche Welle" heißt es zur der Doppelseite, die den Novizen im deutschen Aufgebot gewidmet ist. Kai Havertz (19), Thilo Kehrer (21) und Nico Schulz (25) stehen erstmals im elitären Zirkel, Schulz läuft gar von Beginn an auf.

Schon nach der Nullnummer gegen Frankreich hatte Bundestrainer Joachim Löw angekündigt: "Es ist schon sehr wahrscheinlich, dass der eine oder andere Junge von Anfang an die Möglichkeit bekommt". Nun ist es also der bei Hoffenheim unter Vertrag stehende Schulz, der heute Abend (20:45 Uhr) in seiner Heimarena sein Startelf-Debüt gibt.

Schulz hat Stärken in der Offensive

Linksverteidiger Schulz profitiert davon, dass Marvin Plattenhardt (Hertha BSC) verletzt ist und Jonas Hector (1. FC Köln) sich nicht bereit fühlte. Zudem sind die Außenverteidigerposten notorisches Notstandsgebiet bei der Talentsuche. Dass Löw am Donnerstag zum Nations-League-Auftakt gegen Weltmeister Frankreich die so genannte "Ochsen"-Abwehr wiedererweckte, in dem die robusten Innenverteidiger Matthias Ginter und Antonio Rüdiger rechts und links verteidigten, sprach für sich.

Schulz ist auf jeden Fall die offensive Lösung auf dieser Seite, wenn er auch mit 25 nicht mehr in die Talent-Kategorie fällt. Seit dem Kindesalter spielte er bei Hertha BSC, wo er ab der U15 auch regelmäßig den Auswahlmannschaften des DFB angehörte. In Berlin hatte er jedoch Schwierigkeiten sich als Stammspieler durchzusetzen. Dass er nicht nach ganz oben durchstartete, hatte auch mit seinem Verletzungspech zu tun, das ihn vor allem nach seinem Wechsel zu Borussia Mönchengladbach vor drei Jahren behinderte.

Schulz unter Nagelsmann gereift

Bei der TSG Hoffenheim entfaltet er seit der Rückrunde vergangener Saison mit Verzögerung endlich sein Potenzial, was viel mit Trainer Julian Nagelsmann zu tun hat. "Julian ist einfach ein großartiger Trainer", sagte Schulz, "ich bin hier taktisch sehr gereift." Von sich selbst sagte Schulz in einem Interview auf der Verbandshomepage: "Gerade meine Schnelligkeit, meine Power und meine Dynamik würde ich zu meinen Stärken zählen." Dass er aus dem Verein auch die Dreierkette im Repertoire hat, kann schon mal nicht schaden.

Ob Schulz wirklich Hector den Rang ablaufen kann, muss abgewartet werden. Er ist in Löws Amtszeit Debütant Nummer 97. Bislang hat in 2018 unter seiner Regie allein Nils Petersen (SC Freiburg) seinen Einstand gegeben, in den beiden Jahren zuvor waren es jeweils neun Neulinge.

Havertz gilt als besonderes Talent

In Havertz sieht der Bundestrainer einen herausragenden Mittelfeldspieler, der in den bisherigen Trainingseinheiten mehr als überzeugt hat. Und der etwa einspringen könnte, weil Taktgeber Toni Kroos seinen Verbleib in der Nationalmannschaft an gewisse Auszeiten verknüpft hat. Havertz habe, lobte Löw, "eine unglaubliche Spielintelligenz und Ruhe am Ball." Und: "Für sein junge Alter hat er auch eine hohe Präsenz. Er ist einer der talentiertesten Spieler überhaupt."

Havertz ist einer der talentiertesten Spieler überhaupt.
Joachim Löw

Der in Aachen geborene Ausnahmeakteur ist in den U-Mannschaften des DFB seit langem hoch geschätzt. Auch bei Bayer Leverkusen wissen sie um den Wert eines Profis, der vor zwei Jahren mit 17 Jahren und 126 Tagen in einem Auswärtsspiel bei Werder Bremen sein Bundesligadebüt gab. Nur sieben Spieler in der Liga-Historie waren zu diesem Zeitpunkt jünger. Wenige Monate zuvor hatte Havertz noch mit Bayers B-Junioren unter Trainer Markus Anfang die Deutsche Meisterschaft gewonnen.

Bereits 2016 erhielt er die Fritz-Walter-Medaille in Silber bei den U17-Junioren. Eigentlich stände am Sonntag die nächste Ehrung an, wenn dieselbe Auszeichnung im Güterbahnhof von Heidelberg vergeben wird - und Havertz die Plakette in Gold in der U19-Kategorie bekommen würde. Doch nun hat das Toptalent eben Besseres vor - nämlich am selben Abend für die A-Mannschaft zu debütieren.

Jung-Vater Sanè wird fehlen

Gerne hätte das Publikum auch noch gesehen, wie sich einer wie Leroy Sané (22) schlägt. Doch der hochbegabte Dribbler von Manchester City hat aus privaten Gründen schon vor dem Weiterflug von München nach Mannheim das Mannschaftshotel verlassen dürfen. Seine Freundin Candice Brook brachte am Freitag die gemeinsame Tochter Rio Stella zur Welt.

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