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Agag: "Deutschland ist unser wichtigstes Land"

Der Formel-E-Promoter im Interview

Mehr Formel E in Deutschland? Durchaus möglich, sagt Formel-E-Promoter Alejandro Agag im Interview mit zdfsport.de. Das ZDF zeigt am Sonntag ab 21 Uhr das letzte Saisonrennen im Livestream.

Alejandro Agag bei einer Pressekonferenz der FIA-Formel-E-Meisterschaft in Rom
Alejandro Agag bei einer Pressekonferenz der FIA-Formel-E-Meisterschaft in Rom
Quelle: imago-sport

zdfsport.de: Ab 2020 wird es vier deutsche Hersteller in der Formel E geben. Wird es dann auch mehr Rennen in Deutschland geben?

Alejandro Agag: Die erste Konsequenz wird großartiger Rennsport sein. Ein faszinierender Kampf. Ich glaube nicht, dass diese vier Hersteller zuvor schon einmal gemeinsam in einer Rennserie gefahren sind. Vielleicht kommt ein weiteres Rennen in Deutschland, warum nicht? Wir sprechen mit verschiedenen Städten, wir kommen gerne nach Deutschland. Das Rennen in Berlin ist ein großer Erfolg. Deutschland ist wahrscheinlich unser wichtigstes Land mit großen Partnern und sehr guten Fahrern.

zdfsport.de: Die Formel E wird vielfach mit der Formel 1 verglichen. Was kann die Formel 1 von der Formel E lernen?

Agag: Eigentlich mögen wir diesen Vergleich nicht. Wir versuchen, anders zu sein. Ich würde nicht sagen, die Formel 1 kann nichts von uns lernen, es ist einfach anders. Das Konzept ist: Wir fahren in den Innenstädten, wir fahren elektrisch; wir sind die einzige Rennserie, die das tut. Wir wollen unseren Sport nahe zu den Menschen bringen, sehr gut erreichbar sein. Das ist der Unterschied.

zdfsport.de: Aktuell finden die Rennen auch in Städten statt, die keine lange Motorsporttradition haben. Wie begegnen Sie diesem Problem?

Agag: Es braucht seine Zeit. Wenn wir in eine Stadt gehen, wissen die Menschen zunächst nicht, was die Formel E ist. Aber sie sind neugierig. Wenn man dann zum zweiten Mal kommt, wissen die Menschen schon etwas mehr. Es ist ein gutes Gefühl eine Nachricht überbringen zu können und unseren Rennsport zu erklären. Unsere Message ist im Grunde, kauft Elektro-Autos!

zdfsport.de: Der aktuelle Zeitplan mit Rennen im Zeitraum Dezember bis Juli hat Vor- aber auch Nachteile. Zum Beispiel durch Überschneidungen mit Wintersport bei vielen europäischen Sendern.

Agag: Die Rennen im Winter haben sehr gute Quoten. Es gibt im Winter normalerweise keinen Motorsport. Unser Vorteil ist, Formel  E und Formel 1 konkurrieren nicht miteinander. Wir konkurrieren mit Wintersport, mit Fußball, mit Golf, all diesen Sportarten. Viele Motorsport-Fans möchten aber auch im Winter Motorsport sehen - und Januar bis März ist dafür ein guter Zeitraum. Und man konkurriert nicht mit der Formel 1.

zdfsport.de: Wird es dabei bleiben?

Agag: Ja, ich glaube es wird dabei bleiben. Wir werden sicher Rennen haben im November, Dezember, Januar, Februar und März.

zdfsport.de: Welche konkreten Technologie-Transfers zwischen der Rennserie und normalen Fahrzeugen gibt es schon jetzt?

Agag: Vieles. Vor allem im Bereich Batterie-Management. Hier werden Daten übermittelt, die die Hersteller nutzen können.

zdfsport.de: Wenn Sie die freie Wahl hätten: Welchen Fahrer aus einer anderen Rennserie wünschen Sie sich in der Formel E?

Agag: Ich könnte Hamilton gebrauchen.

zdfsport.de: Sie selbst würden gerne in die Formel E investieren und Teilhaber werden. Gibt es diesbezüglich etwas Neues?

Agag: Das ist wahr. Ich habe ein Angebot gemacht, die Firma, die ich kreiert habe, zu kaufen. Meine Partner möchten aber nicht verkaufen. Sie sind aktuell sehr glücklich mit der Struktur - und ich habe eine großartige Beziehung zu meinen Partnern.  Wir werden eventuell gemeinsam die finanzielle Struktur verändern, aber nicht dramatisch.

zdfsport.de: Wie hat Ihnen Ihre Vergangenheit als Investment-Banker und Politiker geholfen, die Formel E zu entwickeln und aufzubauen?

Agag: Die Erfahrung hilft, die verschiedenen Kräfte zu managen. Man muss eine Menge Leute gleichzeitig glücklich machen - und das ist nicht immer einfach. Dasselbe gilt für eine Motorsport-Serie wir die Formel E. Als Banker habe ich Erfahrungen, Projekte zu finanzieren und Kapital zur Verfügung zu stellen. Und wir mussten viel Kapital beschaffen, um das Projekt Formel E möglich zu machen.

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