Hamilton siegt vor Vettel

Formel 1: Großer Preis von Belgien

Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Belgien gewonnen und sich damit sein 200. Rennen in der Formel 1 versüßt. Mit dem Sieg in Spa hat der Brite den Rückstand im WM-Zweikampf mit Sebastian Vettel wieder halbiert.

Lewis Hamiton, Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo auf dem Podest
Erster, Zweiter und Dritter in Spa: Lewis Hamiton, Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo Quelle: ap

Einen Tag nach der Unterschrift unter einen neuen Dreijahresvertrag bei Ferrari musste sich der deutsche WM-Spitzenreiter nach einem engen Duell mit Platz zwei hinter dem Mercedes-Pilot begnügen. Dritter beim Großen Preis von Belgien wurde der Australier Daniel Ricciardo im Red Bull, der in der Schlussphase von einem Safety-Car-Einsatz profitierte und Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen und den WM-Dritten Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil hinter sich ließ. Nico Hülkenberg meldete sich als starker Sechster im Renault aus der Sommerpause zurück.

Noch sieben Punkte Vorsprung

In der WM-Gesamtwertung hat Vettel nach dem zwölften von 20 Saisonrennen nur noch sieben Punkte Vorsprung vor Hamilton, der zum fünften Mal in diesem Jahr als Erster ins Ziel fuhr. Nach dem Ungarn-Erfolg von Vettel konterte Hamilton damit wieder im Titelrennen und könnte kommende Woche in Monza mit einem weiteren Sieg die WM-Führung übernehmen. In dieser Saison schaffte es allerdings noch kein Fahrer, zwei Grand Prix nacheinander zu gewinnen.

"Es war ein starkes Wochenende", sagte Hamilton auf dem Podium: "Sebastian hat mir einen tollen Kampf geliefert, aber ich habe gesagt, dass ich abliefere, und das habe ich getan." Auch Vettel hatte ein "sehr intensives Rennen" erlebt: "Ich habe auf den einen Fehler von Lewis gewartet, aber den hat er nicht begangen. Unsere Geschwindigkeit hier war sehr gut, jetzt kann ich mich auf unser Heimrennen in Monza freuen."

Rekord-Pole von Hamilton

In seinem Jubiläumsrennen war Hamilton zum 68. Mal von der Pole Position gestartet. Damit stellte er den Rekord von Michael Schumacher ein, der an gleicher Stelle vor 25 Jahren sein erstes Formel-1-Rennen gewonnen hatte. Sohn Mick war kurz vor dem Grand Prix zur Erinnerung an den Debütsieg seines Vaters eine Ehrenrunde in dessen Weltmeister-Benetton von 1994 gefahren.

Die Familie Schumacher hatte Hamilton am Samstag Glückwünsche zu dessen Rekord-Pole übermitteln lassen. Diesen emotionalen Schub nutzte Hamilton am Start und behauptete Platz eins gegen den attackierenden Vettel, der als Zweiter losgefahren war. Dahinter hielt Bottas im zweiten Silberpfeil als Dritter seinen finnischen Landsmann Räikkönen im Ferrari zunächst in Schach.

Frühes Aus für Verstappen

Erneut frühzeitig endete nach technischen Defekten indes der Arbeitstag für Sauber-Pilot Pascal Wehrlein und Max Verstappen. Der Niederländer, für den tausende seiner Fans die Reise ins Nachbarland angetreten hatten, rollte in der achten Runde mit einer Panne an seinem Red Bull aus. Es war schon sein sechster Ausfall im zwölften Saisonlauf. "Ich kann das einfach nicht glauben", klagte der 19-Jährige via Boxenfunk.

Besser lief es für Vettel, der Hamilton dichtauf folgen konnte. Hatte Mercedes in den vergangenen Jahren gerade auf schnellen Strecken wie Spa klar dominiert, scheint Ferrari diese Schwäche inzwischen nahezu abgestellt zu haben. Dies dürfte der Scuderia auch Hoffnung für das Heimspiel in Monza am kommenden Sonntag geben, da der Königliche Park auch ein Hochgeschwindigkeitskurs ist.

Duell der Strategien

So lief es zwischen Mercedes und Ferrari auf ein Duell der Strategien hinaus. Hamilton kam in der 13. Runde zum Reifenwechsel, Bottas einen Umlauf später. Ferrari ließ Vettel und Räikkönen jeweils zwei Runden mehr drehen. Doch weil das Mercedes-Duo auf frischen Reifen starke Zeiten fuhr, änderte sich durch die Stopps nichts an der Rangfolge.

Kurz darauf aber musste Räikkönen zwangsweise erneut an der Garage halten. Weil der viermalige Spa-Sieger gelbe Warnflaggen missachtet hatte, erhielt er eine Zehn-Sekunden-Strafe und fiel zurück. In einem lange spannungsarmen Rennen sorgte dann eine Kollision der beiden Force-India-Piloten doch noch für Nervenkitzel. Das Safety-Car rückte aus, das Feld kam noch einmal für neue Reifen an die Boxen. Ferrari gab Vettel die vermeintlich schnellste Reifenmischung mit, während Mercedes bei Hamilton auf die konstanteren Pneus setzte. Zwar griff Vettel sofort nach dem Neustart an, doch sein britischer Rivale hielt dem Druck stand und zog davon.

WM-Wertung

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