Sara Björk Gunnarsdóttir: Hart und herzlich

Frauenfußball-WM-Quali: Deutschland - Island am 20. Oktober in Wiesbaden

Dafür krempelt sie ihre Trikotärmel besonders gerne hoch. Sara Björk Gunnarsdóttir vom VfL Wolfsburg freut sich auf das Duell gegen Deutschland (Fr., 15:45 Uhr live im ZDF). Dass Islands Fußballfrauen verbissen um jede noch so kleine Chance kämpfen, hat sich zu deren Markenzeichen entwickelt.

Sara Björk Gunnarsdottir (VfL-Wolfsburg)
Islands Nationalspielerin vom VfL Wolfsburg: Sara Björk Gunnarsdottir Quelle: imago

Ihre Integration ist im Rekordtempo gelungen. National wie international: Die Fußballfrauen des VfL Wolfsburg siegen auch deshalb in Serie, weil Sara Björk Gunnarsdóttir mit ihrer ebenso herzlichen wie zielstrebigen Art überzeugt. An der Seite von Lena Goeßling bildet sie ein Duo vor der Wolfsburger Abwehr, das für das Abräumen und Gestalten zugleich zuständig ist.

Doch die vereinsbedingte Freundschaft zwischen Goeßling und Gunnarsdóttir steht am Freitag (15:45 Uhr, live im ZDF) in Wiesbaden vor einer harten Probe. Im wichtigen WM-Qualifikationsspiel zwischen Deutschland und Island werden aus harmonischen Kolleginnen ehrgeizige Gegnerinnen.

Voller Stolz und Einsatzfreude

Das Duell zwischen Deutschland und Island lässt nicht erwarten, dass einfach mal wieder ein Schützenfest zu Gunsten von Schwarz-Rot-Gold gelingt. Denn Spielertypen wie Gunnarsdóttir stehen für cleveren Fußball bei extrem hoher Einsatzbereitschaft. "Auch wenn es ein schweres Spiel wird: Eine solche Konstellation macht immer Spaß", findet die agile Mittelfeld-Spezialistin.

Gunnarsdóttir und Co. gehen sehr robust in die Zweikämpfe. Der Stolz einer kleinen Nation, deren Männer sich bereits für die WM qualifiziert haben, wird konsequent auf den Platz übertragen. "Mit den Erfolgen der Männer wird unser Fußball immer populärer. Wir machen in Island in allen Sportarten einen guten Job und bekommen viel Unterstützung. Man ist stolz auf uns, die Atmosphäre ist sehr gut", erklärt Gunnarsdóttir.

Respekt im deutschen Team

Ihre Stutzen sind meistens bis über die Kniescheiben gezogen. Mit den Händen wird ständig dirigiert, mit zackigen Kommandos organisiert. Gunnarsdóttir signalisiert während eines Spiels sehr eindrucksvoll, dass sie für Nebenrollen des bezahlten Sports nicht gemacht ist. "Sie ist ständig in Aktion, erläuft fast jeden Ball und ist auch noch torgefährlich. Ich bin gespannt, was da auf uns zukommt", gesteht Alexandra Popp.

Deutschlands treffsichere Torjägerin, wie Goeßling im Verein auf der Seite von Gunnarsdóttir, hat großen Respekt vor der Stärke Islands. "Die spielen sehr robust, während es bei uns im Team ein paar Schönspielerinnen gibt. Ich bin gespannt, was auf uns zukommt", sagt Popp. In ihrer ersten Partie der Gruppe 5 ist den Isländerinnen ein 8:0-Erfolg gegen die Auswahl der Färöer-Inseln gelungen. Unter den Torschützen, mit der Trikotnummer 7: die 26 Jahre alte Sara Björk Gunnarsdóttir.

Vielseitige Hingucker

Islands Nationalmannschaft ist gespickt mit erfahrenen Spielerinnen, von denen die Mehrheit bei schwedischen Klubs unter Vertrag steht. Dazu kommt so manche Kuriosität. Innenverteidigerin Sif Atladóttir etwa, die Tochter des früheren Bundesligaspielers Atli Edvaldsson, bringt als ehemalige Speerwerferin die Gabe mit, erstaunlich weit einwerfen zu können. Darüber hinaus stellt Europas Boulevardpresse immer wieder erfreut fest, wie lebenslustig und hübsch die besten Spielerinnen aus Island doch sind. Daraus aber abzuleiten, dass es sich um eine sanft agierende Mannschaft handelt, wäre ein naiver Trugschluss.

Beeindruckende Karriere

Ihr Weg vom kleinen Island in die Spitze des Frauenfußballs ist typisch. Wie so viele Spielerinnen aus dem Inselstaat ist den Lehrjahren in der Heimat ein Wechsel nach Schweden gefolgt. Sara Björk Gunnarsdóttir hat es mit ihrem früheren Verein Malmö FF, der inzwischen FC Rosengård heißt, bis in die Champions League geschafft. Dort musste sie sich auch mit dem VfL Wolfsburg duellieren und stieß dabei an Grenzen. 2016 hat sich Gunnarsdóttir dann entschlossen, bei den ambitionierten Niedersachsen die nächste sportliche Herausforderung zu suchen.   

Die besten Spielerinnen Islands können gut damit leben, als Gegnerinnen mit Ecken und Kanten wahrgenommen zu werden. Gunnarsdóttir hatte nach ihrem Wechsel zu den Wolfsburgerinnen so gut wie keine Anpassungsprobleme – abgesehen von ihrer resoluten Spielweise. „Sara musste lernen, mit weniger Fouls auszukommen“, sagt VfL-Sportdirektor Ralf Kellermann. Er glaubt, dass Gunnarsdóttir und Co. bei den Qualifikationsspielen zur Weltmeisterschaft 2019 in Frankreich ein sehr unangenehmer Gegner für die deutsche Nationalmannschaft sein können.

Spielerin des Jahres

In ihrer Heimat ist Gunnarsdóttir eine bekannte Größe. Die 26-Jährige hat es dort geschafft, trotz einer Knieverletzung zu Teenager-Zeiten den Weg in den Leistungssport zu schaffen. 2013 und 2015 ist sie zu Island Spielerin des Jahres gekürt worden. Mit ihrem Wechsel zum VfL Wolfsburg, dem zweifachen Gewinner der Champions League, hat Gunnarsdóttir ihre Chance auf einen internationalen Titel erheblich erhöht. „Darum bin ich nach Wolfsburg gekommen“, sagt die Mittelfeldspielerin, die sich am Ufer des Mittellandkanals sehr wohlfühlt. Sie hat bei ihrem aktuellen Verein auch ihr privates Glück gefunden. Gunnarsdóttir ist mit VfL-Physiotherapeut Alexander Jura befreundet.

DFB-Frauen in der WM-Quali

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