Holland gewinnt Finale - und der DFB staunt

Gastgeber holen EM-Titel zum ersten Mal

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Die Fußball-Frauen der Niederlande haben bei der EM das Endspiel gegen Dänemark mit 4:2 (2:2) gewonnen. Für den DFB-Präsidenten blieb die Erkenntnis: Die beiden Endspielteilnehmer sind derzeit eine Klasse besser als Deutschland.

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1 min
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Video verfügbar bis 31.12.2017, 19:20

"Wir haben unseren Vorsprung verloren. Da nützt es nichts, drumherum zu reden. Wir müssen wieder besser werden", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel im ZDF-Interview.

Die Däninnen hatten im Viertelfinale das DFB-Team ausgeschaltet, das zuletzt sechs Mal hintereinander den Titel gewonnen hatte. Die Niederländerinnen sind bei der zwölften EM erst der vierte Sieger nach Deutschland (8 Titel), Norwegen (2) und Schweden (1).

Drei Bundesliga-Spielerinnen

Vor 28.182 Zuschauern im ausverkauften Twente-Stadion, darunter Louis van Gaal und Marco van Basten, ging es hin und her. Erst brachte Nadia Nadim (6.) Dänemark per Foulelfmeter in Führung, nur vier Minuten später glich Vivianne Miedema aus. Lieke Martens (28.) sorgte für die niederländische Führung, die Wolfsburgs Torjägerin Pernille Harder (33.) egalisierte. Für die Entscheidung sorgten Sherida Spitse (51.) per direktem Freistoß und kurz vor Schluss erneut Miedema (89.).

Im ersten EM-Finale seit 1993 ohne Beteiligung der DFB-Frauen vertrat zumindest Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus als Vierte Offizielle die deutschen Farben. Mit Spielmacherin Jackie Groenen bei den Niederlanden sowie Cecilie Sandvej (beide 1. FFC Frankfurt) und Harder bei den Däninnen standen zudem drei Bundesliga-Spielerinnen in den Startformationen.

Elfmeter schockt Oranje

Die Oranje-Party rund um das Duell der Endspiel-Debütanten hatte bereits am frühen Nachmittag begonnen, als sich rund 12.000 Fans im Zentrum von Enschede versammelten und als "Oranjemarsch" gemeinsam zum Stadion liefen. Diese Tradition ist auch bei EM- und WM-Teilnahmen der männlichen Elftal an den Spielorten üblich.

Doch als die Fan-Massen in der Arena Platz genommen hatten, legten die Gastgeberinnen einen Fehlstart hin. Linksverteidigerin Kika van Es brachte im Strafraum Sanne Troelsgaard zu Fall. Die Unparteiische Esther Staubli (Schweiz) zeigte zurecht ohne Zögern auf den Elfmeterpunkt, und Nadim verwandelte sicher.

Der Gastgeber brauchte aber nicht lange, um den erstmaligen Rückstand im Turnier zu verdauen. Die Ex-Münchnerin Miedema gab nach toller Vorarbeit von Shanice van de Sanden auf dem rechten Flügel die passende Antwort für das spielerisch überlegene Oranje-Team.

Tolle Kulisse im Rücken

Doch auch die holländische Führung durch Martens mittels platziertem Linksschuss aus der Drehung verlieh dem Favoriten zunächst keine Stabilität. Nach einem tollen Solo zeigte die dänische Kapitänin Harder ihre ganze Klasse und feierte ihren ersten Turniertreffer.

Nach dem Seitenwechsel blieben die Oranje-Löwinnen mit der lautstarken Kulisse im Rücken am Drücker. Bei Spitses Freistoß-Treffer aus 20 Metern machte Dänemarks Torhüterin Stina Petersen im entscheidenden Moment auf der Linie einen Schritt in die falsche Richtung. Es blieb bis in die Schlussphase spannend, doch dann ließ Miedema die Oranje-Fans schon Minuten vor dem letzten Pfiff der EM feiern.

Mit Material von dpa/SID

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