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Auf in die Berge

Frauenfußball-WM | DFB-Team

Nach der erfolgreichen Vorrunde geht es für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft nun nach Grenoble zum Achtelfinale. Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nervt ein bisschen, noch bis Donnerstag auf den nächsten Gegner warten zu müssen.

DFB-Frauen auf dem Weg nach Grenoble
DFB-Frauen auf dem Weg nach Grenoble

Es kann wahrlich niemand behaupten, dass die deutschen Fußballerinnen bei dieser Frauen-WM nichts von der Vielfalt Frankreichs mitbekommen. Zum rauen Klima in der Bretagne in Rennes, dem provinziellen Charme von Valenciennes nahe der belgischen Grenze und dem mediterranen Flair in Montpellier am Mittelmeer kommt nun das Gebirgspanorama von Grenoble in den französischen Alpen.

Die anderen Mannschaft haben Angst vor uns.
Almuth Schult

Für den DFB-Tross stand am Dienstag nach dem 4:0-Pflichtsieg gegen Südafrika  mit der Zugfahrt bis nach Valence und der Weiterreise im Bus gleich die nächste Etappe inklusive Luftveränderung an, wobei Einheimische davor warnen, dass sich die 160.000-Einwohnerstadt in der Region Rhône-Alpes gerne in einen stickigen Kessel verwandelt. Vielleicht ganz gut, dass das deutsche Quartier am Fuße des Skigebiets Chamrousse in der Kurstadt Uriage-les-Bains ein ganzes Stück abseits von Grenoble liegt.

Warten auf den Gegner

Ohnehin vergleicht Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg das Turnier mit einer "Tour de France". Nun wartet mit dem Achtelfinale (Samstag 17.30 Uhr/ live ZDF) die erste Bergetappe. Aber gegen wen geht es? Weil Deutschland als Sieger der Gruppe B auf einen der vier besten Dritten der Gruppen A, C oder D trifft, sind mehrere Varianten möglich. Endgültige Aufklärung erfolgt erst nach Abschluss der Gruppenphase am Donnerstagabend.  Ein Mathematik-Studium sei dafür nicht erforderlich, sagte die Trainerin halb im Ernst, halb im Spaß.

"Es wäre blöd, sich irgendetwas zu wünschen. Ich finde es unfassbar spannend und schwierig. Mehrheitlich läuft es auf die Dritten der Gruppen C und D hinaus. Natürlich macht es das nicht einfacher, wenn wir erst so spät wissen, auf wen wir treffen." Doch der DFB sei professionell aufgestellt, das Team der Scouts und Analysten hätte sich den Norden und Süden aufgeteilt, "dann gilt es diese Informationen zu filtern und zusammenzubringen."

Leupolz und Schult bleiben selbstkritisch

Es geht noch besser.
Melanie Leupolz

Garantiert wird der nächste Gegner in der Defensive nicht solche Räume anbieten wie Südafrika. Melanie Leupolz (14.), Sara Däbritz (29.), Alexandra Popp (40.) und Lina Magull (58.) nutzten artig den gewaltigen Platz, den die Banyana Banyana anbot. Vom Überschwang waren die Protagonisten trotz des ersten deutlichen Sieges weit entfernt. Selbst sei sie ja verwundert gewesen, "wie blank ich stand" sagte Leupolz zu ihrem Führungstor. Die Mittelfeldspielerin vom FC Bayern möchte die WM "als Prozess sehen, wir müssen noch was draufpacken, es geht noch besser."

Dass sich ihre Vorderleute steigern, verlangt Torhüterin Almuth Schult. Die 28-Jährige entschärfte in der Schlussphase, in der sich nicht nur eine Nachlässigkeit einschlich, den Alleingang von Thembi Kgatlana (74.) und bewahrte die weiße Weste fürs deutsche Team, dass seine Mängel in der Kompaktheit bislang zu übertünchen wusste. Aber geht das dauerhaft gut? "Solche Fehler, dass wir die Bälle leichtfertig verdaddeln, werden im Achtelfinale hart bestraft", glaubt Schult. Sie sehe ja die Sache von hinten, und  da sei eben noch nicht alles in Ordnung. Gleichwohl gelte: "Die anderen Mannschaft haben Angst vor uns."

Effizienz ist ein Markenkern

Und auch  Voss-Tecklenburg stellte zuvorderst die positiven Aspekte heraus. "Dass wir mit neun Punkten durch diese Gruppe gehen, ist nicht selbstverständlich. Wir haben uns das auf unterschiedlichste Art und Weise verdient." Dass die Effizienz ein Markenkern der DFB-Frauen bei der WM 2019 ist, muss kein schlechtes Zeichen sein. Gab es ähnliche Verläufe schon zu Zeiten von Tina Theune und Silvia Neid, die 2003 und 2007 die deutschen Fußballerinnen einst zu den beiden WM-Titeln führten.

Voss-Tecklenburg schien es fast zu gefallen, dass am Montagabend im Stade de la Mosson ausgerechnet ein englischer Reporter an diese Qualitäten des deutschen Fußballs erinnerte. "Deutschland hat Turniere gewonnen, wenn es genauso war: schwer ins Turnier starten, sich von Spiel zu Spiel zu steigern und als Gewinner vom Platz gehen. Das würde ich hier sofort unterschreiben. Aber mit dieser Mannschaft wird jedes Spiel eine Herausforderung."

Vage Aussagen zum Comeback von Marozsan

Es sei wichtig, dass sich ihr Team weiter stabilisiert. "Natürlich gibt es Dinge, die mir nicht gefallen haben. Eine Trainerin ist nie zufrieden. Wir haben immer noch Phasen, wo wir es zu kompliziert lösen wollen. Manchmal kann Fußball ganz einfach sein." Für diese einfachen Dinge steht Dzsenifer Marozsan, die in Zivilkleidung die Südafrika-Partie verfolgte. Sie trug Turnschuhe ohne Socken, rosafarbenes Tape war hoch bis ans Schienbein geklebt.

Hinter den Kulissen wird fieberhaft an Möglichkeiten gearbeitet, die Spielmacherin trotz der gebrochenen Mittelzehe des linken Fußes für ein mögliches Viertelfinale in Rennes (29. Juni) vielleicht wieder auf den Platz zu bringen. Dazu muss der Fuß weitgehend schmerzfrei und der Schuh gut geschützt sein. Voss-Tecklenburg wollte sich zur Causa Marozsan noch nicht näher äußern. "Das können wir tatsächlich nicht sagen. Wir können noch keine Prognose stellen, sie war mit uns noch gar nicht auf dem Platz. Es gibt kleine Fortschritte, aber wir schauen von Tag zu Tag."

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