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Der lange Pass in Richtung Gleichstellung

Bei der Frauenfußball-WM werden Forderungen wieder lauter

Die 8. Weltmeisterschaft in Frankreich soll den Frauenfußball weltweit auf die nächste Ebene heben. FIFA-Präsident Infantino spricht von einer „neuen Ära“ und einer „Explosion des Frauenfußballs“. Doch bis zur Gleichstellung ist der Weg noch weit. Davon kann Ada Hegerberg ein Lied singen.

Archiv: Ada Hegerberg am 18.05.2018 in Budapest
"Mental gebrochen": Ex-Nationalspielerin Ada Hegerberg
Quelle: imago

Ein Mammutturnier ist es schon jetzt. Vom 7. Juni bis 7. Juli bestreiten 24 Teams - darunter die WM-Neulinge Chile, Jamaika, Schottland und Südafrika - über 31 Tage 52 Spiele in neun französischen Städten. Vollmundig verspricht die FIFA in seinem Strategieplan für den Frauenfußball, die Zahl der Spielerinnen binnen zehn Jahren weltweit auf 60 Millionen zu erhöhen. Auf einer zweitägigen Frauenfußball-Tagung diskutieren Persönlichkeiten und Führungskräfte aus Sport, Politik und Gesellschaft in Paris erstmals gemeinsam über die Zukunft, Entwicklungs- und Vermarktungspotenziale des beliebtesten Sports für Mädchen und Frauen. Ein zentrales Thema des Kongresses ist auch die neu aufflammende Diskussion um die Gleichstellung von Frauen und Männern und deren Bezahlung im professionellen Fußball.

Bewegung zur Gleichstellung

Hope Solo wirft Sepp Blatter sexuelle Belästigung vor.
Hope Solo
Quelle: Daniel Oliveira/LIGHTPRESS/dpa

Die Forderungen nach gleicher Behandlung bei Prämien werden immer lauter. Im Land des WM-Titelverteidigers USA gibt es schon lange eine von Ex-Nationaltorhüterin Hope Solo angeführte Bewegung zur Gleichstellung vom kickenden Männern und Frauen, zumal die Mannschaft um Starspielerin Alex Morgan erheblich erfolgreicher ist als die männlichen Kollegen. Einige Spielerinnen verklagten sogar bereits den US-Fußballverband, um gleiche Rechte zu erstreiten.

Als einer der wenigen Verbände zahlen die Norweger ihren Spielerinnen mittlerweile die gleichen Prämien wie den Nationalspielern. Ada Hegerberg genügte das erstrittene Entgegenkommen nicht. Aus Frust und nach einem heftigen Streit mit dem Verband über die ihrer Meinung nach unfaire Behandlung und Benachteiligung der Nationalspielerinnen erklärte die 23-Jährige vom Champions-League-Sieger Olympique Lyon vor zwei Jahren nach 66 Länderspiele ihren Rücktritt aus dem Nationalteam. Sie fühlte sich in dem Zwist „mental gebrochen“, erklärte sie dem norwegischen Fußball-Magazin „Josimar“.

Schmerzlicher Verlust für Norwegen

Für das Team ist ihr Fehlen bei der WM ein schmerzlicher Verlust, denn die 2018 mit dem „Ballon d'Or“ ausgezeichnete Stürmerin ist sportlich nicht zu ersetzen. Bei der Ehrung als beste Fußballerin der Welt war es zum Eklat gekommen, als der französische TV-Moderator sie aufforderte, mit dem Po zu wackeln. Nicht zuletzt deshalb geht es Hegerberg um mehr als Geld, es geht um Respekt und die gleichen Chancen für Mädchen, ihre Träume zu verwirklichen. „Es kann hart sein, allein für etwas einzustehen, an das man glaubt“, sagte die Stürmerin, die für ihre harte Haltung auch Kritik einstecken muss, dem TV-Sender CNN. Aber sie bereit, „das auszuhalten, um für meine Werte und Überzeugungen einzustehen und meinen Weg zu gehen.“

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