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Freitag auf der Jagd

Nach Platz zwei beim Auftaktspringen in Oberstorf geht Richard Freitag als Jäger in das Neujahrsspringen der 66. Vierschanzentournee. Die ideale Ausgangsposition für den Wettbewerb in Garmisch-Partenkirchen, der heute mit der Qualifikation (14 Uhr/live im ZDF) beginnt.

Richard Freitag
Richard Freitag will in Garmisch weiter angreifen. Quelle: ap

Richard Freitag hatte ein glückliches Lächeln auf den Lippen – auch wenn es für den Topfavoriten mit dem Schnauzbart nicht zum ersehnten Heimsieg beim verregneten Auftaktspringen der 66. Vierschanzentournee gereicht hatte. Nach Platz zwei in Oberstdorf ist der überlegene Gesamtweltcup-Spitzenreiter beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen (Montag 14 Uhr/live im ZDF) in der Position des Jägers.

Innauer: Freitag hat noch Reserven

Titelverteidiger Kamil Stoch (Polen) hat nur 4,4 Punkte (umgerechnet gut 2,4 Meter) Vorsprung auf den Sachsen, der den Traum vom ersten deutschen Tournee-Gesamtsieg seit 16 Jahren erfüllen soll. „Der Start in die Tournee war für ihn als Topfavoriten bei dem ganzen Druck der Öffentlichkeit extrem schwierig – aber er hat es bei schwierigen Wetterbedingungen gut gemeistert. Es läuft für Freitag sehr gut, er hat eine denkbar gute Ausgangsposition“, analysiert ZDF-Experte Toni Innauer.

Ein Sieg zum Auftakt, so der österreichische Skisprung-Professor, hätte den Hype um Freitag in Deutschland noch mehr angefacht. „So ist schon mal abgehakt, dass er alle vier Springen gewinnt. Jetzt kann Richard Freitag beim Neujahrsspringen seine Reserven erschließen.“

Warten auf das Wow-Feeling

Der 26 Jahre alte Freitag hatte in Oberstdorf nämlich keinesfalls perfekte Sprünge gezeigt und vom Wind war er im entscheidenden zweiten Sprung im Gegensatz zu Kamil Stoch auch nicht begünstigt. „Es waren wirklich sauschwere Bedingungen und Kamil hatte auch das Glück des Tüchtigen“, analysierte Bundestrainer Werner Schuster: „Richie hat sich in eine Superposition für die Gesamttournee gebracht und kann noch Steigerungspotenzial erschließen.“

So analysierte es der von 25.500 Fans im ausverkauften Oberstdorfer Skistadion gefeierte Freitag selbst: „Platz zwei passt. Ich war auf einem guten Level, aber es war noch nicht dieses Wow-Feeling. Dann macht es noch mehr Spaß. Genau den will ich in Garmisch noch mehr finden.“

Stoch zur Tournee fit

Es wird allerdings ein hartes Duell gegen Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch. Der 30 Jahre alte Pole, der in seiner skisprungverrückten Heimat ein echter Star mit eigener Bekleidungslinie ist auf seinen Social-Media-Accounts Millionen begeistert, ist in aufsteigender Form. Nach den Plätzen drei und zwei bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg jeweils direkt hinter Freitag feierte er in Oberstdorf pünktlich zum Tournee-Auftakt seinen ersten Saisonsieg vor dem Deutschen.

Der polnische Chefcoach Stefan Horngacher, der bis vorletzte Saison noch C-Bundestrainer der Deutschen war und somit Richard Freitag bestens kennt, hat sein Team pünktlich zur Tournee wieder in Topform gebracht.

Das Ziel: Sieg beim Neujahrsspringen

Im vergangenen Winter gab es beim Skisprung-Grand-Slam einen Doppelsieg durch Stoch und Piotr Zyla in der Gesamtwertung. Beim Auftaktspringen in Oberstdorf brachten die Polen drei Springer unter die Top 5. Dawid Kubacki schaffte als Dritter die beste Weltcup-Platzierung seiner Karriere und liegt vor dem Neujahrsspringen in Lauerstellung genau wie der viertplatzierte Österreicher Stefan Kraft.

„Es ist zu früh, davon zu reden, dass diese Tournee zum Duell zwischen Richard Freitag und Kamil Stoch wird. Zumal das Wetter turbulent bleiben dürfte und deshalb auch größere Verschiebungen möglich sind“, sagt ZDF-Experte Innauer: „Auch Kraft hat gezeigt, wie gut er sein kann. Und selbst Andreas Wellinger darf man noch nicht abschreiben: Er hatte in Oberstdorf zweimal extremes Pech mit dem Wind.“

Der Gesamtweltcup-Zweite Wellinger schaffte als Zehnter direkt hinter Markus Eisenbichler trotzdem die beste Platzierung seiner Karriere beim Tournee-Auftaktspringen und gibt die deutsche Devise für das Neujahrsspringen aus: „Oberstdorf ist abgehakt, wir greifen in Garmisch wieder an.“ Das Ziel: Der erste deutsche Sieg beim Jahresauftakt seit 16 Jahren.

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