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Vettel oder Mercedes – wer schafft den Heimsieg?

Formel 1 - GP in Hockenheim

Sebastian Vettels Heimatort Heppenheim liegt nur 30 Kilometer vom Hockenheimring entfernt, der Mercedes-Firmensitz in Stuttgart nur gute 100 Kilometer. Wer macht das Rennen beim Heimspiel?

Sebastian Vettel
Formel 1: Sebastian Vettel Quelle: reuters

Sebastian Vettel hat ausgerechnet bei seinem absoluten Heimspiel in der Formel 1 noch nie gewonnen. Platz drei im Jahr 2010 ist immer noch das Beste, was im badischen Motodrom bisher für ihn zu Buche steht. Seinen einzigen Sieg bei einem Deutschland-GP holte er in der Eifel – 2013 auf dem Nürburgring. Kein Wunder also, dass der viermalige Weltmeister vom Heimsieg träumt und sich dafürdie volle Unterstützung der deutschen Fans und entsprechend viele Zuschauer in der Farbe von Ferrari wünscht: „Wenn man ins Motodrom kommt, die ganzen Flaggen sieht und hoffentlich viele Leute in Rot, kribbelt es“, sagt er. „Das habe ich früher als Fan erlebt, jetzt im Auto zu sitzen und es ebenfalls von der anderen Seite aus zu erleben, macht tierisch Spaß.“

Dass er nach seinem Erfolg in Silverstone, als er seinem WM-Rivalen Lewis Hamilton den Heimsieg vermasselte, jetzt auch in seiner eigenen Heimat triumphieren kann, hält er für durchaus wahrscheinlich: „Wir werden auch in Hockenheim bei der Musik sein. Wir haben ein Auto, das sich in der ersten Saisonhälfte auf jeder Art Rennstrecke bewährt hat, also spricht nichts gegen eine gute Leistung auch in Hockenheim. Wir müssen eine hohe Schlagzahl halten, was die Entwicklung angeht. Dann wird auch in der Weltmeisterschaft alles gut.“

Vettel: „Wir machen weiter Druck!“

Trotz WM-Führung und „Auswärtssieg“ in England will er auf jeden Fall weiter angreifen: „Unsere Position darf nicht dazu verleiten, dass wir uns in Sicherheit wiegen und ablenken lassen. Wir müssen jetzt kühl und nüchtern bleiben. Die Meisterschaft ist sehr eng, es geht hin und her und Lewis und Mercedes sind sehr stark. Und Red Bull darf man auch nicht abschreiben. Wichtig ist aber, dass wir konstant weiterentwickeln und das Auto verbessern. Das klappt im Moment sehr gut. Ich verspreche jedenfalls, wir machen weiter Druck und lassen nicht nach.“

Vor zwei Jahren, beim letzten Hockenheim-GP, war Mercedes noch klarer Favorit gewesen. Mittlerweile haben sich die Kräfteverhältnisse aber deutlich verändert. Ferrari konnte den Silberpfeilen zuletzt sogar auf deren absoluter Paradestrecke in Silverstone Paroli bieten. Und zumindest in der Theorie sollte das Hockenheim-Layout mit seinen engen Kurven den roten Autos sogar noch besser liegen. Dazu kommt die zu erwartende Hitze und die knifflige Reifenfrage mit den Ultrasoft-Gummis – Pirelli macht hier ja einen „Sprung“: Medium, Soft und Ultrasoft sind im Reifenangebot – der Supersoft wird ausgelassen. Will heißen: Es ist nicht sicher, dass hier die Strategie, mit dem Soft sicher ins Q3 zu kommen, funktioniert. Und wer mit dem Ultrasoft startet, bekommt dann garantiert schnell Probleme mit dem Verschleiß. Üblicherweise tut sich Ferrari dank des Reifen schonenden Autos in dieser „Disziplin“ ein bisschen leichter

Mercedes-Schwachstelle: Starts

Mercedes-Teamchef Toto Wolff trauert zwar zuletzt liegengelassenen Punkten nach, glaubt aber, dass man immer noch das schnellste Auto habe. „Wir haben im Verlauf des Triple-Headers nicht so viele Punkte eingefahren, wie wir es uns erhofft hatten. Viel davon ist auf unsere eigenen Fehler zurückzuführen. Es gibt jedoch einen Lichtblick: Obwohl wir nicht die maximale Punktzahl herausgeholt haben, hatten wir bei allen drei Rennen das schnellste Auto.“

Wobei sich in den letzten Rennen auch ein Schwachpunkt bei Mercedes zeigte, der die Silberpfeil-Piloten immer wieder in Schwierigkeiten brachte: der Start. Seit Kanada kommen die Ferrari-Piloten Vettel und Kimi Räikkönen in der Regel besser weg. Was letztlich auch einer der Gründe dafür ist, dass Hamilton in Silverstone und Valtteri Bottas in Le Castellet abgeschossen wurden.

Hamilton wünscht sich Silverstone-Revanche

„Wenn wir von der Pole losfahren, dann müssen wir unbedingt mindestens genauso schnell vom Fleck kommen wie die Ferraris“, fordert Mercedes-Chefingenieur Andrew Shovlin von seiner Truppe. „Das haben wir uns für Hockenheim vorgenommen." In Silverstone waren durchdrehende Räder der Grund für die mäßigen Starts. In Brackley rauchten seitdem die Köpfe: „Wir investieren viel Arbeit, um dieses Problem zu verstehen.“ Ein möglicher Grund: Ferrari scheint in Sachen Kupplungs-Entwicklung einen Schritt nach vorne gemacht zu haben.

Lewis Hamilton, der gerade die unendliche Geschichte um seine Vertragsverlängerung beendete und für weitere zwei Jahre bei Mercedes unterschrieb, würde sich jedenfalls liebend gern bei Sebastian Vettel revanchieren und nach der Silverstone-Niederlage jetzt dem Deutschen seinen Heimsieg „klauen“. Und auch Toto Wolff könnte sich nichts Schöneres wünschen: Das Rennen in Hockenheim würde sich immer anfühlen, als würde das Team „nach Hause“ kommen. „Schließlich liegt es nur 90 Minuten von der Daimler-Zentrale in Stuttgart entfernt. Nachdem wir in Silverstone die großartige Gelegenheit hatten, vor vielen unserer Kollegen aus Brackley und Brixworth zu fahren, freuen wir uns jetzt darauf, die deutschen Mitglieder der Mercedes-Familie begrüßen zu dürfen und den Stern beim Heimrennen würdig zu vertreten.“

Hockenheim-Bilanz

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