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Hamburger Jung im Blickpunkt

Beachvolleyball-WM am Donnerstag | Livestream ab 15 Uhr

Nach dem Ausscheiden der Publikumslieblinge Laura Ludwig und Margareta Kozuch und vier weiterer deutscher Frauen-Teams rückt bei der Beachvolleyball-WM das junge Herren-Duo Julius Thole und Clemens Wickler noch stärker in den Blickpunkt. Ihre Gegner im Sechzehntelfinale sind heute, 19.15 Uhr, die Niederländer Alexander Brouwer/Robert Meeuwsen.

Julius Thole nimmt den Ball an.
Julius Thole
Quelle: dpa

Da halfen nicht einmal mehr die Einpeitsch-Versuche des DJs und die Beats aus den Boxen - der Beachvolleyball-WM in Hamburg wurde gestern Nachmittag kurzzeitig der Stecker gezogen. Sang- und klanglos verabschiedete sich Publikumsliebling Laura Ludwig an der Seite ihrer Partnerin Margareta Kozuch mit einer glatten 0:2-Niederlage gegen das starke US-amerikanische Duo Summer Ross/Sara Hughes aus dem Heim-Turnier. Nun aber "Wir haben es den Amerikanerinnen beim Aufschlag zu leicht gemacht", sagte Ludwig im ZDF-Interview.

Langer Weg zu alter Stärke

Phasenweise hatte das Hamburger Team in der Vorrunde mit begeisterndem Spiel die Hoffnung geweckt, schon nach einem halben Jahr zu dem Weltklasseduo zusammengewachsen zu sein, das Ludwig an der Seite ihrer ehemaligen Partner Kira Walkenhorst über Jahre darstellte.

Aber letztendlich setzte sich die Erkenntnis durch, dass der Weg dahin noch lang ist - genauso wie bei den anderen deutschen Frauenteams, die gestern reihenweise aus dem Turnier purzelten.

Lediglich Karla Borger und Julia Sude kamen weiter. Sie gewannen hauchdünn gegen die Außenseiterinnen aus dem eigenen Verband, Kim Behrens und Cinya Tillman. Nach dem schwarzen Mittwoch steht das Frauenbeachvolleyball so da, wie es die Skeptiker vorhergesagt hatten, nachdem vier der sechs Teams aufgrund des Rücktritts von Kira Walkenhorst neuformiert worden waren.

Vorbilder Brink und Reckermann

Zum Stimmungsretter am Rothenbaum können allerdings die deutschen Männer werden und damit wieder das Flaggschiff im Verband übernehmen.

So wie es Julius Brink und Jonas Reckermann vorgemacht haben, die mit ihrer Goldmedaille 2012 in London Beachvolleyball in Deutschland erstmals so richtig populär machten.

Ihre Nachfolger hatten vier Jahre später in Rio dem Triumphzug von Ludwig/Walkenhorst wenig entgegenzusetzen - können auf dem Weg nach Tokio jetzt aber wieder voranschreiten. Drei Herrenteams stehen heute in der Runde der letzten 32 - die Hoffnungen ruhen aber vor allem auf den deutschen Meistern Julius Thole und Clemens Wickler, die schon vor der WM mit herausragenden Turnierleistungen geglänzt hatten und die Vorrunde souverän mit drei Siegen überstanden haben.

Gute Erinnerungen ans letzte Jahr

Julius Thole und Clemens Wickler (r).
Julius Thole (li.) und Clemens Wickler
Quelle: dpa

Die Rolle als neuer Publikumsliebling fällt dem 2,06 Meter großen Angriffsspieler Thole als waschechtem "Hamburger Jung" ganz automatsch zu. Die hat er bereits beim Hamburger World-Tour-Finale 2018 ausgefüllt, als er mit dem gebürtigem Bayern Wickler das Halbfinale erreichte.

"So unbeschwert wie im Vorjahr konnten wir hier beim Auftakt nicht mehr aufspielen", sagte Wickler nach dem etwas wackligen Auftaktsieg am ersten Spieltag gegen Außenseiter Ruanda. "Es ist schon eine neue Situation, wenn man plötzlich hört, Thole/Wickler müssen es für Deutschland reißen", ergänzte Thole.

Gestiegener Erwartungsdruck

Inzwischen haben sie sich zwar ins Turnier gespielt, aber der Erwartungsdruck ist nach dem Ausscheiden von Ludwig/Kozuch noch einmal größer geworden.

Vor allem sie können jetzt noch kurzfristig den Nachweis erbringen, dass die neue Förderstruktur des Verbands mit der Konzentration der Kräfte im Hamburger Olympia-Stützpunkt Früchte trägt.

Zum Team hinter den beiden gehört unter anderem Jürgen Wagner, der als Chefcoach Ludwig/Walkenhorst und zuvor Brink/Reckermann zu Olympiasiegern gemacht hatte.

"Sie haben das Potenzial, das Halbfinale zu erreichen", sagte Niclas Hildebrand, der Beachdirektor des Deutschen Volleyballverbandes, schon vor dem Turnier über die zwölften der Weltrangliste. Eindeutige Favoriten sind allerdings die norwegischen Weltranglisten-Ersten Anders Mol/Christian Sørum, die die letzten drei Weltserienturniere gewannen.

Norwegische Kritik an Tanzeinlagen

Für Aufsehen sorgte der norwegische Verband bereit auf andere Weise. Neben einem Assistenztrainer kritisierte auch Merita Berntsen Mol, die Vizeeuropameisterin von 1995, die Tanzeinlagen in den Spielpausen. "Ich finde, dass wir schon weit über den Punkt mit den Tänzerinnen hinaus sein müssten", sagte die Mutter des Weltranglistenersten Anders Mol laut Medienberichten der norwegischen Zeitung "Aftenposten": "Wir haben 2019. Und mit den vielen Fällen von #MeToo und der Diskriminierung von Frauen finde ich das völlig falsch."

Programm am 4. Juli

  • Ab 15 Uhr fünf Spiele im Livestream

15 Uhr Männer: Mol/Sorum (NOR) – Bergmann/Harms (GER)
17 Uhr Männer: Bourne/Crabb (USA) – Ehlers/Flüggen (GER)
18 Uhr Männer: Dalhausser/Lucena (USA) – Cherif/Ahmed (QAT)
19.15 Uhr Männer: Brouwer/Meeuwsen (NED) – Thole/Wickler (GER)
20.30 Uhr Frauen: Borger / Sude (GER) – Barbara / Fernanda (BRA)

Reporter sind Martin Hüsener und Jonas Reckermann.

Programm am Samstag, 6. Juli

Bei SPORTextra live ab 13 Uhr das Spiel um Platz 3 ab 15.15 Uhr das Finale der Frauen

Im Livestream um 17 und 18.30 Uhr die Halbfinale der Männer.

Reporter sind Martin Hüsener und Jonas Reckermann.

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