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Deutschland klar gescheitert

Handball-EM: 27:31 gegen Spanien

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat bei der EM in Kroatien das Halbfinale verpasst. Das Team unterlag im letzten Hauptrundenspiel Spanien klar mit 27:31 (13:14). Spanien zieht damit als Gruppenzweiter ins Halbfinale ein.

Videolänge:
1 min
Datum:
24.01.2018

Die DHB-Auswahl verabschiedet sich als Gruppenfünfter aus dem Turnier. Die Halbfinale lauten Dänemark - Kroatien und Frankreich - Spanien.

Beim Stande von 15:15 (34. Minute) erlitt die deutsche Mannschaft einen folgenschweren Einbruch. Ballverluste und Ideenlosigkeit im Angriff bescherten den Spaniern immer wieder Ballbesitz. Binnen kurzer Zeit zogen sie in dem zuvor ausgeglichenem Spiel vorentscheidend auf 23:15 (44.) davon.

Volles Risiko

Deutschland setzte nun alles auf eine Karte. Trainer Christian Prokop brachte frische Spieler - und die nun offensivere Abwehr verführte die Spanier zum schnellen Abschluss. Der Rückstand blieb aber stets groß, da Spanien seine Chancen clever nutzte.

"Es waren unerklärlich viele technische Fehler. Wir haben das Spiel innerhalb von fünf Minuten abgeschenkt. Das ist sehr bitter", sagte Prokop im ZDF: "Es sind bei dem Turnier viele Sachen nicht am Optimum gelaufen."

Ebenso fassungslos war Bob Hanning. "Es ist schwer, Erklärungen zu finden. Das war nicht würdig, um ins Halbfinale einzuziehen", sagte der DHB-Vizepräsident Bob Hanning nach einer in der zweiten Halbzeit phasenweise desolaten Leistung: "Wir haben vom Halbfinale geträumt. Das war die Zielsetzung. Das tut besonders weh."

Guter Beginn

Die Abwehr stand im Zusammenspiel mit Torhüter Andreas Wolff gut, im Angriff bestätigte Julius Kühn in der Anfangsphase seinen Aufwärtstrend. Der Melsunger sorgte mit seinem dritten Treffer für eine 5:3-Führung (11.). Gegen die äußerst offensiv agierende spanische Deckung fand Deutschland zwar auch danach immer wieder Lösungen, die Chancenverwertung ließ aber zu wünschen übrig. Daher schaffte es das deutsche Team auch nicht, sich weiter abzusetzen.

Spanien fand nun immer öfter seinen bulligen Kreisläufer Julen Aguinagalde - meist das einzige Mittel des ehemaligen Weltmeisters gegen eine starke deutsche Defensive um Abwehrchef Finn Lemke. Dennoch lag die DHB-Auswahl fünf Minuten vor der Pause mit 10:12 zurück.

"Wir machen zu wenig aus den Topchancen", kritisierte Prokop in einer Auszeit. Besonders der formschwache Kapitän Uwe Gensheimer und der rechte Rückraum mit Kai Häfner und Steffen Weinhold mussten sich diesen Schuh in der ersten Halbzeit anziehen. "Wir müssen noch mehr unser Tempospiel nutzen. Da ist Spanien anfällig", sagte Gensheimer nach den ersten 30 Minuten.

Gensheimer auf der Bank

Der Linksaußen durfte dabei zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht mehr mithelfen. Prokop brachte Rune Dahmke für Gensheimer. Der Kieler vergab beim Tempogegenstoß aber die große Chance zum 15:14 (33.). Die Partie wurde nun hektischer, das deutsche Spiel immer fehlerhafter. Die Ballverluste häuften sich, beim 15:19 betrug der Rückstand erstmals vier Tore (41.).

Prokop reagierte und brachte bei eigenem Angriff den siebten Feldspieler. Der Schuss ging nach hinten los. Nach drei Ballverlusten und drei Treffern der Spanier ins leere deutsche Tor stand es 15:22 (43.). Das deutsche Team kämpfte sich zwar noch einmal etwas heran (21:26/52.), doch am Ende herrschten beim Titelverteidiger nach einem enttäuschenden Turnier nur noch Frust und Enttäuschung.

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