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Mit neuer Nummer 2 in den EM-Test

Handball | Länderspiele gegen Kroatien

Christian Prokop testet im Spiel gegen Kroatien (19.30 Uhr/ZDF-Livestream) Dario Quenstedt (THW Kiel) als zweiten Torwart und lässt mit Silvio Heinevetter (Füchse) den erfahrensten Nationalspieler zu Hause. Damit eröffnet der Handball-Bundestrainer kurz vor der EM eine Torwart-Debatte.

Handball-Champions-Leage am 25.09.19: Dario Quenstedt (THW Kiel) im Spiel gegen HC Meshkov Brest
Dario Quenstedt (THW Kiel)
Quelle: imago images / Holsteinoffice

Silvio Heinevetter hat in diesen Tagen erklärt, seine Nichtberücksichtigung für die kommenden zwei Handball-Länderspiele gegen Kroatien sei eine "Randgeschichte". Jedenfalls mit Blick auf die schweren Verletzungen der jungen Spielmacher Tim Suton (Lemgo) und Simon Ernst (Füchse Berlin), der nach seinem inzwischen dritten Kreuzbandriss um seine Karriere als Profi bangen muss. Insofern lässt sich Heinevetters Sichtweise nachvollziehen.

Mehr als eine Randnotiz

Auch der Bundestrainer betonte, dass seine Entscheidung, Dario Quenstedt (THW Kiel) als zweiten Torwart hinter dem gesetzten Andreas Wolff (Kielce) testen zu wollen, für die EM im Januar noch nichts zu bedeuten habe.

"Noch nie war die Oktober-Nominierung für einen Vorbereitungslehrgang identisch mit dem Kader für eine WM oder eine EM", sagte Christian Prokop, als er seine Kader-Nominierungen für die Partien in Zagreb (Mittwoch, 19.30 Uhr / ZDF-Livestream) und in Hannover (Samstag, 14.30 Uhr/ARD) öffentlich machte.

Aber es ist mehr als nur eine Randnotiz, wenn der Bundestrainer mit Heinevetter den aktuell erfahrensten Nationalspieler (192 Einsätze) zu Hause lässt und dafür mit Quenstedt einen international recht unerfahrenen Mann (bisher 13 Länderspiele) mitnimmt.

Zumal Prokop im Gespräch mit dem Fachmagazin "Handball inside" seine Entscheidung auch damit rechtfertigte, dass er mit den Leistungen des Gespanns Wolff/Heinevetter in der Schlussphase der WM im Januar nicht zufrieden war: "In den letzten beiden Spielen war sowohl im Tempo- als auch im Torwartspiel - gemessen an der Weltspitze - noch Luft nach oben."

Neuer Bundestorwarttrainer kommt

"Dario hat seine Chance beim THW bisher sehr gut genutzt und sich eine Nominierung verdient", erklärte Prokop: "Er bekommt unter Jicha wichtige Spielanteile und genießt das Vertrauen seines Coaches."

Deutschlands Handballnationaltrainer Christian Prokop
Nationaltrainer Christian Prokop
Quelle: dpa

Womöglich hängt die Ausbootung daher auch mit dem neuen Bundestorwarttrainer zusammen. Der Schwede Mattias Andersson, der ab Februar 2020 diese neu geschaffene Position im Deutschen Handballbund (DHB) bekleiden wird, arbeitet auch als Coach beim THW Kiel.

Dort ist Quenstedt zwar klar die Nummer Zwei hinter dem dänischen Olympiasieger und Weltmeister Niklas Landin. Aber bei den "Zebras" ist man mit Quenstedt sehr zufrieden, weil er einige Spiele von der Bank kommend gewonnen hat.

Nicht nur diese Fähigkeit, als zweiter Keeper zu glänzen, spricht für Quenstedt. Sondern auch die Tatsache, dass er sich mit dem THW Kiel in der Champions League gegen die stärksten Profis der Welt beweisen muss, während Heinevetter mit den Füchsen Berlin nur in der zweiten europäischen Klasse antritt.

Vertrauter Mittelblock

Ein noch wichtigeres Pfund für Quenstedt besteht darin, dass er im Klub mit Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler jenen Mittelblock vor sich hat, der auch in der Nationalmannschaft seit Jahren gesetzt ist. Dieses Trio muss das Zusammenspiel zwischen Block und Keeper, das in der Verteidigung zentral ist, nicht erst in der DHB-Auswahl einzustudieren.

Torwart Silvio Heinevetter im Training
Silvio Heinevetter
Quelle: dpa

Nimmt man die Statistiken in der Bundesliga zum Maßstab, ist der Tausch der Keeper eigentlich nicht zu rechtfertigen. Dort rangiert Quenstedt mit bisher 3:09 Stunden Spielzeit in dieser Saison bei einer Fangquote von 26 Prozent nur auf Position 26, Heinevetter hingegen weist in 3:38 Stunden eine Quote von 32 Prozent auf (Position Fünf).

Aber die Position als Füchse-Stammkeeper, die er jahrelang innehatte, verlor Heinevetter an den Serben Dejan Milosavljev. "Die Situation Heinevetters in seinem Club ist nicht optimal", so Prokop. Die Debatte um den zweiten Torwart ist, so scheint es, erst eröffnet.

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