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DHB-Team: Keine Experimente

Handball-EM-Qualifikationsrückspiel Deutschland - Polen live im ZDF

Am Samstag könnte die deutsche Handball-Nationalmannschaft vorzeitig die EM-Qualifikation perfekt machen. Dann geht es in Halle/Westfalen (14 Uhr/ZDF ab 13:45 Uhr) gegen Polen. Der 26:18-Hinspielsieg offenbarte Stärken wie Schwächen.

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Uwe Gensheimer am Mitwoch in Gliwice gegen Polen.
Quelle: dpa / Andrzej Grygiel

Der moderne Profisport, das gilt auch für den Handball, ist eine gläserne Angelegenheit. Jeder Trainer kann sich über Videoportale umfassend über die Taktiken der Gegner informieren, um sein Team auf kommende Aufgaben vorzubereiten. Für die deutschen Handballer aber war das EM-Qualifikationsspiel am Mittwoch in Polen ein Blindflug. „Die Polen waren eine Unbekannte“, bekannte Bundestrainer Christian Prokop nach der Partie in der ARD. „Wir wussten überhaupt nicht, was auf uns zukommt“, erzählte Rechtsaußen Patrick Groetzki. Von einer „Wundertüte“ sprach Torwart Silvio Heinevetter.

Team aus Nobodys

Wenn wir nicht an unser kämpferisches Limit in der Abwehr kommen, wird es schwer.
Christian Prokop

Die Polen hatten, nachdem sie eine desaströse Niederlage in Israel eingesteckt hatten, mit Patryk Rombel einen neuen Coach verpflichtet. Er schickte ein Team aus Nobodys auf das Feld der riesigen Gliwice Arena, allein die Profis Kamil Syprzak (Barcelona), Tomasz Gebala und Michal Daszek (beide Wisla Plock) haben in der Handballwelt einen Namen. Umso größer war die Erleichterung, als sich die DHB-Auswahl nach anfänglichen Schwierigkeiten einen souveränen 26:18 (13:10)-Auswärtssieg erspielte.

„Das war schon eine Prüfung für uns“, sagte der Bundestrainer, zumal die Kulisse mit knapp 10.000 Fans beeindruckend war. „Es ging darum, dieses Spiel zu gewinnen. Verlieren wir dieses Spiel, kommt sehr viel Druck auf uns zu.“ Nun aber können Uwe Gensheimer und Co., da sie mit 6:0-Punkten die Gruppe 1 anführen und Israel überraschend im Kosovo verlor, im Rückspiel am Samstag in Halle/Westfalen schon vorzeitig das Ticket für die EM 2020 buchen, die in Norwegen, Österreich und Schweden stattfindet; die deutsche Auswahl würde die Vorrunde in Trondheim bestreiten.

"Viele Ballgewinne"

Das Motto des Bundestrainers lehnte sich an die legendären Worte des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer: „Keine Experimente.“ Auch im Rückspiel in Halle wird Prokop also den Wert einer funktionierenden Defensive betonen. „Wenn wir nicht an unser kämpferisches Limit in der Abwehr kommen, wird es schwer“, sagt er. In Gliwice sorgte vor allem die 3:2:1-Deckung mit Hendrik Pekeler in der Spitze für viele Ballgewinne, welche die deutschen Flügel für sogenannte „leichte Tore“ nutzten. „Wir konnten so ziemlich viele Gegenstöße laufen“, sagte Groetzki, der auf sechs Treffer kam.

Erfolgreichster Schütze war abermals Kapitän Uwe Gensheimer, der es auf neun Tore brachte, bevor er rund zehn Minuten vor Schluss auf der Bank Platz nahm. Der Linksaußen, der im Sommer von Paris St. Germain zurück zu den Rhein-Neckar Löwen wechselt, überholte mit nun 818 Toren Stefan Kretzschmar in der ewigen Torschützenliste und könnte in Halle auch den Dritten in diesem Ranking, Florian Kehrmann (822), überflügeln.

"Hohe Passgeschwindigkeit"

Das Tempospiel aus der Abwehr heraus also passte, Prokop lobte ausdrücklich die „hohe Passgeschwindigkeit“ in der zweiten Welle. Fast die Hälfte aller deutschen Tore entstanden aus dem schnellen Umschaltspiel, das war die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht lautete, dass das Positionsspiel erneut wenig Durchschlagskraft entwickelte. Das betraf insbesondere die Rechtshänder. Steffen Fäth, der bei den Löwen wenig spielt und lange verletzt war, fehlte das Feintuning, Spielmacher Tim Suton (Lemgo) erwischte ebenfalls einen gebrauchten Tag.

Insbesondere auf Halblinks macht sich das Fehlen des Shooters Julius Kühn (Melsungen), der einen Kreuzbandriss auskuriert, weiter stark bemerkbar. Insofern könnte Sebastian Heymann (Göppingen), der über ähnliche Anlagen wie Kühn verfügt, bei einer erfolgreichen EM-Qualifikation schon im Juni zu seinen nächsten Einsätzen kommen, wenn es gegen Israel und den Kosovo geht und Experimente möglich sind.

Die zehn Toptorschützen der Nationalmannschaft:

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