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Nikola der Große

Handball-WM | Deutschland - Frankreich ab 20:15 Uhr im ZDF

Am Dienstag wartet mit Rekordweltmeister Frankreich am Dienstag (20.15 Uhr/ZDF, Anwurf 20.30 Uhr) der Topfavorit der 26. Handball-WM auf Deutschland. Die Équipe tricolore läuft vermutlich doch mit Nikola Karabatic auf, dem besten Handballer aller Zeiten.

Nicola Karabatic
Nicola Karabatic

Noch hat er keine Minute gespielt. Und doch waren dem Franzosen Nikola Karabatic, 34, die Schlagzeilen bei der 26. Handball-WM sicher. Gegenüber der Öffentlichkeit hatte der dreimalige Welthandballer die WM schon abgeschrieben, nachdem er im Oktober einen Hallux valgus, einen schmerzhaften Schiefstand des großen Zehs, hatte operieren lassen. "Das ist sehr enttäuschend", sagte er damals. "Ich habe lange die Zähne zusammengebissen, aber es ging einfach nicht mehr."

Doch dann geschah diese Blitzheilung. Karabatic hatte früher als geplant ins Training einsteigen können und war am Wochenende nach Deutschland eingeflogen, gefeiert als Erlöser des französischen Handballs. Ziemlich wahrscheinlich, dass der Rückraumstar von Paris St. Germain am heutigen Donnerstag gegen Gastgeber Deutschland (20.15 Uhr, live im ZDF) auflaufen wird. Das ganze Schauspiel rieche nach einer Inszenierung, meint der deutsche Keeper Andreas Wolff, aber das werde ihn nur noch mehr motivieren.

Schlechte Erinnerungen

Frankreichs Nationaltrainer Didier Dinart und Kentin Mahé (re.)
Frankreichs Nationaltrainer Didier Dinart und Kentin Mahé (re.)

Eine Weltmeisterschaft in Deutschland - daran haben die Franzosen, auch wenn die letzte schon zwölf Jahre zurückliegt, nicht die allerbeste Erinnerung. "Man soll sich wundern, aber es steckt schon noch tief in den Köpfen", bekennt Kentin Mahé. Geboren in Paris, aufgewachsen in Monaco und Dormagen, erlebte der heute 27-jährige das besagte WM-Turnier als Teenager mit, weshalb das Halbfinaldrama zwischen Deutschland und Frankreich bei ihm noch sehr präsent ist. Er sei, berichtet Mahé, damals in der Kölnarena gewesen.

Er sah damals, wie Karabatic am Ende der regulären Spielzeit mit einem Hüftwurf an Henning Fritz scheiterte - und Frankreich nach zweimaliger Verlängerung unterlag. Karabatic, der von 2004 bis 2009 beim THW Kiel Titel einheimste, hat also persönlich noch eine Rechnung offen.

"Unmenschlich"

Dass in der riesigen Arena am Berliner Ostbahnhof rund 15.000 Fans gegen die Franzosen sein werden, wird ihn eher nicht irritieren. Er hat außerdem schon Schlimmeres erlebt, etwa im WM-Finale 2009 die "Hölle von Zagreb", als er, der gebürtige Serbe, von den kroatischen Fans 60 Minuten lang ausgepfiffen wurde.

Er ist der beste Spieler auf dem Planeten.
Nedim Remili

Seine Mannschaftskollegen freuen sich, dass Nikola der Große wieder dabei ist. "Er ist der beste Spieler auf dem Planeten", sagt Rückraumlinkshänder Nedim Remili. Das, was Karabatic für den französischen Handball geleistet habe, sei „unmenschlich“, sagt Mahé. „Er hat 20 große Turniere am Stück gespielt. Für mich ist er der beste Handballer der Welt.“ Über 50 Titel hat Karabatic in seiner Karriere gewonnen, darunter zwei Olympiasiege, vier WM-Titel und drei EM-Titel.

Favorit ist Frankreich

Trainer Didier Dinart hatte vor dem Turnier betont, man werde den Ausfall Karabatic irgendwie kompensieren müssen. Aber speziell im Auftaktspiel gegen Brasilien fehlte es dem Titelverteidiger an der nötigen Struktur im Angriff, den Karabatic sonst auf Rückraum Mitte ordnet. Weder Mahé noch Linkshänder Dika Mem, den Dinart ebenfalls als Alternative auserkoren hatte, brachten Ruhe in die Aktionen. "Seine Aura, seine Präsenz auf dem Feld - wenn das fehlt, dann hat das schon einen großen Einfluss", sagt der frühere Nationalspieler Francois-Xavier Houlet, der heute als TV-Experte bei der WM arbeitet.

Seine Aura, seine Präsenz auf dem Feld - wenn das fehlt, dann hat das schon großen Einfluss.
Francois-Xavier Houlet

Dennoch: Auch auf anderen Positionen verkörpert der Rekordweltmeister Weltklasse-Niveau. Torwart Vincent Gerard rettete sein Team gegen Brasilien mit vielen Paraden. Ludovic Fabregas ist, obwohl erst 22 Jahre alt, schon jetzt einer der besten Kreisläufer auf diesem Globus, die Flügelspieler Michael Guigou und Luc Abalo spielen seit über einem Jahrzehnt auf höchstem Niveau. Selbst wenn Nicola der Große, anders als die Inszenierung vermuten lässt, doch nicht zum Einsatz kommen sollte: Die Franzosen gegen als Favorit in die Partie.

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