Lange gewinnt mit Fabelzeit - Haug Dritte

Triathlet siegt auf Hawaii in 7:52:39 Stunden

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Patrick Lange hat bei der Langdistanz-WM seinen Titel erfolgreich verteidigt und dabei einen Meilenstein gesetzt. Er ist der erste Sieger in der Geschichte des Hawaii-Triathlons, der unter acht Stunden blieb. Bei den Frauen wurde Anne Haug Dritte.

Beitragslänge:
2 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.10.2019, 05:30

Lange bewältigte die 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen in 7:52:39 Stunden. Der Zweitplatzierte, Bart Aernots (Belgien), hatte 4:03 Minuten Rückstand und blieb ebenfalls unter acht Stunden. Dritter wurde der Brite David McNamee (+8:30). Andreas Dreitz landete als zweitbester Deutscher auf einem guten Platz 13.

Heiratsantrag im Ziel

Patrick Lange nutzte die optimalen Bedingungen bei einer taktischen Meisterleistung für eine erneute Demonstration seiner Lauf-Klasse. "Es ist einfach Wahnsinn. Ich hätte das nie gedacht. Es ist unglaublich. Ich hatte nicht das beste Schwimmen, wie man gesehen hat, aber danach lief es unglaublich gut", sagte Lange im ZDF. Die letzte Kraft hatte er sich für etwas ganz Besonderes aufbewahrt: Im Ziel machte er seiner Freundin auf Knien einen Heiratsantrag.

Nach Sebastian Kienle 2014, der nach einem frühen Defekt am Rad und Problemen mit der Achillessehne zu Beginn der Laufstrecke aufgab, und Jan Frodeno 2015 und 2016, der wegen einer Verletzung als ZDF-Experte und Zuschauer auf Hawaii war, sorgte Lange für den fünften deutschen Sieg im Triathlon-Mekka nacheinander.

Neben Lange und Frodeno konnte auch Normann Stadler (2004 und 2006) zweimal auf Hawaii gewinnen, als erstem Deutschen war Thomas Hellriegel 1997 WM-Platz eins gelungen, 2005 gewann Langes jetziger Trainer Faris Al-Sultan.

Schwaches Schwimmen

Lange war nach dem Schwimmen über zwei Minuten nach dem Australier Josh Amberger und auch dem zunächst drittplatzierten Kienle-Trainingspartner Maurice Clavel in die Wechselzone gekommen. "Das hat mich schon ein bisschen geärgert", sagte Langes Trainer Faris Al-Sultan im ZDF.

Denn Kienle, der schwächere Schwimmer, lag nur fünf Sekunden hinter Lange. Binnen kurzer Zeit und einigen weiteren Kilometern auf dem Rad änderten sich die Vorzeichen aber schlagartig. Für Kienle war der achte Auftritt auf Hawaii gelaufen, noch bevor es richtig ernst wurde. In seiner Paradedisziplin wollte der Mann aus Mühlacker attackieren, einen Vorsprung von 10 Minuten plus X Minuten auf den Super-Läufer Lange rausfahren. Ein Defekt am Hinterrad machte den Plan zunichte, die körperliche wurde auch zur sicht- und spürbaren mentalen Qual.

Andreas Dreitz als Schrittmacher

Andere Deutsche fuhren neben Lange auf den 180,2 Kilometern vorn mit, darunter auch der 30-jährige Freiburger Clavel, der sich beim Ironman im April in Südafrika als Dritter für die WM qualifiziert hatte. Und der 29 Jahre alte Lichtenfelser Lange-Teamkollege Andreas Dreitz, dessen gleichmäßig-druckvollen Tritt der alte und neue Champion auch clever nutzte, um zu Beginn des zweiten Teilabschnitts die Lücke zu den erwarteten "Überradfahrern" nicht zu groß werden zu lassen.

"Patrick macht das Bombenrennen", lobte Frodeno als Experte für das ZDF. Denn Rivalen wie der Australier Cameron Wurf, der seinen Radrekord vom Vorjahr in 4:09:36 Stunden noch einmal um mehr als drei Minuten bei fast windfreien Bedingungen verbesserte, waren keine Gegner, wenn es um den Sieg nach insgesamt 226 Kilometern ging und jetzt erst Langes Part kam.

Nach 16 Kilometern in Führung

Kappe falsch herum auf dem Kopf, immer wieder neue Wasserschwämme zur Kühlung unter dem Anzug - Lange rannte los und die Konkurrenz wie vor einem Jahr Grund und Boden. 2016 hatte er in 2:39:45 Stunden schon den bis dahin schnellsten je bei einer WM auf Hawaii gelaufenen Marathon hingelegt, als er Dritter geworden war. 2017 stellte er bei einem Sieg erstmals den Streckenrekord auf.

Diesmal machte Lange auf den ersten 8,5 Kilometern neun Plätze gut, nach 16 Kilometern überholte er auch noch Wurf und übernahm erstmals im Rennen die Führung im Rennen. Wurf, einst als Ruderer bei Olympia und auch ehemaliger Radprofi, klatschte den Deutschen respektvoll ab. 26 Kilometer später war der erneute Triumph perfekt.

"Ich bin ehrlich gesagt in das Rennen reingegangen und habe mir gedacht: Ich will Zehnter werden. Das hört sich total bekloppt an vielleicht. Aber ich funktioniere einfach gut, wenn ich wenig Druck habe", sagte Lange.

Haug überrascht mit Platz 3

Der Wettbewerb der Frauen endete mit einer Überraschung: Anne Haug wurde Dritte. Die Oberfränkin, in Hawaii zum ersten Mal am Start, kam 15:40 Minuten nach der Siegerin Daniela Ryf ins Ziel. "Es war sehr, sehr hart", sagt Anne Haug, "ich musste kämpfen, um überhaupt das Ziel zu erreichen."

Für die Schweizerin Ryf war es auf Hawaii der vierte Sieg in Serie. Sie habe kurz vor der Aufgabe gestanden, sagte sie im ZDF. Beim Schwimmen hatte Ryf Kontakt mit einer Feuerqualle gehabt und musste unter Schmerzen weitermachen. Zweite wurde die Britin Lucy Charles, die 10:16 Minuten hinter Ryf lag.

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Anne Haug hat auf Hawaii mit Rang drei überrascht und freut sich auf eine verdiente Belohnung. Für die nun vierfach-Siegerin Daniela Ryf war es der "wahnsinnigste Sieg", den sie je erlebt habe.

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