Speer-Star Vetter mit Qualifikations-Rekord

Leichtathletik-WM - 7. Wettkampftag

Johannes Vetter hat den Angriff der deutschen Speer-Gang auf WM-Gold mit einem Monsterwurf eröffnet. Mit seinem ersten Versuch in der Qualifikation kam der deutsche Rekordhalter in London auf gewaltige 91,20 m. Den Titel über 200 Meter sicherte sich Geheimfavorit Ramil Guliyev aus der Türkei.

Speerwerfer Johannes Vetter in Aktion
Speerwerfer Johannes Vetter in Aktion Quelle: reuters

In 20,09 Sekunden siegte der Europameisterschafts-Zweite vor dem Südafrikaner Wayde van Niekerk, der in 20,11 Sekunden ist Ziel kam. Er hatte zwei Tage zuvor den Titel über 400 Meter gewonnen. Van Niekerk setzte sich im Foto-Finish gegen Jereem Richards aus Trinidad und Tobago durch, der Bronze holte.

Taylor verteidigt Dreisprung-Titel

Im 400-Meter-Hürden-Finale der Frauen gewann die US-Amerikanerin Kori Carter in 53,07 Sekunden vor ihrer favorisierten Landsfrau Dalilah Muhammad (53,50). Bronze ging an die Jamaikanerin Ristananna Tracey (53,74). Auch Gold im Dreisprung der Männer ging in die USA. Der zweimalige Olympiasieger Christian Taylor verteidigte als erster Dreispringer der Geschichte seinen WM-Titel mit 17,68 m erfolgreich. Silber ging an Taylors Landsmann Will Claye (17,63), Bronze sicherte sich Peking-Olympiasieger Nelson Evora (17,19/Portugal).

"Es hat sich im Einwerfen angekündigt. Ich hätte es aber selber nicht gedacht, dass es heute im ersten Wurf gleich so weit geht", sagte der 24 Jahre alte Vetter, der am Samstag (21:15 Uhr/ZDF) nun der große Favorit ist, im ZDF: "Ich kann nicht mit 80 Prozent werfen, daher dachte ich mir: alles drauf."

Deutsche Werfer überzeugen

Auch Thomas Röhler hielt sich in der Qualifikation schadlos, benötigte aber zwei Versuche, um mit 83,87 m über der geforderten Weite (83,00) zu bleiben. Andreas Hofmann, hinter Vetter und Röhler in diesem Jahr Nummer drei der Welt, kam im zweiten Durchgang auf 85,62 m und darf damit auch auf eine Medaille hoffen.

"Der Plan war eigentlich nur, dass er die 83 Meter wirft", sagte Bundestrainer Boris Obergföll: "Die 91,20 waren nicht geplant und interessieren am Samstag gar niemanden mehr. Da müssen wir schauen, dass wir noch einmal so in die Gänge kommen wie heute."

Neuer Rekord in der Qualifikation

Vetter, der Anfang Juli Röhler den deutschen Rekord abgejagt und um 54 Zentimeter auf 94,44 m gesteigert hatte, stellte einen Rekord für WM-Qualifikationen auf. Der tschechische Weltrekordler Jan Zelezny hatte 2001 in der Vorausscheidung von Edmonton 90,76 m erzielt.

Zelezny wurde damals auch Weltmeister, der Meisterschaftsrekord steht seither bei 92,80 m. Hinter dem großen Tschechen sowie 2015er-Weltmeister Julius Yego (Kenia/92,72) und dem 2001 hinter Zelezny zweitplatzierten Finnen Aki Parviainen (91,31) sortierte sich Vetter auf Platz vier des WM-Rankings ein - und das könnte noch nicht sein letztes Wort in London gewesen sein.

Werden es drei Medaillen für Deutschland?

Damit lebt der deutsche Traum vom "Sweep". "Wir hätten nichts dagegen, drei Medaillen zu holen", hatte Olympiasieger Röhler gesagt. Gold, Silber und Bronze im Speerwurf abzuräumen, ist bei einer WM noch keinem Land gelungen. Das deutsche Trio könnte damit auch die bislang recht maue Medaillen-Bilanz der DLV-Auswahl in London (einmal Silber durch Siebenkämpferin Carolin Schäfer) aufpolieren.

Hinter dem überragenden Vetter überzeugten auch Keshorn Walcott (Trinidad und Tobago), der 2012 an gleicher Stelle sensationell Olympia-Gold geholt hatte, und der finnische Routinier Tero Pitkämäki, der vor zehn Jahren in Osaka Weltmeister geworden war, mit 85,97 m. Titelverteidiger Julius Yego aus Kenia (83,57) zog ebenfalls mit nur einem Wurf ins Finale ein.

Röhler und Vetter schon früh in Form

Olympiasieger Röhler hatte im Mai in Doha den deutschen Uralt-Rekord von Raymond Hecht (92,60) auf 93,90 m gesteigert, Vetter schlug im Juli zurück: Erst wurde er in Erfurt deutscher Meister vor Röhler, zwei Tage später dann mit seinem Rekord-Wurf von Luzern zur Nummer zwei der "ewigen" Bestenliste. Nur Zelezny, dessen Weltrekord bei 98,48 steht, hat jemals weiter geworfen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.