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Lea Schüller – die Hoffnungsträgerin

Deutschland - Österreich (Sa., 14 Uhr / live im ZDF)

Sie ist erst 20, hat aber in zehn Länderspielen schon sechs Tore erzielt: Im Länderspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen Österreich (Samstag, 14 Uhr/live ZDF) in Essen steht die Stürmerin Lea Schüller nicht nur aus lokaler Sicht besonders im Fokus.

Lea Schüller am Ball.
Lea Schüller am Ball. Quelle: dpa

Es ist beinahe schon guter Brauch bei der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, dass eine Länderspielwoche vor einem Heimspiel mit einem Schulbesuch zu Wochenanfang startet. Der Andrang ist zumeist enorm, der Wissensdurst der Mädchen und Jungs ebenso gewaltig wie der Lärmpegel.

Nicht viel anders lief es am Dienstagmorgen ab, als nicht nur Lea Schüller und Turid Knaak den 230 Schülerinnen und Schülern der Grundschule Reuenberg ihre Aufwartung machten, sondern auch noch Bundestrainer Horst Hrubesch vorbeischaute, um für das Länderspiel der DFB-Auswahl gegen Österreich (Samstag 14 Uhr/live ZDF) ein bisschen die Werbetrommel zu rühren.

Lea Schüller ist Fan von Borussia Dortmund

Genau wie die für die SGS Essen antretenden Nationalspielerinnen hat ja auch der 67-Jährige eine besondere Bindung an die Ruhrgebietsstadt und das Stadion an der Hafenstraße: Hier spielte das einstige Kopfballungeheuer zwischen 1975 und 1978 in der Bundesliga und zweiten Liga, ehe Hrubesch zum Hamburger SV weiterzog und eine bemerkenswerte Karriere machte. Was er Jungs und Mädels bis heute vermittelt: das Fußball Spaß machen muss.

Lea Schüller und Turid Knaak waren insofern die ideale Besetzung für die Kinderpressekonferenz, weil beide sehr authentisch von ihrer Begeisterung für den Fußball berichteten. Das beide im Verein sechsmal die Woche trainieren, schien ein Umfang zu sein, der viele erstaunte. Gar Jubel brach aus, als Lea Schüller noch verriet, dass sie Fan von Borussia Dortmund sei. Ihr Idol: Marco Reus. Dabei ist die 20-Jährige doch selbst auf bestem Wege, zum Vorbild junger Fußballerinnen zu werden.

Ballsicher und abschlussstark

Kaum einer Stürmerin bescheinigt Hrubesch nämlich intern solch großes Potenzial wie seiner Nummer sieben. Ihr Zwischenbilanz kann sich in jungen Jahren sehen lassen: zehn Länderspiele, sechs Tore. Ausgerechnet zum Einstand des Interimstrainers Hrubesch, der im Frühjahr die überforderte Amtsinhaberin Steffi Jones ersetzte, sorgte Lea Schüller für den Paukenschlag: Zum 4:0-Sieg gegen die Tschechische Republik am 7. April in Halle schoss sie gleich alle vier Tore.

Da paart eine Ballsicherheit, Technik und Abschlussstärke. Nachdem Schüller die Nominierung für die EM 2017 in den Niederlanden noch verpasste – hier stand sie nur im vorläufigen Aufgebot –, war bezeichnend, dass Hrubesch auf die junge Hoffnungsträgerin auch beim für die WM-Qualifikation entscheidenden 2:0-Auswärtssieg gegen Island setzte. Sie spielte im Doppelsturm mit der Draufgängerin Alexandra Popp, blieb allerdings ohne Erfolgserlebnis. Ihr vorerst letztes Landespieltor erzielte sie danach beim 8:0 auf den Färöer Inseln, wo Schüller den Torreigen eröffnete.

Toreschießen liegt ihr offenbar im Blut

Lea Schüller (SGS Essen 24)
Lea Schüller (SGS Essen 24) Quelle: imago

Sie ist eine aufstrebende Hoffnungsträgerin, die der deutsche Frauenfußball nicht mehr im Übermaß herausbringt. Schüller, die aus Tönisvorst am Niederrhein stammt und beim SV Hülst mit dem Fußballspielen begann, ehe sie 2012 zur SGS Essen wechselte, debütierte bereits im Alter von 16 Jahren in der Frauen-Bundesliga.

Inzwischen hat sie für den Verein, für den auch die hochveranlagte Mittelfeldspielerin Linda Dallmann antritt und der zu einem wichtigsten Zulieferer der deutschen Frauen-Nationalmannschaft geworden ist, in 95 Pflichtspielen immerhin 43 Treffer erzielt. In beinahe jeder zweiten Partie ist also ein Schüller-Treffer zu notieren.

Für die WM 2019 führt an der 20-Jährigen kein Weg vorbei

Ihr fußballbegeisterter Vater sagte einmal: „Sie hat alles, was eine Stürmerin braucht, den Drang zum Tor.“ Mitspielerin Lena Goeßling glaubt: „Sie hat ein Riesenpotenzial.“ Und Torhüterin Almuth Schult glaubt: „Wir können uns auf das freuen, was noch kommt. Auf dem Platz ist sie rotzfrech.“ Ihre Anlagen befähigen die 1,73 Meter große Angreiferin vielleicht sogar dazu, in der Nationalmannschaft eine solch dominierende Rolle zu spielen, wie es vor ihr Torjägerinnen wie Celia Sasic, Inga Grings oder sogar Birgit Prinz taten, obwohl letztere als Rekordtorschützin mit 128 Länderspieltreffern (weltweite) Maßstäbe setzte.

Eines scheint klar: Wenn die designierte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die nun selbst mit der Schweiz noch gegen Belgien in den Playoffs um die WM-Zulassung kämpft (5. und 9. Oktober), endlich mit Verzögerung ihr Amt als neue Verantwortliche für die DFB-Auswahl antritt, dann führt an Lea Schüller im Hinblick auf die Frauen-WM 2019 in Frankreich (7. Juni – 7. Juli 2019) kein Weg vorbei.

Sport | ZDF SPORTextra - Frauenfußball-Länderspiel Deutschland - Österreich

Das Frauentestspiel Deutschland gegen Österreich aus dem Stadion Essen in voller Länge. Reporterin ist Claudia Neumann, Moderation: Sven Voss.

Videolänge:
128 min
Datum:
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